Besser ein Spiel verpassen…Gehirnerschüterung stand bei Ortema-Symposium im Mittelpunkt

Heiko Schmidgall (links) und Geschäftsführer Hartmut Semsch (rechts) von Ortema mit Frank Reindl vom DEB (2. von rechts). (Foto: Heiko Hecht)Heiko Schmidgall (links) und Geschäftsführer Hartmut Semsch (rechts) von Ortema mit Frank Reindl vom DEB (2. von rechts). (Foto: Heiko Hecht)
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Gerade in den vergangenen Monaten ist das Thema Gehirnerschütterungen im Eishockey und die Folgen immer mehr in den Vordergrund gerutscht. Gerade die prominenten Fälle wie Stefan Ustorf, Sidney Crosby oder auch nun auch Evgeni Malkin sorgten in den Medien immer wieder für Aufsehen. So hatte sich die Ausrichter des Internationalen Eishockey Smposiums, Ortema, für die fünfte Ausgabe eben jenes Thema ausgesucht und dies durch verschiedene Referenten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Auf Grund des breiten Spektrums war auch das Publikum entsprechend bunt gemischt und von Spielern über Trainern bis hin zu Betreuern und Ärzten war in Markgrönigen an diesem Wochenende alles vertreten. Daher wurde zur Einleitung erst einmal die Verletzung Gehirnerschütterung genauer definiert und ihre Smyptome erläutert, damit auch alle Zuhörer im Saal auf dem gleichen Wissensstand waren. Dr. Axel Gänsslen, Mannschaftsarzt der Grizzly Adams Wolfsburg stellte dann auch die sogenannte SCAT-Methode vor, mit der bereits an der Spielerbank oder in der Kabine der Zustand eines Akteurs auf die Probe gestellt werde kann. Und im Zeitalter der Smartphones ist der SCAT-Test sogar als App verfügbar.

Die erste Diagnose

Im Anschluss gab Christian Klein von der Universität Bochum dann einen Einblick in die häufigsten Verletzungen im Eishockey-Sport. Im Zuge dessen sprach er ebenfalls die Empfehlung aus, dass man bereits im Training die Spieler auf die Checks vorbereiten muss und dies auch aktiv trainieren lässt. Nur so könne man das Risiko mindern, dass während dem Spiel bei härteren Checks und Aktionen schlimmere Verletzungen entstehen. Nichts desto trotz müsse auch an der Spielweise gearbeitet und ein Fair-Play-Kodex befolgt werden. Diesen Satz unterstrich auch Rico Rossi, Trainer der Heilbronner Falken, und gab an, dass er es selbst versuche in Heilbronn umzusetzen. So sei es nicht das Ziel seiner Akteure, während des Spiels auf dem Eis liegen zu bleiben und dadurch möglicherweise Strafen zu provozieren. Auch ohne solche Aktionen würde schon genug Druck auf den Schiedsrichtern während einem Spiel lasten. Dies ging auch aus dem Vortrag von Harald Deubert hervor. So sei unter anderem auch das Vier-Mann-System eine Reaktion auf die sich ändernde Spielweise. Des Weiteren wolle man mehr Durchsichtigkeit in Sachen Bestrafung und Sperren schaffen und veröffentliche daher auch die Ergebnisse von den Verhandlungen des Disziplinarausschusses.

Verantwortliche erkennen ihre Pflichten

Im Laufe des Tages stellte sich außerdem heraus, dass die Anzahl an Gehirnerschütterungsfällen nicht unbedingt zugenommen hat. Vielmehr sei die gestiegene Anzahl bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft darauf zu führen, dass die Vereine aufmerksamer geworden seien und so auch die Fälle gewissenhaft melden würden, so Norbert Moser in seinem Vortrag. Doch nicht nur die Entstehung und die Folgen der Verletzungen wurden im Rahmen des Eishockey-Symposiums genauer beleuchtet, sondern natürlich ist man auch auf den medizinischen Aspekt eingegangen. So wurde der operative Teil von Dr. Jörg Richter und Dr. Magarita Högele näher beleuchtet, während Ortema-Geschäftsführer Hartmut Semsch den Teil bezüglich der Präventionsmaßnahmen eröffnet hatte.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass gerade bei den Spielern ein Umdenken stattfinden müsse und dies nicht nur in Bezug auf die Spielweise, sondern auch auf den Umgang mit Verletzungen, gerade in Form einer Gehirnerschütterung. Auf die Frage, wie lange die Erholungsphase nach einer solchen Verletzung sei, konnten keine konkreten Antworten gegeben werden. Dr. Gänsslen versuchte das Ganze bildlich darzustellen und verglich das Gehirn mit einem Ei, das bei einer Erschütterung zu einem Spiegelei wird und es ziemlich lange dauern würde, ehe aus dem Brei wieder ein komplettes Ei werde. In diesem Zusammenhang fiel dann auch der Satz: „Better to miss one game, than the whole season“ – also: Besser ein Spiel verpassen als die ganze Saison. Das wurde auch von den nachfolgenden Referenten immer wieder aufgegriffen. Dass Niki Goc am nächsten Tag nach dem Spiel gegen Österreich eine Gehirnerschütterung erlitt und knapp zwei Wochen pausieren musste, ist in diesem Zusammenhang ein Beleg dafür, wie wichtig es ist, erst wieder einzusteigen, wenn man auch wirklich beschwerdefrei und belastbar ist.


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