DNL: Erstes Sechs-Punkte-Wochenende für Starbulls

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Ein Trauma ist beendet: Nachdem die bisherige Saison für die DNL-Mannschaft der Starbulls Rosenheim nicht immer positiv verlief, darf man endlich von einem optimalen Wochenende sprechen. Am Samstag bezwangen die Grün-Weißen die Berliner Eisbären Juniors nach einer dramatischen Schlussphase mit 5:2, am Sonntag folgte gegen das Tabellenschlusslicht ECC Preussen Juniors Berlin ein 4:2-Erfolg.

Aufgrund einiger Sperren vom letzten Wochenende mussten die Eisbären stark ersatzgeschwächt antreten. Außerdem steckten sie bei der Anreise nach Rosenheim im Stau, so dass die Partie mit 45-minütiger Verspätung in Szene ging. Im ersten Drittel tat sich vor den Toren nicht viel, obwohl es 28 Strafminuten hagelte und sich so für beide Teams einige Überzahlgelegenheiten ergaben. Dabei blieben ernsthafte Chancen Mangelware und daher waren keine Treffer zu vermelden. Der Mittelabschnitt begann mit einem Negativerlebnis auf Rosenheimer Seite: Angreifer Patrick Hager kassierte nach einem Bandencheck in der 21. Minute seine zweite Spieldauerdisziplinarstrafe innerhalb von 14 Tagen. Das folgende Unterzahlspiel dauerte allerdings nur zweieinhalb Minuten, denn da musste ein Berliner auf die Strafbank. Ab Mitte des Drittels ergaben sich für die Hausherren immer mehr Einschussmöglichkeiten und zwölf Sekunden vor der zweiten Pause gingen sie durch Thomas Weiszdorn in Front.

In den letzten 20 Minuten überschlugen sich die Ereignisse. In der 44. Minute erhöhte der von Spiel zu Spiel stärker werdende Martin Hinterstocker nach einem Solo zum 2:0. Das einzige Powerplay des Schlussdrittels wurde in der 46. Minute von den Gästen genutzt, die damit durch Constantin Braun verkürzten. Dass die Moral der Starbulls absolut intakt ist, bewies die 49. Minute. Wieder schnappte sich Hinterstocker die Scheibe, umspielte den Berliner Torhüter und schoss nach dieser sehenswerten Einzelleistung zum 3:1 ab. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende nahm der Eisbären-Trainer eine Auszeit und brachte für seinen Keeper einen sechsten Feldspieler. Diese Aktion war 70 Sekunden später von Erfolg gekrönt, als die Rosenheimer nicht mehr aus der eigenen Zone herauskamen. Der Torschütze hieß wiederum Braun. Somit war eine spannende Schlussphase garantiert. Die Hohenschönhausener holten erneut ihren Goalie vom Eis, verloren diesmal in der neutralen Zone den Puck an Weiszdorn, der gab weiter zum einmal mehr aufopferungsvoll rackernden Stephan Stiebinger, der die Scheibe in der 60. Minute in den leeren gegnerischen Kasten knallte. Stiebinger war es auch, der wenige Sekunden später alle Zweifel am Sieg beseitigte - er schloss einen schöne Kombination über Weiszdorn und Daniel Bucheli zum 5:2-Endstand ab.

Im Duell gegen West-Berlin waren drei Punkte fest einkalkuliert. Schließlich liegt der Gegner mit neun Zählern inzwischen abgeschlagen am Tabellenende und Rosenheim hatte noch etwas gutzumachen, nachdem es im November eine überraschende 3:4-Niederlage setzte. Die ersten 20 Minuten blieben wie schon am Vortag torlos. Zum Auftakt des Mittelabschnitts waren die Starbulls dafür hellwach und erzielten nach nur 15 Sekunden in Unterzahl das 1:0. Dominik Quinlan war es, der sich die Scheibe schnappte, ins gegnerische Drittel tankte und dann abschloss. Viel hatte der ECC nicht entgegenzusetzen, trotzdem konnten sie in der 32. Minute ausgleichen, weil die Rosenheimer Hintermannschaft Robert Fritsche ungedeckt ließ. Dieser Gegentreffer schien aber der Weckruf für die Schützlinge von Tom Schädler gewesen zu sein. In der 33. Minute markierten sie zwar das 2:1, was wegen Torraumabseits keine Anerkennung fand, eine Minute später war es dann doch soweit: Ein Schlagschuss von Weiszdorn brachte die erneute Führung, die die Hausherren nicht mehr aus der Hand gaben. In Minute 39 netzte Ralph Crisan in numerischer Überlegenheit zum 3:1 ein, was die Vorentscheidung bedeutete. Sollten die Berliner zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen gehegt haben, so wurden diese von Weiszdorn in der 44. Minute endgültig zerstört. Er sorgte für das 4:1 und damit für das erste Sechspunktewochenende der Saison. Der zweite Treffer der Gäste in der 54. Minute war nur mehr Ergebniskosmetik.

Nach diesen sechs Punkten kletterten die Starbulls in der Tabelle vom neunten auf den sechsten Rang und sind - obwohl den Sechsten und den Neunten nur ein einziger Punkt trennt - nun wieder mitten im Kampf um einen Play-off-Platz. Am kommenden Wochenende reisen die Rosenheimer ins Rheinland. Dort geht es am Samstag gegen die Kölner Junghaie und am Sonntag gegen den jetzigen Tabellenachten aus Krefeld. Anschließend folgen noch sieben Heimspiele.