Berichte aus der Frauen-Eishockey Bundesliga

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Unglückliche Niederlage zum Saisonauftakt - DEC Tigers Königsbrunn verlieren auswärts gegen ESV Planegg mit 1:2

Das erste Spiel der Eishockeybundesliga der Damen führte die Tigers

Königsbrunn nach Grafing bei München, wo der ESC Planegg seine

Heimspiele austrägt. Selbst neugierig auf diesen Vergleich wegen der

vielen Veränderungen in der Mannschaft, drehten die Tigers dann auch zur

Überraschung der Gastgeber gleich von Beginn an mächtig auf und

berannten das Tor der Pinguine, denen es im ersten Drittel minutenlang nicht

möglich war, den Puck aus dem eigenen Drittel herauszubringen.

Das erste Überzahlspiel in der 10. Minute brachte allerdings trotz vieler

Torschüsse nichts Zählbares für die Tigers. Erst in der 17. Minute, als

die Pinguine bei einem schnellen Angriff die Notbremse ziehen mussten,

verwandelte N. Kirchner den verhängten Penalty zur hochverdienten

Führung der Tigers.

Zu Beginn des zweiten Drittels waren die Tigers mit den Gedanken noch in der

Kabine, als zunächst S. Rumswinkel auf Pass von M. Pink in der 22.

Minute ausglich und dann M. Pink auf Pass von S. Rumswinkel nur 60

Sekunden später gar die Führung für die Pinguine erzielte.

Den ca. 40 Zuschauern bot sich nun ein völlig anderes Bild als noch im ersten

Drittel. Die Pinguine machten das Spiel und M. Hirschbeck im Tor der

Tigers bekam ein ums andere Mal Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu

stellen. Etliche unverständliche Schiedsrichterentscheidungen meist zu

Ungunsten der Tigers verzögerten zudem den Spielfluss der Gäste. Ab etwa

Mitte des Drittels spielten dann aber wieder zwei gleichwertige

Mannschaften gegeneinander mit hochkarätigen Torchancen auf beiden

Seiten, aber ohne weitere Tore.

Der neue Sportdirektor der Tigers, Stefan Wetter, meinte nach dem Spiel:

«Kein Leistungsunterschied zwischen beiden Mannschaften, nur das

Quentchen Glück war heute auf Seiten der Pinguine. Meine Mannschaft hat

ein gutes Spiel gezeigt, vor allem zeigten alle Spielerinnen den nötigen

Einsatzwillen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einer derartigen

Leistung in der Tabelle oben mit dabei sein können.»



Mannheimer Damen unterliegen zum Auftakt Braunlage - Moral der Mannschaft trotz Niederlage gefestigt



In einer sehr guten Partie (1:0, 0:1, 1:5) gelang den Damen des WSV

Braunlage in Mannheim der erwartete Auswärtssieg. Innerhalb von 10

Minuten stellten Nina Gall (2), Bettina Evers, Anja Rudolph und

Franziska Busch den Spielverlauf auf den Kopf und drehten ein bis dahin

von Mannheim dominiertes Spiel.

Mannheim hatte trotz dem Abgang mehrerer Leistungsträger das Spiel bis

Mitte des zweiten Drittels mitbestimmt und verdient mit 1:0 durch Jana

Schreckenbach geführt. Diese Führung hätte allerdings deutlich höher sein müssen. Gleich

reihenweise wurden klare Einschußmöglichkeiten vergeben. Erst ein

Überzahlspiel in der 31. Minute führte zum bis dahin glücklichen

Ausgleich durch Bettina Evers.

Nachdem nun das Spiel offener wurde, erlaubten sich die Mannheimer Damen

zwischen der 45. und 47 Minute einen Blackout, der prompt mit drei

Braunlager Toren bestraft wurde. Toll nun die Moral der Mannheimer Mannschaft, die geführt von Jana

Schreckenbach versuchte, das Spiel noch zu drehen. Leider wurden diese

Bemühungen nur noch einmal honoriert. Jana Schreckenbach, Spielerin des

Abends, erzielte mit ihrem zweiten Tor den Endstand zum 2:6.

Für die Spielerinnen des Gastgebers heißt es nun, auf der ordentlichen

Leistung dieses Spiels aufzubauen, Konstanz über 60 Minuten entwickeln,

nach einem plötzlichen Gegentor konzentriert und wachsam bleiben. Am

Ende machte sich bei einigen Spielerinnen die konditionelle

Überforderung durch den übermäßigen Einsatz - Mannheim hatte zu wenige

Spielerinnen im Einsatz -bemerkbar. Mannheim wird sich in der Runde hoffentlich weiter steigern und

vielleicht für kleine Überraschungen sorgen können; Braunlage zählt nach

diesem Spiel zu den Favoriten der Bundesliga Nord.

Mit einem unerwarteten 7:1-Sieg beim ERC Sonthofen feierten die Damen

des SC Riesssersee ein erfolgreiches Comeback in die Bundesliga.

Allerdings war der Sieg weniger ein Ergebnis der eigenen Stärke.

