Deutschland-Cup: DEB-Team verliert auch das dritte Spiel unter Greg Poss

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Das Ergebnis lässt Schlimmes vermuten, doch wenn man sich die einzelnen Drittelergebnisse (1:1; 0:0; 5:1) ansieht und berücksichtigt, dass die letzten beiden Tore Empty Net Goals waren, relativiert sich alles wieder ein wenig.



Der Deutsche Kader des Spiels gegen die Slowakei:

Tor: Dimitrij Kotschnew, (Robert Müller)

1. Block: Benjamin Barz, Tomas Martinec, Petr Fical, Lasse Kopitz, Stefan Schauer

2. Block: Klaus Kathan, Christoph Ullmann, Sebastian Furchner, Felix Petermann, Alexander Sulzer

3. Block: Stefan Ustorf, Alexander Barta, Eduard Lewandowski, Sascha Goc, Stephan Retzer

4. Block: Jan Benda, Jochen Hecht, Daniel Kreutzer, Shane Wright, Rob Leask

Nicht zum Einsatz kamen: Oliver Jonas, Patrick Köppchen, David Sulkovsky, Michael Hackert, Sven Felski

Statistik:

Tore: 1:0 (16:43)PP Kukumberg (Bartek), (Strbak); 1:1. (17:47) UZ Ustorf (Barta), (Leask); 2:1 (40:55) Bartecko (Ciernik); 3:1 (41:46) Cibak (Hossa), (Hudec); 4:1 (52:55) Hujsa (Huna), (Stefanka); 4:2 (58:07)PP Retzer (Barta), (Furchner); 5:2 (59:09)EN Bartek (Ciernik), (Bartecko); 6:2 (59:44)EN Starosta

Strafen: DEB 16+10 (Retzer), Slowakei 16 + 25 (Kukumberg)

Zuschauer: 3.790



Vor der ersten Begegnung des Samstags wurde Kapitän Stefan Ustorf für sein 100. Länderspiel geehrt. Gleich von der ersten Sekunde an machte das deutsche Team Druck auf das slowakische Tor. Als sie in der zweiten Minute gleich die Gelegenheit zum Powerplay bekamen, legten die Deutschen auch ein chancenreiches und sehenswertes Überzahlspiel hin, welches aber nicht vom Torerfolg gekrönt war.

Leider zog sich das Dilemma symptomatisch durch das gesamte Spiel. Von der neunten bis zur dreizehnten Minute spielte das DEB-Team in Überzahl, zeitweise sogar mit 5 gegen 3, aber sie bekamen den Puck nicht im Gehäuse der Slowaken unter. In dieser Phase wurde Jochen Hecht unglücklich an die Bande gecheckt, so dass er vom Eis musste. Wie sich herausstellte, hat er eine Armverletzung davon getragen und wird laut Greg Poss auch morgen nicht mehr eingesetzt.



In der 14. bekam Daniel Kreutzer eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Meckerns, kurz darauf leistete ihm Shane Wright auf der Strafbank Gesellschaft und die beiden durften von dort aus mitansehen, wie die Slowaken ihr Überzahlspiel effektiver nutzten, als das deutsche Team. Kukumberg sorgte für den slowakischen Führungstreffer (17.).

Als anschliessend Petr Fical auf die Strafbank musste, legte die DEB-Auswahl los und lieferte ein kompaktes Unterzahlspiel ab, welches seinen Gipfel in einer schönen Konterchance fand, die Kapitän Stefan Ustorf zum 1:1-Ausgleich verwandelte.

Im zweiten Drittel hatten die Deutschen mehrfach die Möglichkeit, in Führung zu gehen, aber ihnen hing die Seuche am Schläger und wenn man doch zum Schuß aufs Tor kam, war da immer noch der hellwache Karol Krizan, der alles entschärfte. Die größte Möglichkeit lieferte ein fünfminütiges Powerplay, welches dank einer 5 Minutenstrafe plus Spieldauer für den slowakischen Torschützen Kukumberg zustande kam, der einen Check an den Kopf eines deutschen Spielers ausgeführt hatte.

In den fünf Minuten gab es aber kaum eine nennenswerte Torchance. Das Drittel endete auch torlos und die 3.790 Zuschauer befürchteten schon in erneutes Penaltyschiessen.

Doch nach nur 55 gespielten Sekunden im letzten Drittel lagen die Slowaken wieder in Führung. Torjäger Lubos Bartecko hatte zugeschlagen und Dimitrij Kotschnew im Deutschen Tor überwunden.

Das DEB-Team hatte sich noch nicht von dem Rückschlag erholt, da klingelte es schon wieder hinter Kotschnew(42.). Diesmal war Husja für die Slowakei erfolgreich, woraufhin Greg Poss eine Auszeit nahm. Danach war die Mannschaft weiterhin bemüht, aber das Glück blieb den Slowaken treu und so erzielte erneut Hujsa das 1:4 durch die Schoner von Kotschnew (53.).

Deutschland gab nicht auf und Poss nahm drei Minuten vor dem Ende den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Zunächst schien diese Taktik sich bezahlt zu machen, denn Retzer erzielte nach tollem Zuspiel von Barta das 2:4!

Poss fuhr weiterhin volles Risiko und behielt den Goalie draußen. Die Slowaken nutzten dies durch Bartek (60.) und Starosta (60.) zu zwei Empty-Net-Toren, die das Ergebnis zum Endstand von 2:6 aus deutscher Sicht in die Höhe schraubten.

Bester slowakischer Spieler war erwartungsgemäß der Torwart, Martin Krizan, während sich bei den Deutschen Felix Petermann für den Preis bedanken konnte.

Jan Benda erklärte die Niederlage als hilfreich. „Nur aus Fehlern kann man lernen. Wir wollten nach dem 1:2 mehr Gas geben und das Tor zum Ausgleich machen, doch es gelang einfach nicht. Die Moral im Team ist zwar gut, aber dennoch möchte man schon mal Resultate sehen, wenn man ackert und rackert.“

Benda wird sich bereits morgen wieder auf den Weg nach Russland machen und nicht an der letzten Partie teilnehmen.

Bei der PK lag es an Pokovic, das Spiel zu analysieren. „Das Spiel hat druckvoll angefangen. Es war eine gute Leistung meiner Defensive in Unterzahl. Es war sehr wichtig für uns, in der Phase kein Tor zu kassieren. Bartecko ist mit dem Puck Slalom um die deutsche Verteidigung gefahren und hat den Treffer gemacht. Der Gegner hat am Schluß alles auf eine Karte gesetzt. Wir hatten heute nach der Herausstellung von Kukumberg nur noch drei Reihen zur Verfügung, freuen uns daher umso mehr über den Sieg.“

Greg Poss betont, dass die Höhe des Ergebnisses über den Spielverlauf hinwegtäuscht. „Die Slowakei hat zwar sehr gut gespielt, aber bis zum zweiten Gegentor war das Spiel sehr ausgeglichen. Wir haben zu wenig aus unseren Überzahlchancen gemacht. Mehr Chancen, als wir im ersten Drittel hatten, kann man kaum haben. Ergebniskosmetik interessiert mich nicht, wir haben bis zum Ende alles versucht, um zu gewinnen. Das ist schon ein Fortschritt im Vergleich zum Spiel gegen die USA, denn da haben wir zu früh die Köpfe hängen lassen. Wir müssen am Selbstvertrauen und der Chancenauswertung arbeiten.“

Die nächste Gelegenheit dazu hat das DEB-Team morgen Nachmittag gegen Team Kanada.

(S. Palaser)