Das erste Jahr hat es in sich (1/2)DEB-Nachwuchsschiedsrichter

Patrick Altmann (links) und Benedikt Lender. (Foto: privat)Patrick Altmann (links) und Benedikt Lender. (Foto: privat)
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Die erste Station der Saison war der Lehrgang. Dieser war „sehr interessant und lehrreich“, erinnert sich Benedikt Lender. „Außerdem hatte man für uns gleich zwei Sonderaufgaben parat. Patrick war für den Kabinenschlüssel verantwortlich und ich wurde zum Protokollführer ernannt.“ Doch neben diesem kleinen Extradiensten stand natürlich die Qualifikation im Mittelpunkt. Diese zu erhalten, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, denn nicht alle der 22 Neulinge haben den dreitägigen Lehrgang in Füssen erfolgreich abgeschlossen und eine Lizenz erhalten. Doch sowohl Lender als auch Altmann sowie einer weiterer DEB-Neuling haben die Linienrichter-Lizenz der 2. Bundesliga erhalten. Alle anderen die bestanden haben, bekamen eine sogenannte Einsteigerlizenz. „Das war für uns schon überraschend, aber auch sehr erfreulich, denn mehr kann man im ersten Jahr gar nicht erreichen“, so Lender.

Doch vor diesem erfreulichem Abschluss standen Lehrtage mit einem straffen Programm. Diese erstrecken sich von 7 bis 18 Uhr beziehungsweise am ersten Tag von 12 bis 22 Uhr. Die Pausen bestanden im Wesentlichen aus Mittagessen und Umziehen und Duschen vor und nach den Eiseinheiten. War man nicht auf dem Eis oder in der Sporthalle, gab es Vorträge und Regelkunde. Zum vom Bayerischen Eissport-Verband (BEV) gewohnten Regel- und Eistest kommt beim DEB ein Sporthallen-Fitnesstest hinzu. „Es war eine sehr positive Erfahrung, aber man ist erst einmal geerdet worden. Wir hatten uns zwar nie für so etwas wie Überflieger gehalten, aber wenn man beim BEV bei den Leistungstests zu den Besten gehört und dann beim DEB nicht mehr heraussticht, weil das Niveau und die Latte sehr hoch liegen, dann fällt man schon erst mal auf den Boden und es heißt Leistung zeigen“, berichtet Altmann. „Wichtig ist natürlich auch, dass man die Ratschläge der erfahrenen Schiedsrichter und Referenten annimmt und im Einsatz umsetzt“, ergänzt Lender. „Außerdem hat der Lehrgang zum Teil auch unsere Sichtweise verändert. Nicht unbedingt was die Einstellung im Spiel betrifft, aber zum Beispiel das Off-Ice-Verhalten, oder die Vorbereitung vor einem Spiel“, erzählt Altmann. „Stimmt“, pflichtet Lender bei. „Früher haben wir uns vielleicht nicht vor jedem Nachwuchsspiel warmgemacht, aber nicht nur Profis spielen um Punkte und haben Ziele, auch der Nachwuchs will etwas erreichen. Die haben genauso das Recht von uns die bestmögliche Leistung zu bekommen und das geht eben nur mit einer ordentlich Vorbereitung.“

Patrick Altmann: „Wir mussten uns eigentlich in allen Bereichen verbessern, sei es nun läuferisch, in der Schnelligkeit, im Bullyspiel oder im Positionsspiel. Aber auch am Auftreten und Off-Ice-Verhalten mussten wir arbeiten. Insgesamt stiegen dadurch aber das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein. Man fühlt sich im Spiel besser und vor allem sicherer.“ Er macht auch die Unterschiede deutlich: „Letztes Jahr waren wir hauptsächlich in der Bayernliga im Einsatz, im Vergleich dazu, mussten wir eine ordentliche Schippe drauf legen.“ Lender erinnert sich: „Im ersten Freundschaftsspiel zwischen zwei Oberligamannschaften habe ich irgendwann auf die Uhr gesehen, weil mir schon der Schweiß in die Augen gelaufen ist. Ich war völlig entsetzt, als erst dreieinhalb Minuten gespielt waren. Dabei hatte ich eine bessere Vorbereitung als die Jahre zuvor.“ Bei Altmann war es etwas anders: „Mein erstes Spiel war in Selb gegen Bayreuth. Man steht auf dem Eis und ist kurz davor zu zittern. Im Jahr zuvor im Bayerligafinale waren 1.800 Zuschauer in der Halle und jetzt plötzlich in einem Vorbereitungsspiel 2.500 Zuschauer. Anfangs war das alles schon ein großes Neuland.“ Lender ergänzt: „Außerdem muss man sich als ‚Neuling’ erst den Respekt der Spieler erarbeiten und verdienen. Man muss auf dem Eis deutlich präsenter sein.“ „Wichtig ist, das Spiel zu lesen“, sagt Altmann.

Lesen Sie morgen von den Highlights, den Rückschlägen und den Erfahrung von Patrick Altmann und Benedikt Lender in ihrem ersten DEB-Jahr.