Im alten Löwen-Revier: Länderspiele in OberhausenDie WM-Vorbereitung beginnt

Stefan Endraß (Geschäftsführer der Eishockey-Nationalmannschaft-Vermarktungs-GmbH), Nationalspieler Daniel Pietta, Bundestrainer Pat Cortina und Johannes Partow (Geschäftsführer der König-Pilsener-Arena; von links) auf dem frisch aufbereiteten Eis in OberStefan Endraß (Geschäftsführer der Eishockey-Nationalmannschaft-Vermarktungs-GmbH), Nationalspieler Daniel Pietta, Bundestrainer Pat Cortina und Johannes Partow (Geschäftsführer der König-Pilsener-Arena; von links) auf dem frisch aufbereiteten Eis in Ober
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Das Eis ist bereitet, die Banden stehen – es kann losgehen. In Oberhausen, einem Standort, an dem von 1997 bis 2002 DEL-Eishockey gespielt worden ist, seither – und vorher – aber nicht, beginnt für die Mannschaft von Bundestrainer Pat Cortina die Vorbereitung auf die Eishockey-Weltmeisterschaft, die vom 1. bis zum 17. Mai in Tschechien über die Bühne gehen wird.

Aber warum eigentlich in Oberhausen? „Zum einen gibt es hier ein Team, das uns viel Arbeit abnimmt, die wir an anderen Standorten selbst erledigen müssten“, sagte Stefan Endraß, der Geschäftsführer der Eishockey-Nationalmannschaft-Vermarktungs-GmbH. „Außerdem haben wir hier ein riesiges Einzugsgebiet mit vielen eishockey-verrückten Fans.“ Ein weiterer Grund ist die Planung aufgrund der zu diesem Zeitpunkt laufenden Play-offs. „Man muss so etwas ja lange im Vorfeld planen, von daher ist es hier in Oberhausen einfacher.“ Da sich dieses Problem logischerweise Jahr für Jahr ergibt, drängt sich die Frage auf, ob diese beiden Spiele auch ein Probelauf für weitere Länderspiele der Nationalmannschaft in Oberhausen sind. „Ja“, sagt Endraß mit einem Lächeln, „so kann man das interpretieren.“ Für das erste Spiel am Sonntag hofft Endraß, den Rekord für deutsche Heimspiele in der Euro Hockey Challenge brechen zu können. „Das sind die 5500 vom Spiel gegen Schweden in Krefeld. Für Sonntag sieht es gut aus, der Verkauf für Montag läuft eher schleppend.“ Kein Wunder, das ist ja auch ein Play-off-Spieltag. Ein kleines Problem, das sich aus dem Dasein einer Multifunktionsarena ergibt: Am Samstag weicht die Nationalmannschaft für das Training ins direkt benachbarte Duisburg aus. Ein James-Last-Konzert ist der Grund.

Johannes Partow, der Geschäftsführer der König-Pilsener-Arena in Oberhausen, ist jedenfalls begeistert. Der Aufwand, nach so langer Zeit wieder alles für ein Eishockeyspiel herzurichten, ist nicht gering. „Wir haben da auch einige Mitarbeiter aus dem Ruhestand geholt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Dennoch war die Zeitspanne von DEB-Anfrage übers Überlegen hin zur Zusage kurz: „Drei Sekunden. Vielleicht auch weniger.“

Bundestrainer Pat Cortina, aktuell mit heiserer Stimme unterwegs, muss wie immer natürlich auf die noch in den Play-offs sich befindenden Spieler verzichten. „In etwa zehn“, bezifferte er die Zahl der DEL-Spieler, die noch zum aktuellen 25-Mann-Kader dazu kommen könnten, aus dem sich dann irgendwann der WM-Kader bilden wird. „Ich habe auch unsere Spieler in Nordamerika besucht. Es hängt natürlich viel davon ab, ob die jeweiligen Clubs in den Play-offs spielen. Aber es hat niemand grundsätzlich abgesagt.“

Dass Cortinas eigene Zukunft als Bundestrainer – sein Vertrag läuft aus – über die WM hinaus nicht sicher ist, beschäftigt ihn derzeit nicht. „Es wäre der Mannschaft gegenüber nicht fair, wenn meine Gedanken derzeit woanders wären als beim Team. Ich freue mich erst einmal auf die sechs Wochen vom heutigen 1. April bis zum 17. Mai. Danach sehen wir weiter. Die Gespräche über meinen Vertrag sind bewusst auf die Zeit nach der WM festgelegt worden“, so Cortina.

Einer der Debütanten ist der Iserlohner Brent Raedeke von den Iserlohn Roosters, der die Sauerländer allerdings verlässt. Der Mannheimer Morgen hat bereits gemeldet, dass sich der Angreifer den Adlern Mannheim anschließen werde. Eine Bestätigung des DEL-Hauptrundensiegers steht angesichts der laufenden Play-offs freilich noch aus. „Es ist gut, ihn dabei zu haben, gerade weil uns derzeit noch die Center fehlen. Daniel Pietta ist gut, aber kann ja nicht in allen vier Reihen spielen“, scherzte Cortina. Gespannt ist er auch auf das Debüt des 2,06-Meter-Verteidigerhünen Oliver Mebus. „Ich bin gespannt zu sehen, wie weit er schon ist. Seine Trainer aus Krefeld berichten nur Gutes.“ Ein derart großer Verteidiger würde, wenn es sportlich klappt, sicher auch dem einen oder anderen Russen, Schweden oder Tschechen etwas Respekt abverlangen. Außerdem geben Torhüter Mathias Niederberger und Verteidiger Jonas Müller (beide Eisbären Berlin) ihr Debüt.

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