Im Spiel der Junioren macht Landshut kurzen ProzessU20-Nationalmannschaft im Pokal ausgeschieden

U20-Trainer Ernst Höfner hat noch dreieinhalb Wochen bis zur B-WM. Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.deU20-Trainer Ernst Höfner hat noch dreieinhalb Wochen bis zur B-WM. Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de
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Nur wenige Zuschauer kamen ins Stadion am Gutenbergweg, um das vierte Spiel der deutschen Nachwuchsauswahl binnen sechs Tagen zu sehen. So machte deren Trainer Ernst Höfner später auch „die fehlende Spritzigkeit“ seiner Jungs als Hauptgrund für die klare Überlegenheit des Bundesliga-Spitzenreiters aus. Während sein U 20-Team mit Platz 2 im Gepäck gerade von einem Vier-Nationen-Turnier aus der Slowakei zurück kam, nutzte Landshut die Deutschland-Cup-Pause, um seine Akkus nach dem ersten Saisonviertel wieder aufzufüllen.

Allerdings hatten die Zuschauer es in sich: Da wo die Landshuter Urgesteine Alois Schloder (Kapitän der einzigen deutschen Olympia-Bronzemedaillen-Gewinner 1976), sein damaliger Sturmpartner Erich Kühnhackl (immerhin Deutschlands Spieler des Jahrhunderts) oder auch Gerd Truntschka (achtmaliger Deutscher Meister und, nach Kühnhackl, zweitbester Erstliga-Scorer aller Zeiten) in ihren Karrieren schon waren, wollen die jungen Cracks schließlich erst noch hin. Zudem begutachteten Augsburgs Cheftrainer Larry Mitchell und DEB-Präsident Uwe Harnos den deutschen Nachwuchs vorort und schließlich waren auch Nürnbergs Ice Tigers Manager Lenz Funk jun. sowie sein Münchner Kollege Christian Winkler am Gutenbergweg angemeldet, wurden aber nicht gesichtet.

Dem Anlaß entsprechend, verjüngten auch die Cannibals ihr Gesicht: Für Steve Hanusch verteidigte diesmal Eigengewächs Bastian Krämmer neben Heiko Smazal in der dritten Reihe und die DNL-Stürmer Florian Zimmermann und Marco Sedlar spielten zusammen mit Sebastian Busch als vierter Sturm durch. Allerdings begann Stammkeeper Sebastian Vogl im Tor der Hausherren, die damit von vornherein deutlich machten, nichts verschenken zu wollen. Acht Minuten vor Schluß durfte dann auch Landshuts Junior Thomas Hingel für Vogl ins Geschehen eingreifen und mußte dabei gleich zweimal hinter sich greifen. Ihr Gegenüber war diesmal der Hamburg Freezer Jimmy Hertel, der mit einer Förderlizenz bei Oberligist FASS Berlin Spielpraxis sammelt.

Vermutlich wünschte sich Hertel ein um’s andere Mal in seine Clubteams zurück, wurde er doch von seinen Verteidigern oft sträflich allein gelassen. So waren die Tore eins, zwei und sechs nahezu Abziehbilder, als der im Torraum frei liegende Puck jeweils nur noch von einem Isar-Kannibalen über die Linie gedrückt werden mußte. Gleich zweimal vermochte sich der lange Florian Zimmermann in die Torschützenliste einzutragen, und während sich Landshuts Manager Bernd Truntschka in Anbetracht der Gästeliste schon um den Verbleib seines Youngsters sorgte, muß Höfner sich fragen lassen, ob er an der Zusammensetzung seines Kaders womöglich noch ein bischen basteln muß. Diese Frage betrifft sicher auch Stephan Kronthaler, der als Stamm-Verteidiger hinter Landshuts Billy-Trew-Reihe schon während der gesamten Saison einen starken Part gibt und zudem auch in der Spieleröffnung Akzente zu setzen vermag. So zu sehen bei seinem Traumpaß auf Frantisek Mrazek, der vom eigenen Tor steil an die gegnerische blaue Linie gespielt, sämtliche Abwehrfäden durchtrennte.

Allerdings richtet sich Höfners Blick, dreieinhalb Wochen vor dem B-WM-Turnier in Garmisch-Partenkirchen, das den Wiederaufstieg in die U 20-A-Gruppe bringen soll, nach Nordamerika. Zehn seiner Spieler hat er dort kürzlich beobachtet und deren Freistellung für das Turnier erwirkt. Ganz oben auf der Liste stehen dabei Goalie Mathias Niederberger von den Barrie Colts und Tom Kühnhackl. Letzterer könnte, da in der Liga bis Januar gesperrt und von seiner Knie-Verletzung in Kürze genesen, möglicherweise schon frühzeitig zum Training in die Heimat reisen.

Am 03. Dezember wird Höfner seine hierzulande tätigen Spieler zur Vorbereitung in Füssen versammeln, wo am Dienstag und Mittwoch darauf noch zwei Testspiele gegen Japan anstehen. Beim zweiten Vergleich sollen dann möglichst bereits die Nordamerika-Legionäre dabei sein. Am 11. Dezember startet dann das Unternehmen Wiederaufstieg mit dem Spiel gegen Weißrußland.


Tore: 1:0 (8.) Zimmermann, 2:0 (13.) Geipel (Kracik, Bires), 3:0 (27.) M. Brandl (Kapstad, Trew) 5-4, 4:0 (43.) Thornton (Trew, Welz), 5:0 (44.) Zimmermann (Busch), 6:0 (49.) Mrazek (Bires, Kracik), 6:1 (57.) Renner (Pauli) 5-4, 6:2 (58.) Schäffler (Farny)

Strafen: Landshut 6, U 20-Nationalmannschaft 6

HSR: Zehetleitner , LR: Adam, Flad

Zuschauer: 836