Der Draft, von dem keiner wussteVor dem Sprung nach Nordamerika

Levin Markus im DNL-Trikot (Nr. 68, rechts im Bild) der Düsseldorfer EG - Foto Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie Levin Markus im DNL-Trikot (Nr. 68, rechts im Bild) der Düsseldorfer EG - Foto Sascha Staginski / Digital-Style-Fotografie
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Der GMHL Entry Draft war zu diesem Zeitpunkt schon vier Tage alt, doch bis dahin hat sich noch niemand bei Levin Markus gemeldet. Das kann auch daran liegen, dass Markus gerade in Nordamerika ist und in Chicago vorspielt. Der Ex-Krefelder und Spielervermittler Jay Luknowsky hat ihn sowie Marc Michaelis (Mannheim), Joachim Ramoser (Berlin) und Lukas Gärtner (Krefeld) zum „Global Tryout“ eingeladen. Dort spielen die Vier und ein paar Talente aus Frankreich und der Schweiz vor knapp 30 Trainern aus nordamerikanischen Juniorenligen.

Der aus Viersen stammende Levin Markus spielte bisher überwiegend in Krefeld. Nur in den letzten beiden Saisons ging es woanders hin. 2011/12 absolvierte er drei Spiele in der Jugend-Bundesliga bei den Hannover Indians. 2012/13 wechselte er dann nach 13 Spielen für die Krefelder DNL-Mannschaft innerhalb der Liga zur Düsseldorfer EG.

Bei der DEG sammelte Markus auch etwas internationale Erfahrung, als die DNL Mannschaft beim Red Bull Rookies Cup in Salzburg mitspielte. Ein kleines bisschen Internationale Erfahrung deswegen, weil nur noch Red Bull Salzburg beim Vierer-Turnier mitspielte. Außedem waren die Jungadler Mannheim und die Eisbären Berlin Junior dabei.

„Dankeschön, aber ich muss Ihnen ehrlich gestehen, dass ich dies noch nicht wusste“, antwortete Levin Markus auf meine Nachricht. Danach verrät Markus: „Meine Pläne für das nächste Jahr sind noch nicht ganz sicher, dennoch wäre es bestimmt ein Riesenerfolg, wenn ich in Nordamerika spielen könnte.“ Dass dieser Erfolg mit dem Draft der Blue Ice Jets näher kommt, wirft auch die Planungen ein wenig um. „Ja klar, ich muss mir natürlich erst einmal Gedanken über alles machen.“ Auch die Schule ist dabei ein Faktor. „In Düsseldorf bin ich ja auch noch gut aufgehoben, bis ich meine Schule fertig habe.“

Sein neues Team, die Toronto Blue Ice Jets, werden in der kommenden Saison erstmals unter diesem Namen auflaufen. Bis zum Ende der Saison hieß dieses Team noch Toronto Canada Moose. In einem offenen Brief ließ der damalige Besitzer des Teams, Marshall Uretsky, verlauten, dass er die Moose an eine Gruppe von Besitzern verkauft hat und diese das Team in Toronto Blue Ice Jets umtaufen ließe. Der Teamname erschließt sich durch einen Sponsor; die Blue Ice Hockey Sticks Company wird das Team mit Hockeyschlägern versorgen. Der neue Cheftrainer ist der 32-jährige Tom Kotsopoulos.

In der GMHL spielt aktuell noch ein zweiter Deutscher. Maximillian Deichstetter gehört zum Team der Temiscaming Titans. Auch Deichstetter hofft, dass Levin Markus in die Liga wechselt: „Ich bin gespannt!“

Ein Vorteil in der GMHL ist, dass die NCAA, also der College-Verband, diese Liga nicht als halbprofessionelle Liga ansieht und er somit auch in der GMHL spielen und danach zu einem College-Team wechseln kann, da dort keine Gehälter bezahlt werden. Wäre es nicht so, würde ihn das für ein Engagement bei einem College-Team disqualifzieren. Es gibt zwar noch verschiedene Möglichkeiten, trotz Gehalts für ein College zu spielen, doch ist dies nur wenigen möglich.