Bernd Haake und die Eishockey-Exoten

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Die ehemalige WM-A-Gruppe, deren Spiele im nächsten Jahr in den österreichischen Städten Wien und Innsbruck stattfinden, hat mit Weißrussland (gewann "B-Turnier" in Oslo) und Slowenien (siegte in der anderen Gruppe in Danzig) genau die beiden Mannschaften wieder dabei, die bei der vorigen "A-WM" im finnischen Tampere absteigen mussten. Damals galt noch die unsportliche Regel, dass ein Fernost-Vertreter automatisch für das "Konzert der Großen" qualifiziert ist. Wäre Japan im vorigen Jahr in Finnland nicht im Besitz einer "Wild Card" vom Weltverband gewesen, hätte es an Stelle Weißrusslands die niedrigeren Gefilde der jetzt genannten Weltmeisterschaft, Division I, aufsuchen müssen. - Beim am kommenden Samstag beginnenden WM-Turnier in den tschechischen Städten Prag und Mährisch Ostrau wird es endlich zwei "echte" Absteiger geben, und da müssen die Söhne Nippons beweisen, dass sie auch ohne fremde Schützenhilfe zu den ersten 16 gehören. - Dass jedoch Eishockey, ob mit oder ohne Japan, auch bei den sogenannten Exoten gespielt wird, weiß vor allen Dingen Globetrotter Bernd Haake. Der gebürtige Bielefelder war unlängst in Südafrika und leitete in Kapstadt (Austragungsort der WM, Division II, Gruppe B in den Jahren 2002 und 2003) eine Eishockeyschule. Begeistert berichtete Haake von der Lernwilligkeit der Schüler und der Atmosphäre. "Das Stadion ist in einem Spielkasino untergebracht. Es verfügt das ganze Jahr hindurch über Eis und fasst rund 2.000 Zuschauer", so Haake. Zwei Eishockeyvereine tragen die südafrikanische Meisterschaft zusammen mit dem dritten Klub aus Pretoria aus. Sonst ist alles auf Eiskunstlauf abgestellt. "Südafrika hat 400 aktive Eiskunstläufer", staunte selbst Weltbürger Haake. Dazu trainierte der Ostwestfale, der in der DEL bei den Kölner Haien als Co-Trainer fungierte, Inlinemannschaften aus Namibia. "Alle 42 Teilnehmer fuhren mit dem Bus die rund 1.600 km von Windhuk nach Kapstadt zur südafrikanischen Inline-Meisterschaft, die für U8-, U10-, U12-, U14-, U16-Teams sowie für Senioren, Oldtimer und Damen ausgeschrieben wurde. Parallel dazu lief auch das Qualifikationsturnier für die A-WM für Damen und Herren, was Argentinien gegen Südafrika und Namibia gewann", war Haake regelrecht baff. Der ehemalige Assistent von Haie-Chefcoach Wladimir Wassiljew gewann übrigens die Inline-Meisterschaft mit seinen "Windhoek Hazadores", die mit acht Teams ausgetragen wurde. - Noch nicht genug Exotik? Haake war auch schon Trainer der australischen Sydney All Stars, der Junioren-Nationalmannschaft Australiens sowie Neuseelands. Zusammen mit seinem Freund Anton Waldmann stand er beim Senioren- und Juniorenteam Spaniens an der Bande. Eishockeyschulen leitete er außerdem in Brasilien und Hawaii. Haake kam übrigens nicht aus Südafrika zum Danziger Turnier. "Nein, vorher war ich sieben Wochen in Nordamerika und sah mir 31 Spiele aus allen möglichen Ligen an." Selbstredend, dass er zusammen mit Waldmann auch in Prag mit von der Partie sein wird.