Nach Zachs Rücktritt: Die Trainersuche hat begonnen

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Franz Reindl, Sportdirektor des DEB, zeigte sich geschockt, als ihm Hans Zach am Rande der WM-Auslosung in Innsbruck mitteilte, dass er nicht mehr länger Bundestrainer bleiben wolle.

Auch einen Tag später ließ sich Zach nicht mehr umstimmen, und so wurde die Entscheidung am Donnerstag publik, worauf das große Rauschen im Blätterwald ansetzte: Niemand hatte mit diesem überraschenden Schritt gerechnet.



Als Grund für seine Demission nannte Zach in erster Linie die öffentliche Kritik, die nach dem enttäuschenden Abschneiden seines Teams bei der WM auf ihn niedergeprasselt war. Diese Kritik scheint den dünnhäutigen Bundestrainer, der gegenüber missliebigen Spielern und Journalisten sehr wohl kräftig austeilen konnte, so getroffen zu haben, dass er sich gleich ganz zurückzog. Zach nannte Fachjournalisten, die seine Fehler auflisteten, „Lausbuben, die grün hinter den Ohren sind und glauben, meine Personalpolitik kritisieren zu müssen“.

Typisch Zach: Kein Wort des Selbsteingeständnisses, dass die deutsche Mannschaft trotz vierwöchiger Vorbereitung in Prag zumeist grottenschlechte Spiele gezeigt hatte. Kein Wort über das unterirdische Überzahlspiel oder die verfehlte Personalauswahl. Nein, die Presse ist schuld an seinem Rücktritt.



Beim DEB, der von Zachs Rückzug anscheinend total überrascht worden ist, muss jetzt der Blick nach vorne gehen. Bereits am kommenden Montag wird Franz Reindl zusammen mit dem bisherigen Assistenztrainer Ernst Höfner den Kader für den World-Cup im August benennen. Ob Höfner allerdings seinem ehemaligen Sturmkollegen Zach auf dem Posten des Bundestrainers folgen wird, steht noch in den Sternen. Es gibt nicht wenige Eishockeyexperten, die eine andere Lösung bevorzugen würden. Die zuletzt (im Gegensatz zu Kölns Coach Zach) in der DEL erfolgreichen Trainer Poss, Pagé oder Chernomaz könnten dem Nationalteam sicher neue Impulse geben. Wobei Nürnbergs Coach Greg Poss, bei der letzten WM Assistent des US-Teams, gegenüber diversen Medien schon sein grundsätzliches Interesse erklärt hat. Allerdings gäbe es bei dieser Lösung wieder den bei Zach kritisierten Konflikt in Form der Doppelfunktion Club- und Bundestrainer. Vielleicht wäre der DEB daher besser beraten, einen Trainer zu berufen, der sich ausschließlich um die Nationalmannschaft kümmert. Doch woher nehmen und nicht stehlen?

Die Führungscrew um Franz Reindl ist auf jeden Fall nicht zu beneiden. Schließlich hat sich Hans Zach, trotz offenkundig gemachter Fehler, auch Verdienste um die Nationalmannschaft erworben. In seiner sechsjährigen Amtszeit ist das Team in der Weltrangliste immerhin um 12 Plätze nach oben gestiegen. Und diesen achten Rang, in Verbindung mit einer attraktiveren offensiven Spielweise, zu halten, müsste das erklärte Ziel des neuen Bundestrainers sein. (an)

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