Len Soccio und der Aufschwung Deutschlands

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Len Soccio hat in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft schon einiges mitgemacht. Die erste Olympia-Qualifikation mit einem drittklassigen Gegner wie Jugoslawien, die B-WM in Polen mit Spielen gegen die Niederlande oder Estland. Der mittlerweile 35-Jährige ist dabei, seit der Aufschwung begann. Der Aufschwung, der die deutsche Auswahl nun schon zum dritten Mal in Folge in ein WM-Viertelfinale geführt hat.

Wer könnte also besser erklären, warum der stete Aufstieg der Deutschen immer weitergeht, auch wenn alle NHL-Profis und wichtige Leistungsträger fehlen. Da Soccio obendrein noch gebürtiger Kanadier ist, ist der Mittelstürmer der Hannover Scorpions bei Weltmeisterschaften immer ein besonders begehrter Gesprächspartner. So auch in Helsinki, wo er einmal den deutschen Höhenflug erklären sollte.

Soccio verssuchte es mit dem Satz: "Wir sind hungrig." Nicht, dass das Essen im Mannschaftshotel gleich neben der Hartwall-Arena zu schlecht sein. Nein, so meinte es der Deutsch-Kanadier nicht. Vielmehr versuchte er das Phänomen zu erklären, dass trotz aller Widrigkeiten in der Vorbereitung und vieler Absagen immer wieder junge Spieler die Lücken schließen - und am Ende die Mannschaft nicht nur die Erfolge der vergangenen beiden Jahre wiederholt, sondern ihr Niveau auch noch steigert.

"Die Jungen sind hungrig, sie wollen unbedingt dabei sein", wiederholte Soccio und versuchte es dann mit einer anderen Formulierung: "Die Topnationen haben die ganz großen Techniker, die haben wir nicht. Aber wir haben einen tollen Zusammenhalt auf dem Eis. Jeder ist bereit, das Letzte zu geben." Von dieser Atmosphäre profitieren die jungen Spieler, die mittlerweile selbst zu Leistungsträgern geworden sind: "Sie haben in den letzten drei, vier Jahren schon sehr viel Erfahrung gesammelt."

So viel, dass selbst Sportdirektor Franz Reindl staunt. "Es wird immer besser. Die Tendenz geht klar nach oben, das ist fast schon ein bisschen unheimlich." Für ihn hat das Phänomen einen Namen: Hans Zach. "Er hat ein Gefühl für die richtigen Typen. Und die zahlen es ihm zurück. Genau das ist das Phänomen."

Soccio widerspricht nicht. "Bei uns weiß jeder: Wir müssen für den Erfolg immer hart arbeiten. Wenn wir nicht 100 Prozent leisten, haben wir keine Chance." Und diese Einstellung, die "Mister 100 Prozent" vorlebt, ist das eigentliche Erfolgsrezept der Zach-Truppe.

Wenn es nach dem künftigen Hamburger geht, ist das Viertelfinale noch nicht die Endstation. "Mit ein bisschen Glück kommen wir weiter", glaubt Soccio. Damit das gelingt, hat Zach seinen Spielern nach dem 5:1 gegen Österreich vor allem eines mit auf den Weg gegeben: "Sie müssen jetzt viel essen und trinken." Der Hunger auf dem Eis soll schließlich nicht am leeren Magen liegen.


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