Auf dem Weg zu fünf SternenVor dem DNL-Start: Was den KEV-Nachwuchs auszeichnet

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Überschüsse erwirtschaftet der Krefelder EV nicht. Umso beachtlicher ist es, was der Stammverein der Pinguine Jahr für Jahr leistet. „Wir stecken aber auch alles wieder in die Ausbildung“, sagt Dirk Plassmann, Besitzer des KEV-Vorstands. Am Wochenende startet die Deutsche Nachwuchsliga – und der Verein ist auf dem besten Wege, im neuen „Sterne-System“ zur Bewertung der Jugendarbeit die volle Zahl von fünf Sternen zu bekommen. „Allerdings“, so Plassmann, „darf die Situation der Rittberger-Halle nicht zum Dauerzustand werden.“

Denn aktuell kann der KEV die Trainingshalle neben der alten Rheinlandhalle und gegenüber dem König-Palast nicht nutzen. Ein Problem mit den Ammoniak-Leitungen sorgte dafür, dass die Trainingshalle gesperrt worden ist. „Derzeit wissen wir noch nicht, wann sich das wieder ändert. Irgendwann brauchen wir von der Stadt eine Perspektive. Ansonsten muss vielleicht auch einmal der König-Palast seiner Verantwortung gerecht werden“, so Plassmann – sprich: Die DEL-Arena müsste nach dem Wunsch des KEV Trainingszeiten für den Nachwuchs zur Verfügung stellen. „Zumindest in einer Übergangsphase.“

Sinnvoll wäre es, denn die Schwarz-Gelben gehören zu den führenden Ausbildungsvereinen Deutschlands. „In der vergangenen Saison haben wir vier Bambini-Mannschaften gemeldet. Das war einmalig in Deutschland“, berichtet Elmar Schmitz, DNL-Trainer und 2. Vorsitzender des KEV. Und genau hier setzt die Fünf-Sterne-Zertifizierung des Deutschen Eishockey-Bundes an. Die Start-Grundlage „Rekrutierung, Anfänger U8 und U10“ ist zwingend das erste Kriterium, das erfüllt werden muss. „Wir wollen diesen Bereich noch weiter ausbauen, gehen in die Schulen, bieten Laufzeiten an, um die Kinder für den Eishockeysport zu begeistern“, so Schmitz. Dann könnte man dem allgegenwärtigen Fußball Paroli bieten, einen größeren Pool an Eishockey spielenden Kindern und Jugendlichen aufbauen, sodass die Chance durch erhöhte Quantität auch mehr Qualität zu bekommen, größer wird. Die zweite Grundlage ist der Bereich „Aufbau U12 und U14“, danach können – in beliebiger Reihenfolge – die Sterne für „Umfeld“, „Leistung U16“ und „Leistung U19“ erfüllt werden. Dafür sind auch die Zahl der Trainingseinheiten vorgeschrieben. An sich kein Problem in Krefeld – sofern die Rittberger-Halle genutzt werden kann.

Aktuell dürften Christian Ehrhoff und Daniel Pietta die Spieler sein, die am ehesten dafür stehen, welche Qualität der KEV-Nachwuchs hervorzubringen vermag. Doch jedes Jahr schafft es der KEV, Spieler herauszubringen, die – auch durch die Vergabe von Förderlizenzen – an das DEL-Team herangeführt werden können. „Wir geben jungen Eishockeyspielern eine Perspektive, in ihrem Verein zu bleiben und in Krefeld Eishockey zu spielen.“

Neben den eigenen Talenten sorgt der KEV durch ein Internat, das 14 Nachwuchsspielern Platz bietet, auch immer wieder für zusätzliche Auffrischung. „Das macht Sinn“, sagt Schmitz, dessen Söhne Mike und Tom beispielsweise per Förderlizenz aktuell für den Oberligisten EV Duisburg spielen. Ein Beispiel ist der Rumäne Balasz Peter, der sogar Kapitän der DNL-Mannschaft ist. Plassmann: „Das ist eine Form von gelungener Integration, sportlich wie menschlich, da der Junge hier auch seine schulische Ausbildung vorantreibt.“

Eine Veränderung in der aktuellen Saison betrifft den Trainerstab. Denn erstmals seit etlichen Jahren wird Peter Kaczmarek keine Mannschaft als Coach übernehmen, wird aber weiterhin als Berater für den KEV tätig sein. „Peter Kaczmarek war genau der richtige Mann an der richtigen Stelle. Es gibt viele sehr gute Spieler, die von ihn ausgebildet worden sind“, sagt Rüdiger Noack, sportlicher Berater der DEL-Pinguine. Allerdings hat der KEV einen jungen Nachfolger gefunden. Robin Beckers, erst 24 Jahre alt, entsprechend akademisch an der Deutschen Sporthochschule in Köln ausgebildet, wird hauptamtlich beim KEV tätig sein und für den Nachwuchs von der Laufschule bis zu den Knaben zuständig sein. „Ich hatte Angebote aus der ganzen Republik, aber mein Blut ist nun einmal schwarz-gelb“, sagt Beckers. Seine Einstellung ist auch ein Grund, warum die Fünf-Sterne-Anforderungen durch den Verein voraussichtlich komplett erfüllt werden.

Dass es im Krefelder Nachwuchs offenbar gut läuft, zeigt auch, dass sich ein junger Torhüter beworben hat, der künftig zum DNL-Team gehören wird. Klingt, als sei es nichts Besonderes – aber der 15-jährige Jack Persson kommt aus Schweden. Schmitz: „Er sagt natürlich auch, dass es in Schweden in der Spitze schwierig wird. Es ist aber eine Auszeichnung, dass wir bei schwedischen Spielern auf dem Zettel stehen.“ Der aus Malmö stammende Keeper, der zuletzt für IFK Ore in der „J18-Elit“-Liga sowie im U16-Team des Clubs spielte, hat zudem einen deutschen Großvater.

Zur neuen Saison wird der KEV drei Bambini-, je zwei Kleinschüler- und Knaben- sowie je eine Schüler- und eine DNL-Mannschaft ins Rennen schicken. „Vielleicht“, so Schmitz, „melden wir auch wieder eine vierte Bambini-Mannschaft nach.“

Die DNL-Saison beginnt für den KEV am Wochenende mit den Duellen gegen den aktuellen Meister Jungadler Mannheim (5. September, 19.30 Uhr; 6. September, 10 Uhr, beide Rheinlandhalle).