Das Leben in einer großen Sport-WGWie das Internat des KEV 81 funktioniert

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2006 gründeten der Krefelder EV 81 und der Jugendhilfeträger Marianum das Sport Internat in Krefeld. Junge Talente können ganzjährig in den Mannschaften des Krefelder Eislaufvereins Eishockey spielen und ihrem Traum von einer Profikarriere ein Stück näher kommen. Zusammen mit ihren Teamkollegen gehen die Jugendlichen zu anerkannten Schulen im Umkreis und haben so beste Gegebenheiten, Schule und ihre Leidenschaft zum Eishockey zu verbinden.

Nicht nur aus Deutschland kommen eifrige Nachwuchsspieler nach Krefeld. Drei ausländische Spieler vermerkt der KEV auf dem Papier. Neben Balazs Peter aus Rumänien und Wojtek Stachowiak aus Polen gesellte sich mit Jack Persson vor kurzem ein junges schwedisches Torwarttalent zum DNL-Team in Krefeld.

Hockeyweb besuchte die Jungs im Internat und hakte nach, wie sich das Leben in der Eishockeygemeinschafft abspielt.

Seit zwei Jahren lebt Stürmer Niklas Lahme bereits in dem Krefelder Sportinternat. 2013 kam der gebürtige Iserlohner nach seinem zweijährigen Kanadaaufenthalt nach Krefeld. „Während meiner Zeit im Ausland haben sich meine Eltern über die Möglichkeiten informiert, wie ich Eishockey und die schulische Ausbildung am besten verbinden kann. Trotz anderer Internate in Deutschland war Krefeld von Beginn an für mich die erste Wahl. Hier passte einfach alles, die Lage, das Team und vor allem die Schule“, sagt der Junge Angreifer. Wie vielen jungen Eishockeyspielern bleibt auch Niklas neben Training, Schule und Ausruhen in der Saison auch nicht viel Zeit für Familie und Freunde aus Iserlohn: „Meine Eltern besuchen mich oft, alte Freunde sehe ich nur in der Sommerpause“, so der 18-Jährige.

Gemeinsam mit Teamkollege Balazs Peter erzählte er uns von dem Alltag im Internat. „Es lebt sich hier wie in einer großen WG. Einen großen Unterschied zum Leben zu Hause gibt es nicht. Hier wird auf fast all unsere Wünsche eingegangen. Es macht richtig Spaß.“ Nur eines sind sich die Jungen einig: „Mama ist und bleibt einfach die beste Köchin.“

Balazs betont die gute Förderung in Krefeld: „Ich kam vor vier Jahren nach Krefeld. Mein U18-Nationaltrainer hat mir von dem Internat in Krefeld und der guten Förderung in der Deutschen Nachwuchsliga erzählt. Meine Ziele waren mir von Beginn an klar: Ich möchte viel erreichen und immer höher streben. Mein Ziel ist es, irgendwann in der NHL zu spielen.“

Mit Felix Kessinger kam diese Saison ein weiterer ambitionierter Spieler zum KEV. Wie auch seine Teamkollegen, recherchierte der damals noch 16-jährige Dresdner nach Möglichkeiten, einem renommierten Team in der DNL1 beizutreten. „Letzte Saison habe ich mit Dresden (DNL2) gegen Krefeld gespielt, das Team gefiel mir direkt.  Daraufhin habe ich bei den Vereinen per E-Mail angefragt und ein Probetraining vereinbart. Mitte Juli bin ich dann hierhergezogen.“ Im Rheinland gefällt es Felix sehr gut, er betont, dass in seiner Familie schon immer der Fokus auf Sport gelegen habe: „Meine Familie war schon immer sehr ehrgeizig den Sport betreffend. In der Saison heißt es bei mir täglich aufstehen, lernen, trainieren, essen und ausruhen, darin unterstützen uns die Verantwortlichen des Internats bestens. Alles ist sehr nah und fußläufig zu erreichen. Auch mit den anderen Jungs und den Mitschülern in der Schule verstehe ich mich sehr gut, aber natürlich ist es auch immer schön wenn die Familie zu Besuch kommt.“ In Felix‘ Fall darf ihn sogar auch die Freundin aus Dresden in Krefeld im Internat besuchen. Michael Dittmar, Betreuer des Internats, sagt schmunzelnd: „Wenn die Eltern einverstanden sind, dann dürfen natürlich auch Freunde hier bei den Jungs übernachten. Auch für die Eltern bieten wir in einem Apartment hier im Haus die Möglichkeit, in der Nähe ihrer Kindern zu übernachten.“

Allgemein haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Internat in Krefeld fast gleiche Gegebenheiten wie zu Hause, was das Sozialleben angeht. Darauf legen die Verantwortlichen auch großen Wert, schließlich sollen sich die Jungs wohlfühlen.

Der gute erste Eindruck zog Mitte dieser Saison einen jungen schwedischen Torwart nach Krefeld. Mit gerade einmal 16 Jahren zog Jack Persson nach Krefeld ins Internat. Bereits letztes Jahr lebte Jack nicht mehr in seiner Heimat Malmö. Um Eishockey zu spielen, zog er zum IFK Ore. „Mein Vater fand das Internat und den Verein im Internet, wir schrieben eine Bewerbung und wurden zum Tryout eingeladen.“ Eine kleine Verbindung zu Deutschland hat seine Familie durch Jacks Großmutter, sie ist gebürtig aus Deutschland.

Ehrlich erzählt Jack, wieso er aus dem Land des neunfachen Eishockey-Weltmeisters nach Deutschland zieht. „Hier ist die individuelle Förderung besser. In Schweden gibt es sehr viele Torhüter und somit eine starke Konkurrenz. Ich möchte größer werden und spielen können. Hier hat mir auf Anhieb alles gefallen, die Schule, das Team und auch die Leitung im Verein. Alle waren sehr freundlich und besonders gefällt mir, dass alles so eng zusammen ist.“

Nichtsdestotrotz war es für den Jungen ein großer Schritt, aus der Heimat in ein anderes Land zu ziehen. „In Schweden hatte ich zwei Jahre Deutsch in der Schule, aber davon ist nicht so viel hängen geblieben“, sagt er und lacht, „für mich gilt es hier, zunächst die Sprache zu lernen, dann gute Noten zu bekommen und allen voran Eishockey zu spielen und meinem Team eine Hilfe zu sein. Irgendwann möchte ich in die DEL und dann noch höher.“

Viele junge Talente sehen Krefeld als guten Einstieg in eine Profikarriere.  Michael Dittmar verrät die weiteren Pläne des Sportinternats in Krefeld: „Wir haben das Betreuungskonzept erweitert und einen neuen Caterer „Keppner Schulverpflegung“ aus Willich. Sie liefern uns jeden Tag frisches Essen in guter Qualität und achten auf die kohlenhydratreiche, sportlergerechte Ernährung. Zudem haben Kai Laux und Balazs Peter, zwei Over-Age-Spieler, die schon mit der Schule fertig sind, dort einen Mini-Job bekommen.“ Das Konzept des KEV81-Sportinternats ist in ständiger Entwicklung. Zurzeit wird auch das Gebäude saniert und modernisiert.

Das DNL-Team unter der Leitung von Trainer Elmar Schmitz kann diese Saison mit Sicherheit noch mehr erreichen. Derzeit steht der KEV auf Platz acht der Tabelle. Die derzeitige sportliche Entwicklung des Krefelder DEL-Clubs könnte mit Sicherheit auch noch dem ein oder andere DNL-Spieler des KEV81 zu Gute kommen. Franz Fritzmeier gilt allgemein als besonderer Förderer junger Talente.

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