Im zweiten Drittel durchgestartetDeutschland - Lettland 3:4 n.P.

Und drin war das Ding - in der 54. Minute gelang der jungen deutschen Mannschaft die 3:2-Führung, nachdem Lettland schon 2:0 vorne lag. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)Und drin war das Ding - in der 54. Minute gelang der jungen deutschen Mannschaft die 3:2-Führung, nachdem Lettland schon 2:0 vorne lag. (Foto: Roland Christ - www.rc-du.de)
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Letten beginnen bärenstark

Dass sich hier zwei Teams mit unterschiedlichen Zielen gegenüberstehen, wurde schnell deutlich. Auf der einen Seite Lettland, das sich mit seinem A-Kader auf die Olympischen Spiele in Sotschi vorbereitet. Auf der anderen Seite der deutsche Perspektivkader mit vielen Debütanten, die vor allem die Aufgabe haben, sich in den Fokus des Bundestrainers zu spielen. Die Folge: Lettland spielte deutlich reifer, technisch versierter. Phasenweise konnte sich die deutsche Mannschaft kaum aus dem eigenen Drittel befreien. Die Abstimmung in der Mannschaft von Pat Cortina fehlte im ersten Drittel nach nur einer gemeinsamen Trainingseinheit vollkommen – das 0:1 von Armand Berzins nach genau neun Minuten war ein Beispiel dafür. Nach einem langen Pass war Kaspars Saulietis durch, drehte sich per 360-Grad-Kreisel um seinen deutschen Gegenspieler. Seinen Pass verwandelte Berzins im Nachschuss. Bitter wurde es in der zwölften Minute. In eigener Überzahl rutschte Christopher Fischer die Scheibe an der blauen Linie durch. Den folgenden Alleingang verwandelte Miks Indrasis. Zehn Sekunden vor der Pause durften die Deutschen jubeln. Ein Schuss von Alexander Oblinger rauschte am Tor vorbei; den Abpraller bugsierte aber Thomas Oppenheimer ins Netz.

Plötzlich „brannte“ das Spiel

Der Anschluss machte Hoffnung, aber auf dem Eis sah es auch im zweiten Drittel zunächst weiterhin nicht so gut aus. Als Deutschland ab der 25. Minute fast zwei Minuten in 3:5-Unterzahl spielte, schien es nur eine Frage zu sein, wann die Letten erneut treffen. Doch die Deutschen kämpften sich ins Spiel zurück. Als das DEB-Team komplett war, gab es erstmals lauten Szenenapplaus. Und plötzlich waren sie da. Die Fans, die nun richtig Gas gaben, und mit ihnen die Spieler. Auf einmal ging es „Coast-to-Coast“, oder einfach vom einen Ende des Gysenbergs an den andern. Die Deutschen trauten sich viel mehr zu, die Pässe kamen an und in der 31. Minute hatte Daryl Boyle in Überzahl nur noch das leere Tor vor sich. Doch auf einmal tauchte Lettlands Goalie Edgars Masalskis, der 2008/09 für den EV Duisburg in der DEL gespielt hatte, ab, machte sich lang und holte den Puck tatsächlich noch raus. Auf einmal „brannte“ dieses Spiel. Es ging rund.

Remis nach 60 Minuten

Und plötzlich stand es 2:2. Nach 50 Sekunden im letzten Abschnitt handelten sich die Letten eine Strafzeit an. Kurz darauf schien Frank Mauer schon am Tor vorbeigelaufen sein, brachte den Puck aber Richtung Masalskis – und vom Goalie prallte die Scheibe ins Netz ab. Und die Deutschen drehten die Partie tatsächlich noch. Gerrit Fauser legte ab, Armin Wurm traf zum 3:2 (54.). Doch 45 Sekunden vor Ende glich Andris Dzerins in Überzahl und mit sechstem Feldspieler aus. Die Verlängerung blieb torlos. Im Penaltyschießen entschied Mikelis Redlihs die Partie.

Tore:
0:1 (9:00) Armands Berzins (Kaspars Saulietis, Arturs Kulda)
0:2 (11:23) Miks Indrasis (Jekabs Redlihs/4-5)
1:2 (19:50) Thomas Oppenheimer (Alexander Oblinger, Sinan Akdag)
2:2 (41:20) Frank Mauer (Christopher Fischer, Patrick Hager/5-4)
3:2 (53:12) Armin Wurm (Gerrit Fauser, Matthias Plachta)
3:3 (59:15) Andris Dzerins (Miks Indrasis, Arturs Kulda/6-4)
3:4 (65:00) Mikelis Redlihs (Penalty)

Strafen: Deutschland 6, Lettland 8
Schiedsrichter: Markus Krawinkel, Ramin Yazdi
Zuschauer: 3250