Einmal den Glanz angekratzt

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Einmal durfte das deutsche Nationalteam am Glanz des Goldmedaillengewinners der Paralympics von Turin 2006 kratzen. Als am vergangenen Freitag im Mellendorfer Icehouse die erste Begegnung zwischen den Sledge-Eishockey-Nationalmannschaften aus Kanada und Deutschland nach einem packenden Spiel mit einem Endstand von 3:3 zeigte, wie weit sich das Deutsche Team unter Nationaltrainerduo Michael Gursinsky und Wolfgang Kempe spieltechnisch entwickelt hat. Die Tore für Deutschland erzielten dabei Sebastian Kessler und Frank Rennhack.

Bereits einen Tag später, am Sonnabend, zeigte sich bereits die gravierende Schwäche des deutschen Teams. Konnten die Spieler noch in den ersten beiden Dritteln der zweiten Begegnung dieses Turniers mit dem Leistungsvermögen der Kanadier mithalten, sogar mit einem Anschlusstreffer (Kessler / Vorlage Bleidorn) an die mittlerweile von den Ahornblättern erzielte 4:0 Führung anknüpfen, so zeigte der Schlussabschnitt dann deutliche konditionelle Schwächen in den Deutschen Reihen.

Die dritte Begegnung beider Teams am Sonntag stellte zunächst einmal ein Novum dar. Vor 1.200 Zuschauern trafen die Nationalmannschaften in der TUI-Arena zusammen. Die Leistung der deutschen Mannschaft wurde der großen Bühne nicht gerecht. Von Spielbeginn an dominierten die Gäste aus Kanada. In den ersten beiden Spielabschnitten konnte das Ergebnis gegen die quirlig aufspielenden Kanadier mit jeweils 0:2 erträglich gehalten werden. Im Schlussabschnitt hatte das deutsche Team den konditionell deutlich überlegenen Gästen nichts mehr entgegenzusetzen.

„Der Endstand von 0:9 für Kanada und der gesamte Turnierverlauf zeigen klar auf, wo die Schwächen in der deutschen Nationalmannschaft zu finden sind. Wir müssten, um in der Weltspitze weiter mithalten zu können und Medaillenchancen zu haben, unser Trainingspensum deutlich erhöhen, die Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Hannover weiter ausbauen und erheblich mehr Unterstützung vom DBS e.V. (Deutscher-Behindertensportverband) erhalten. Bisher erhalten wir neben einer Grundversorgung am OSP und einem Quantum von 10 Trainingstagen und einem Auslandsaufenthalt, die vom DBS finanziert werden viel zu geringe Unterstützung durch staatliche Stellen. Damit lässt sich auf gar keinen Fall in der Weltelite mitspielen. Glücklicherweise können wir mit den Mitteln unseres Sponsors RadissonSAS weitere Trainingsmaßnahmen finanzieren. Aber auch das reicht, wie wir bereits in Turin feststellen mussten, maximal bis zum Platz 4 unter den Nationen. Wir hoffen unbedingt auf eine neuen zentralen Bundesstützpunkt in der in Langenhagen geplanten Eissporthalle und auf zusätzliche Mittel. Dabei sind uns interessierte Sponsoren herzlich willkommen", kommentiert Gerd Bleidorn, Fachbereichsleiter Sledge-Eishockey beim DRS e.V. (Deutscher Rollstuhlsportverband) und DBS e.V.