DNL: Starbulls klettern wieder auf Platz vier

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Zweimal traf das DNL-Team der Starbulls Rosenheim am Wochenende auf die Eisbären Juniors Berlin – und in beiden Fällen behielten die Grün-Weißen die Oberhand und bleiben damit in der Deutschen Nachwuchsliga zu Hause ohne Niederlage. Diese „weiße Heimweste“ bekam am Samstag nur einen kleinen Fleck verpasst, denn der 5:4-Sieg kam erst im Penaltyschießen zustande. Am Sonntag Vormittag feierten die Schützlinge von Tom Schädler und Max Deisenberger einen klaren 6:1-Erfolg.

Eine spannende DNL-Partie erlebten die viel zu wenig Zuschauer im Rosenheimer Kathrein-Stadion, wobei die Starbulls einen Punkt regelrecht verschenkten. Schließlich lagen sie über 50 Minuten in Führung, ehe sie die Eisbären ins Spiel kommen ließen. Dabei begann es optimal für die Hausherren: Ralph Crisan besorgte nach einem Alleingang in der zweiten Minute das 1:0. Es folgten einige starke Einschussmöglichkeiten, wie zum Beispiel von Jens Feuerfeil in der achten Minute oder Stephan Stiebinger (13.). Eine etwas kuriose Szene führte in der 14. Minute zum 2:0. Patrick Hager wollte vor dem gegnerischen Kasten zum freistehenden Dominik Quinlan passen, doch da fälschte ein Berliner den Puck unhaltbar für seinen Keeper ab. Wenige Sekunden später hatte der einmal mehr sehr starke Daniel Bucheli die Gelegenheit zum 3:0, scheiterte aber an Hohenschönhausens Goalie Ole Swolensky. In der 17. Minute leisteten sich die Starbulls einen Fehler an der gegnerischen blauen Linie, Marcel Hermle passte zu Steven Rupprich, der nach einem Solo Etienne Renkewitz zwischen den Rosenheimer Pfosten keine Abwehrchance ließ. Auch im Mittelabschnitt waren die „Jungbullen“ treffsicherer: In Minute 23 schloss Anton Bernard nach Zuspiel von Stiebinger zum 3:1 ab, vier Minuten später verkürzte Andreas Gawlik völlig frei vor Renkewitz auf 3:2. Und dieser Gawlik musste in der 29. Minute nach einem Bandencheck gegen Hager vorzeitig zum Duschen, das Powerplay brachte allerdings keinen Torerfolg. 24 Sekunden vor der Pause baute Simon Wenzel mit dem 4:2 den Vorsprung dann doch noch aus. Durch zwei dumme Abwehrfehler (47. und 53. Minute) brachten sich die Starbulls im Schlussabschnitt selbst um den „Dreier“. In der Schlussphase kamen zwar die Schädler-Schützlinge noch in den Genuss eines Überzahlspiels, der Siegtreffer wollte aber nicht fallen. Nach einer torlosen fünfminütigen Verlängerung musste das Penaltyschießen entscheiden. Und auch hier musste verlängert werden, denn nach jeweils fünf Versuchen stand es 1:1 (Crisan für Rosenheim und Hermle für Berlin trafen). Beim anschließenden Shoot-out vergab Eisbär Rupprich, während Crisan mit seinem dritten Tor zum Matchwinner avancierte.

Mit einigen personellen Problemen hatten die Rosenheimer im Sonntagsspiel zu kämpfen. Neben dem erkrankten Maxi Schlosser und dem verletzten Clinton-Lee Morris fehlten die zur ersten Mannschaft abgestellten Patrick Hager, Dominik Quinlan und Nils Hanfstingl, zudem musste Feuerfeil nach dem Aufwärmen verletzt passen. So schickten die SBR-Trainer drei Blöcke aufs Eis, was sich jedoch positiv bemerkbar machte. Manch einer fühlte sich sicherlich um einige Stunden zurückversetzt, denn der Spielverlauf war dem vom Vortag lange Zeit sehr ähnlich. Wieder gingen die Starbulls früh in Front – Stiebinger fälschte in Überzahl einen Schlagschuss von Nikolaus Senger ab – und bauten den Vorsprung in der neunten Minute durch Wenzel auf 2:0 aus. Wenige Sekunden später kassierte Maxi Peters nach einem gefährlich hohen Stock eine 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe und musste den Gang in die Kabine antreten. In der 14. Minute verkürzten die Berliner 39 Sekunden vor Ablauf der Strafzeit durch Christopher Kasten auf 2:1. Gleich nach Wiederbeginn „brannten“ die Gastgeber ein wahres Feuerwerk ab. Nach nur 30 Sekunden erzielte Hinterstocker in numerischer Überlegenheit das 3:1, in der 28. Minute erhöhte Stiebinger nach einem Hinterstocker-Pass (!) auf 4:1. Die Entscheidung fiel dann in den letzten Minuten des Mittelabschnitts, als Robin Hanselko – musste nach einem feinen Pass von Philipp Quinlan nur noch ins leere Tor einschieben – seinen ersten Saisontreffer markierte. In der 38. Minute kassierte Stiebinger eine sehr fragwürdige Strafzeit, die den Eisbären-Trainer dazu bewog zusätzlich seinen Keeper vom Eis zu holen und durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen. Dieser „Schuss“ sollte allerdings kräftig nach hinten los gehen, da sich Daniel Bucheli die Scheibe schnappte, Richtung verlassenes Berliner Gehäuse fuhr und locker zum 6:1 einnetzte. Kurz vor der Pause kassierte der Berliner Roman Wunderlich nach einem Bandencheck gegen Alexander Petrenko eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die Rosenheim im Powerplay in nichts Zählbares ummünzen konnte. Chancen zu einem noch höheren Sieg waren auch im letzten Drittel noch zu verzeichnen, doch Treffer fielen keine mehr. Mit der genau genommen einzigen echten Chance hätten die Eisbären in der 60. Minute noch etwas Ergebniskosmetik betreiben können, aber Hermle scheiterte bei einem Penalty am guten SBR-Torhüter David Heymann.

Nach diesen fünf Punkten rückten die Starbulls in der DNL-Tabelle vom sechsten auf den vierten Platz vor. Tabellenführer bleibt Mannheim, vor Landshut und Bad Tölz.