DNL: Rosenheim trotz vieler Ausfälle stark

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Drei wichtige Punkte im Kampf um einen Play-off-Platz holten die Starbulls Rosenheim in der Deutschen Nachwuchsliga. Am Samstag besiegten sie die Düsseldorfer EG mit 6:4, am Sonntag gab es gegen die stark besetzten Eisbären Berlin Juniors eine 3:4-Niederlage.

In ein Wellenbad der Gefühle stürzten die Starbulls ihre Fans im Spiel gegen die DEG. Dazu kam eine wahre Strafzeitenflut, die der kleinlich pfeifende Schiedsrichter aussprach. Die Rosenheimer sammelten insgesamt 19 Zweiminutenstrafen, die Rheinländer kassierten deren elf plus eine zehnminütige Disziplinarstrafe. So ergaben sich für beide Mannschaften zahlreiche Überzahlsituationen, wobei die Gastgeber diese Chancen wesentlich besser nutzten und drei Treffer in numerischer Überlegenheit erzielten, während die Düsseldorfer nur ein Powerplaytor markieren konnten. Bei den Grün-Weißen wirkten in dieser Partie Martin Hinterstocker und Simon Wenzel mit, am Sonntag musste aber Wenzel zur ersten Mannschaft abgestellt werden. Die Leistungsträger Niko Senger, Sinan Akdag, Anton Bernard fehlten ebenso wie die verletzten Marinus Kritzenberger und Dominik Unverzagt, so dass man auf nur noch fünf gelernte Verteidiger zurückgreifen konnte.

Die Schützlinge von Tom Schädler und Max Deisenberger gingen in der elften Minute durch Hinterstockers „Strich“ von der blauen Linie in Überzahl in Front. In der zwölften Minute reagierte SBR-Keeper Philipp Grubauer vor dem Düsseldorfer Thorsten Gries glänzend, im direkten Gegenzug traf Benedikt Stenzel zum 2:0. Zwei Rosenheimer Fehler begünstigten noch vor der ersten Pause den Ausgleich: In der 18. Minute verkürzte Alexander Berger auf 1:2, in Minute 20 gelang Diego Hofland nach einem Solo, bei dem die Starbulls-Verteidiger nur hinterherfuhren, das 2:2. Im zweiten Drittel kippte die Begegnung zunächst zugunsten der Gäste, die in der 29. Minute durch Marvin Moch erstmals in Führung gingen.

Tom Schädler wechselte daraufhin seinen Goalie und ersetzte den an diesem Tag glücklosen Grubauer durch Timon Ewert und es folgte die erhoffte Initialzündung für die Rosenheimer, die zwei Minuten später ein doppeltes Powerplay zum 3:3 nutzten. Torschütze war Philipp Quinlan nach herrlicher Vorarbeit von Peter Meier. Und es dauerte keine weiteren zwei Minuten, ehe Stenzel seine Farben wieder in Führung brachte. Im Schlussabschnitt erzielte Hinterstocker in der 49. Minute das 5:3, in der 57. Minute gelang der DEG der Anschlusstreffer, für die Entscheidung sorgte wiederum Hinterstocker 54 Sekunden vor dem Ende mit einem Empty-Net-Goal.

Im Match gegen die Eisbären sahen sich die Innstädter einem äußerst druckvoll beginnenden Gegner gegenüber. Doch Ewert, der den Rosenheimer Kasten hütete, reagierte in dieser Anfangsphase mehrmals stark und verhinderte einen frühen Rückstand. Erst eine Strafzeit gegen die Berliner brachte die Starbulls ins Spiel, doch sowohl dieses Powerplay, als auch zwei folgende Strafen gegen die Hauptstädter brachte keinen Torerfolg. So blieb es nach 20 Minuten beim torlosen Unentschieden. Torreicher wurde es im Mittelabschnitt: Nach einem Überzahltreffer von Robin Hanselko in der 25. Minute glich Patrick Kienscharf – ebenfalls in numerischer Überlegenheit – zum 1:1 aus. Doch nur 46 Sekunden hatten die Hausherren die passende Antwort parat, als Jens Feuerfeil einen Alleingang zum 2:1 abschloss. Allerdings hielt auch dieser Vorsprung nicht lange, denn Eisbär Sebastian Pigache vollendete einen Konter in Unterzahl in der 34. Minute zum 2:2. Dazwischen schickte Hauptschiedsrichter Vozar den Rosenheimer Peter Meier und den Berliner Daniel Weiß mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig zum Duschen.

Zu Beginn des Schlussabschnitts gab es die „kalte Dusche“ für die Starbulls: Nach nur 47 Sekunden traf Patrick Pohl zum 2:3, in der 48. Minute kamen die Berliner nach einer unnötigen Strafe von Quinlan zu einem Überzahlspiel, das sie nach nur neun Sekunden zum vierten Treffer nutzten. In Minute 54 kassierte Andreas Gawlik 2+2 Minuten, Tom Schädler nahm eine Auszeit und stimmte sein Team auf vier Powerplayminuten ein, was drei Sekunden vor Ablauf der ersten Strafe von Erfolg gekrönt war. Torschütze war Stenzel nach Vorarbeit von Karan Moallim und Hinterstocker. Die folgenden zwei Überzahlminuten überstanden die Eisbären zwar schadlos, 53 Sekunden vor der Schlusssirene musste allerdings der nächste Berliner auf die Strafbank und Ewert verließ seinen Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers. Das 6:4-Überzahl konnten die Grün-Weißen jedoch nicht mehr zum Ausgleich verwerten.

Nach der Schlusssirene erhielt Eisbären-Trainer Andreas Gensel eine Spieldauerdisziplinarstrafe, da er dem Schiedsrichter den Mittelfinger zeigte und sich mit den Worten „Du kannst nicht mal Bambini pfeifen“ verabschiedete. Gensel sah dies anders und sprach davon, dass der Schiedsrichter kein DNL-Niveau brachte, permanent unkorrekt ins Spiel eingegriffen und somit für viel Hektik und nicht nachvollziehbare Strafen für die Eisbären gesorgt habe. Außerdem unterstrich er, dass er gesagt hat „dass dieser Schiedsrichter in Berlin nicht mal Bambini pfeifen würde“.