Vielmehr waren die Gäste mehr als einmal Nutznießer Sonthofener

Fehlleistungen. Die Gastgeber enttäuschten auf der ganzen Linie und

legten wie in der vergangenen Saison einen klassischen Fehlstart zum

Beginn hin. Auf Seiten der Gäste war Nationalmannschaftskapitänin

Christina Oswald an allen sieben Treffern als Vorlagengeberin oder

Torschützin beteiligt. «Wir waren bisher erst vier Mal auf dem Eis, da

habe ich nicht viel Besseres erwartet» machte Sonthofens Coach Sill

insbesondere auch ob der spielerischen Leistung seines Teams noch gute

Miene zum bösen Spiel.

Im Sonntagsspiel beim ECDC Memmingen reichte es für die Damen des SC

Riessersee nach Führung im ersten Drittel immerhin zu einem 2:2

Unentschieden. Somit rehabilitierten sich die Memmingerinnen für die

Auftaktpleite in Kornwestheim, währenddem Riessersee das erste

Spielwochenende nach dem Aufstieg ohne Niederlage überstand.

Knapp verlief der Auftakt des letztjährigen Dritten Planegg. Nur mit 2:1

konnte man den Gast aus Königsbrunn niederringen. Entscheidend war ein

Blackout der Gäste im zweiten Drittel, als sie die eigene Führung

(Kirchner) aus der Hand gaben und innerhalb einer Minute die beiden

entscheidenden Gegentreffer durch Rumswinkel und Pink hinnehmen musste.

Die Gäste konnten sich dabei auf eine hervorragende Torwartleistung

verlassen, was Planeggs Trainer Lehmann noch einen Tag später ein

beeindrucktes: «Manuela Hirschbeck hatte mal wieder einen Sahnetag

erwischt» entlockte. Weniger anstrengen mussten sich die oberbayerischen

Pinguine dann am Sonntag im Heimspiel gegen die Pesky Kids der ESG

Esslingen. Gegen die extrem verjüngten und ersatzgeschwächten Gäste

kamen die Planeggerinnen zu einem leichten 17:0-Kantersieg und

übernahmen damit auch die Tabellenspitze der Südliga.

Im Norden mussten die Aufsteiger aus Moers beim 2:7 die Überlegenheit

der arrivierten Grefrather Lady Panthers anerkennen. Bis zur 34. Minute

des Spiels konnten die Grafschafter mithalten, dann sorgte ein

Doppelschlag der Gäste innerhalb von 35 Sekunden für die Entscheidung.

Trainer Kagerer setzt auf den Anpassungsprozess im Laufe der nächsten

Wochen «Bis zum Rückspiel in Grefrath sieht das alles schon ganz anders

aus!»

Auch die Standortbestimmung der Damen des Mannheimer ERC brachte bei der

2:6- Heimniederlage gegen den amtierenden DEB-Pokalgewinner aus

Braunlage nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis. Mit drei Toren

zwischen der 45. und 47 Minute machten die Gäste aus einem 1:1 eine 4:1

Führung und demonstrierten gegen das neuformierte Mannheimer Team ihre

Kaltschnäuzigkeit. Unter die ersten drei der Vorrunde wolle man und dann

auch in der Vergabe der Meisterschaft durchaus ein Wort mitreden, ließ

Trainer Schmalz unter der Woche in der lokalen Presse verlauten. Auf die

Eishexen aus Braunlage wird man nach diesen Spiel jedoch nicht mehr

ernsthaft als schlagbaren Konkurrenten hoffen können.



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BL Nord:


GSC Moers - Grefrather EC    2:7 (1:1, 0:2, 1:4)

Mannheimer ERC - WSV Braunlage    2:6 (1:0, 0:3, 1:3)

Tabelle:


Team            Spiele   

S R N    Tore    Punkte

Grefrather EC      1    1 0 0   

7:2       2

WSV Braunlage   1    1 0 0    6:2      

2

OSC Berlin          0   

0 0 0    0:0       0

EC Bergkamen     0    0 0 0   

0:0       0

Mannheimer ERC 1    0 0 1    2:6      

0

OSC Moers         1    0

0 1    2:7       0



BL Süd:


ERC Sonthofen - SC Riessersee    1:7 (0:1, 1:3, 0:3)

ESC Planegg - DEC Tigers Königsbrunn    2:1 (0:1, 2:0, 0:0)

ESC Planegg - ESG Esslingen    17:0 (4:0, 6:0, 7:0)

ECDC Memmingen - SC Riessersee    2:2 (0:1, 1:0, 1:1)


Tabelle:


ESC Planegg          2   

2 0 0    19:1    4

SC Riessersee        2    1 1

0    9:3     3

TV Kornwestheim  1    1 0 0    9:2    

2

ECDC Memmingen 2    0 1 1    4:11   

1

DEC Tigers Königsbrunn  1    0 0 1    1:2    

0

ERC Sonthofen       1    0 0 1   

1:7     0

ESG Esslingen        1    0 0

1    0:17    0