Jakob Kölliker: "Ich bin ein loyaler Trainer!"Vor dem Debüt

Jakob Kölliker - Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.deJakob Kölliker - Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de
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Am heutigen Freitag steht dem Schweizer Jakob Kölliker das Debüt als Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft bevor. Dass es gegen sein Heimatland Schweiz geht, bewegt Kölliker dabei recht wenig. Er ist fokussiert auf die Arbeit mit den Spielern.

Der Weg zum Bundestrainer

Der Rhein entspringt in der Schweiz. Da ist es keine Überraschung, wenn Jakob Kölliker gegenüber Hockeyweb sagt: „Da muss noch viel Wasser den Rhein hinunter laufen.“ Der Schweizer galt schon im Mai als der Topkandidat für die Nachfolge von Uwe Krupp als Bundestrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Er war eher zurückhaltend, als es darum ging, eine Meldung über seine Verpflichtung schon einen Tag vor der Bekanntgabe zu bestätigen. „Schön wär’s“, sagt er noch. Nur wenige Stunden später bestätigte DEB-Präsident Uwe Harnos gegenüber Hockeyweb, dass Kölliker neuer Bundestrainer wird.

Zuvor bestätigte der 57-jährige Kölliker den Kontakt zum Deutschen Eishockey-Bund. „Erst gab es eine Flaute, dann wurde es wieder hektisch.“ Jedenfalls war die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass Kölliker tatsächlich Bundestrainer wird. Gemeinsam mit Ralph Krueger, gemeinhin einst als Wunschkandidat des DEB bezeichnet, das Schweizer Eishockey der letzten Jahre geprägt. Von 1998 bis 2010 war „Köbi“ Kölliker der Assistent Kruegers und gleichzeitig Cheftrainer der schweizerischen U-20-Nationalmannschaft. „Ich war außerdem in einigen Gremien des Schweizer Verbandes tätig“, so Kölliker. Dabei war er maßgeblich an einer Entwicklung einer Junioren-Struktur beteiligt, die dem Nachwuchs der Eidgenossen offenbar sehr geholfen hat.

Konzept woran die Spieler glauben

Sich selbst als Trainer zu beschreiben, fällt Kölliker schwer. „Das sind oft ja oft nur Floskeln. Defensiv. Offensiv. Beides ist wichtig. Es geht aber vor allem darum, ein Konzept zu haben, woran die Spieler glauben. Ich bin ein loyaler Trainer, fordere aber auch viel, gerade von jungen Spielern.“

Ruhiger Eidgenosse

In der Schweiz gilt er als sehr ruhiger Trainer, jemand der mit Gelassenheit die Dinge angeht und sich auch in schwierigen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Der am 21. Juli 1953 geboren Jakob Kölliker stammt aus Biel und spielte von 1972 bis 1985 sowie von 1989 bis 1993 für den EHC Biel in der Schweizer Nationalliga B und A. Dazwischen lag ein Engagement beim HC Ambri-Piotta. 1993 wurde er Trainer beim SC Langnau, ehe 1998 zum Schweizer Verband wechselte. Als Verteidiger wurde er dreimal Meister mit dem EHC Biel und war mit 213 Länderspielen, zwölf WM- und zwei Olympia-Teilnahmen lange Zeit Rekordnationalspieler der Schweiz, was bislang nur von zwei Spielern übertroffen worden ist.