Derby-Pleiten gegen Bad TölzStarbulls Rosenheim

Derby-Pleiten gegen Bad TölzDerby-Pleiten gegen Bad Tölz
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In einer von vielen Strafzeiten und Boxeinlagen geprägten Partie rannten die Rosenheimer, die ohne ihre Stammspieler Marvin Schägger, Max Schädler, Manuel Hillinger und Julian Karadakic auskommen mussten, bereits ab der vierten Minute (Torschütze war Philipp Wachter) einem Rückstand hinterher. Die beste Ausgleichschance im ersten Drittel hatte Tobias Flach in der 18.Minute bei einer Einzelaktion, er scheiterte aber an ECT-Torwart Konstantin Kessler, der in der achten Minute den verletzten Lukas Müller ablöste. Einen aus Sicht der Starbulls starken Auftakt in den Mittelabschnitt brachte zunächst Hoffnung auf die Wende. Nach nur 44 Sekunden sorgte nämlich Florian Gaschke für den Ausgleich, nachdem sich Raimund Hilger die Scheibe hinter dem gegnerischen Kasten erkämpfte. In der 27.Minute hatte erst Flach bei einem Alleingang, danach Benjamin Zientek Möglichkeiten zum Führungstreffer. In der Folge vergaben die Gastgeber ein Überzahlspiel und die Tölzer wurden wieder sicherer. Zunächst konnte SBR-Keeper Hannibal Weitzmann noch in höchster Not klären, als zwei Tölzer frei vor ihm standen, doch nur wenige Sekunden später war er chancenlos: Die Starbulls verloren im Powerplay, das an diesem Abend seinen Namen nicht verdiente, an der gegnerischen blauen Linie den Puck und Christian Heller schloss den Alleingang zum 2:1 für die Gäste ab. Beste Gelegenheiten zum Ausgleich vergaben kurz vor der Drittelpause Tobias Thalhammer und Raimund Hilger, die zu zweit ohne Gegner vor dem Tölzer Goalie standen (39.Minute) und Leopold Tausch (40.) bei einem Alleingang.

In der 41.Minute fälsche ein Rosenheimer einen Schuss von Peter Disl ins eigene Tor ab und die Hausherren ergaben sich ihrem Schicksal. „Eigentore können passieren, danach muss man aber weiter kämpfen“, so Trainer Schädler, der kurz darauf seine Mannschaft wieder in numerischer Überlegenheit sah. Doch anstatt in Überzahl um den Anschluss zu kämpfen, verstrickten sich die sogenannten Leistungsträger Zientek (zum zweiten Mal in diesem Spiel) und Tausch in Boxkämpfe. Während Zientek und sein Tölzer Kontrahent Thomas Fischer mit jeweils 2+2 Strafminuten auf die Strafbank marschierten, hatte Hauptschiedsrichter Andreas Aumüller bei Tausch und Thomas Schmid keine andere Wahl (beide Spieler zogen im Kampf ihre Handschuhe aus), als sie mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine zu schicken. In der 46.Minute blieb ein Bandencheck an Verteidiger Thalhammer ungeahndet und so hatte Max Kimmel keine Mühe zum 4:1 einzuschießen. Anschließend nahm Schädler eine Auszeit und geigte seinem Team die Meinung. „Die Jungs spielten genauso wie sie vergangene Woche trainierten. Da stimmte die Einstellung schon nicht und dann kann man den Schalter nicht einfach so umlegen, das klappt in keinem Sport“, so der Trainer nach der Partie. Doch auch nach der Auszeit war von Seiten der Starbulls keine Besserung in Sicht und so mussten sie noch zwei weitere Gegentore hinnehmen.

Mit einer deutlich besseren Einstellung gingen die Rosenheimer, die aufgrund der Sperre von Tausch mit nur drei Reihen antreten konnten, in Bad Tölz aufs Eis. In der sechsten und achten Minute trafen Johannes Fischer und Max Hüsken zum 2:0, durch Treffer von Flach und Hilger kamen die Starbulls bis zur 13.Minute zum Ausgleich. Danach brachen jedoch alle Dämme und so zogen der ECT innerhalb von zweieinhalb Minuten auf 5:2 davon. Besonders bitter war allerdings, dass bei den ersten drei Gegentoren stets die dritte Reihe auf dem Eis war und keine gute Figur machte. Dementsprechend stellte Schädler für etwa 15 Minuten auf zwei Blöcke um, während Bad Tölz mit vier Reihen agierte. „Da war dann richtig Druck und Power in unserem Spiel, leider brauchen wir aber zu viele Schüsse, um zum Torerfolg zu kommen“, so Schädler, der ergänzte, dass diese beiden Reihen Mitte des zweiten Drittels „einfach platt waren“, wodurch die dritte Reihe wieder zum Einsatz kam. Flach verkürzte durch einen verwandelten Penalty schließlich doch auf 3:5, in der 31.Minute stellte Kimmel jedoch den alten Abstand wieder her. Ein Powerplaytor im letzten Drittel durch Wachter besiegelte schließlich die 3:7-Niederlage.