DEB-Präsident Reindl: „Bleiben mit ganzem Gewicht auf dem Gaspedal"DEB-Mitglieder erteilen Auftrag für umfangreiche Satzungsänderungen

DEB-Präsident Reindl: „Bleiben mit ganzem Gewicht auf dem Gaspedal"DEB-Präsident Reindl: „Bleiben mit ganzem Gewicht auf dem Gaspedal"
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Tags darauf beschloss der DEB im Rahmen einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung zahlreiche Weichenstellungen. So wurde der Satzungsausschuss mit einer - so DEB-Vize-Präsident Marc Hindelang - „umfangreichen Modernisierung der Satzung“ beauftragt. Dies beinhaltet die Möglichkeit der Aufnahme von Profi-Clubs in den DEB sowie den Auftrag zur finanziellen Sanierung des Verbandes unter Prüfung aller Möglichkeiten. Abgesegnet sollen die neuen Satzungen und Ordnungen im Rahmen einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung im ersten Quartal des nächsten Jahres. Franz Reindl: „Wir bleiben mit ganzem Gewicht auf dem Gaspedal."

Neben zahlreichen Vertretern der beiden Profiligen DEL und DEL2 sowie der Oberligen und aus dem Amateurbereich waren auch die Fan-Beauftragten sowie namhafte Eishockey-Prominenz aus Vergangenheit und Gegenwart in die bayerische Landeshauptstadt gekommen, um die drängenden Themen des deutschen Eishockeys zu diskutieren.

Unterstützung findet das deutsche Eishockey dabei auch beim Internationalen Eishockey-Verband (IIHF), dessen Präsident Dr. René Fasel (Schweiz) ebenso in München zugegen war, wie Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). „Nehmen Sie die Zukunft des deutschen Eishockeys mit einer gemeinsamen Vision in die Hand, gestalten Sie den Prozess transparent und holen Sie alle mit ins Boot: Fans, Sponsoren und auch die Medien“, erklärte der Schweizer.

Es liege ein „langer Weg“ vor dem deutschen Eishockey. Ein Weg, der nur gemeinsam erfolgreich gestaltet werden könne. Mit Blick auf die Querelen der Vergangenheit im deutschen Eishockey-Lager sendete der Schweizer ein eindeutiges Signal an die neue DEB-Führungsmannschaft: „Trennen Sie sich von allen Quertreibern. Ein gesundes Welt-Eishockey braucht ein gesundes deutsches Eishockey.“ Ins gleiche Horn stieß DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Der deutsche Wintersport braucht eine starke Mannschaftssportart. Das ist für uns das Eishockey.“

Im Rahmen der darauffolgenden Mitgliederversammlung hatte Reindl zudem erstmals die Finanzdaten der vergangenen Jahre, erhoben von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, vorgestellt. Demnach hat der DEB ein strukturelles Defizit von rund 600.000 Euro pro Jahr.

Ebenfalls deutlich wurde, dass der Jahresüberschuss aus 2010 von 1,3 Millionen Euro bedingt durch die Heim-WM in Deutschland bereits bis 2013 aufgebraucht wurde.  „Wir brauchen intelligente Konzepte und Ideen, wie wir den Verband nachhaltig finanzieren“, erklärte der im DEB für die verantwortliche Vize-Präsident Berthold Wipfler (Mannheim).

Wipfler weiter: „Es kann doch nicht sein, dass wir die kommenden Jahre mit dem Geld finanzieren, das wir voraussichtlich bei der nächsten Heim-WM 2017 einnehmen werden.  So verfrühstücken wir die Zukunft unseres Sports.“ Laut Wipfler komme man nicht umhin „alte Zöpfe“ abzuschneiden, um den Verband „mit Geduld und Kreativität, vor allem aber gemeinsam wieder fit zu machen“. 

„Wenn uns das gelingt, können wir die Einnahmen aus Heim-Weltmeisterschaften gezielt in den Nachwuchs und damit in die Zukunft investieren“, erklärte DEB-Vizepräsident Daniel Hopp mit Blick auf das Reindl-Konzept „Powerplay 26“, das gewährleisten soll, dass die Eishockey-Nationalmannschaft ab 2026 nachhaltig international um Medaillen mitspielen soll.

„Von den Tagen in München ist ein starkes Signal für´s deutsche Eishockey ausgegangen. Ich freue mich, dass wir nicht nur die Unterstützung unserer Eishockey-Familie für die kommenden Aufgaben haben, sondern auch die der IIHF und des DOSB“, resümierte Reindl.