„Als Mannschaft ein Stückchen gewachsen“Nationalspielerin Anna Fiegert berichtet vom Turnier in Uppsala

Die Fraueneishockey-Nationalmannschaft beim Turnier in Uppsala. (Foto: Peter Gemsjäger/DEB)Die Fraueneishockey-Nationalmannschaft beim Turnier in Uppsala. (Foto: Peter Gemsjäger/DEB)
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Kurz vor Weihnachten treffen wir uns noch einmal mit der Nationalmannschaft abschließend für dieses Jahr zum alljährlichen Vier-Nationen-Turnier in Schweden. Dieses Jahr ist die Stadt Uppsala Gastgeber.

Zur Vorbereitung auf das Turnier fanden wir uns jedoch schon am Mittwoch, einen Tag vor Abflug, in Erding ein, um uns mit zwei zusätzlichen Eiseinheiten als Mannschaft vorzubereiten. Um 11 Uhr vormittags begannen wir mit einer Einheit in Erding und fuhren dann abends noch einmal geschlossen nach Moosburg für eine weitere Einheit. Netterweise durften wir in der Kaserne in Erding unterkommen und sind dort auch sehr gut verpflegt worden.

Am Donnerstag in aller Früh ging es nach einem kurzen Frühstück in Richtung Flughafen, wo wir um 9 Uhr zu unserem Flug nach Stockholm antraten. Für mich persönlich war es mal wieder sehr schön, mich mit meinen ganzen Freundinnen/Teamkolleginnen  aus Deutschland auszutauschen und vor allem den Schläger auf europäischem Boden in die Hand zu nehmen. Es ist immer wieder ein cooles Erlebnis, mit der Nationalmannschaft zu verreisen und sein Heimatland gegen hochkarätige Gegner wie Schweden, Finnland und Russland vertreten zu dürfen.

Den Reisetag beendeten wir dann mit einer letzten Trainingseinheit in Uppsala. Dies fand jedoch in der Trainingshalle des Komplexes statt, die wir nur durch eine Wanderung durch die Kälte in kompletter Ausrüstung erreichen konnten, da unsere Kabine in der nebenan liegenden Halle war. Während der Einheit sollten wir uns noch einmal die Reisebeine „rauslaufen“. Trotz Reisemüdigkeit und vielleicht auch ein bisschen Angespanntheit vor dem Turnier war die Stimmung in der Mannschaft klasse. Man konnte die Vorfreude und Aufregung einer jeden Spielerin förmlich spüren.

Am Freitag nach einem 30-minütigen „Pre-game skate“ (wie man in Amerika zu einer lockeren Eiszeit am Spieltag sagt), traten wir um 15.30 Uhr nachmittags unserem ersten Gegner Finnland gegenüber. Wir wussten von vorn herein, dass Finnland ein technisch und läuferisch sehr starker Gegner ist und wir uns auf einen harten Kampf einstellen mussten. Durch einige unglückliche Tore lagen wir nach dem ersten Drittel mit 0:2 hinten. Wir gaben den Finnen ein paar Torchancen zu viel, die eine Mannschaft mit dieser Qualität dann auch kaltschnäuzig ausnutzt. Auf der anderen Seite schien der Puck einfach nicht in das finnische Netz zu wollen, so konnten wir leider trotz einiger guter Chancen kein Tor erzielen. Im zweiten Drittel hatten wir dann ein wenig mehr Zeit in der offensiven Zone und konnten uns öfter zum Tor vorarbeiten. Die Finnen waren jedoch eiskalt und antworteten auf ein etwas offensiveres Drittel unsererseits mit zwei weiteren Treffern durch kleine Ungenauigkeiten in unserer Defensive. Nach einem harten letzten Drittel konnten wir noch einen Abschlusstreffer durch Marie Delarbre erzielen, mussten uns jedoch dann mit 1:6 gegen Finnland geschlagen geben. Andrea Lanzl wurde als beste Spielerin für das deutsche Team ernannt. Wir gingen mit sehr gemischten Gefühlen aus dem Spiel. Einerseits Enttäuschung über die Niederlage, jedoch andererseits Motivation für die zwei noch bevorstehenden Spiele gegen Schweden und Finnland.

Am Samstag starteten wir dann um 7 Uhr morgens mit einer Stärkung beim Frühstücksbuffet im Hotel und fuhren dann sofort nochmal ins Stadion für eine kurze Trainingseinheit. Wir fokussierten diese Einheit stark auf unser Aufbau- und Forecheckspiel.

Um 16.30 Uhr hieß es dann Spielbeginn gegen den Gastgeber Schweden. Eine Mischung aus Angespanntheit und Aufregung war in der Mannschaft zu spüren. Wir wussten, dass wir unsere Leistung gegenüber dem Vortagsspiel steigern mussten, um erfolgreich zu sein, hatten jedoch gleichzeitig im Hinterkopf, dass wir eine Mannschaft sind, die im Laufe eines Turniers zusammen findet und sich von  Spiel zu Spiel steigern kann. An Motivation fehlte es uns jedenfalls nicht. Von Anfang an boten wir einen harten Kampf gegen die Schwedinnen. Leider stellten wir uns mit zwei Strafzeiten erneut selbst ein Bein und mussten mit einem Rückstand von 0:2 in die Kabine gehen. Im zweiten Drittel fanden wir uns wieder ein bisschen besser ins Spiel, konnten jedoch leider keines unserer vier Überzahl-Spiele mit einem Tor abschließen. So beendeten wir das zweite Drittel 0:0 unentschieden. Alles war drin für uns im letzten Abschnitt des Spiels. Eine weitere Strafzeit brachte uns letztendlich noch den letzten Treffer gegen uns zum 0:3 ein. In diesem Spiel war zu erkennen, dass wir an unserem Torabschluss, vor allem bei den „Special Teams“ arbeiten müssen. Jenny Harß wurde nach diesem Spiel verdient zur besten Spielerin der deutschen Mannschaft gekürt.

Ähnlich lief es dann auch beim Spiel gegen Russland. Russland hat wie jedes Jahr eine sehr kompakte und kämpferisch und körperlich starke Mannschaft, die wir dieses Jahr schon einmal besiegen konnten. Aus diesem Grund gingen wir umso „hungriger“ in das Spiel. Letztendlich versalzten uns die vielen Strafzeiten und das fehlende Quäntchen Glück im Abschluss erneut unsere Suppe und wir mussten uns mit einer 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)-Niederlage geschlagen geben. Wir hatten viel Positives aus den Spielen zu ziehen. Wir merkten, dass wir auf jeden Fall mit den stärkeren Nationen mitspielen können, wenn wir 60 Minuten lang diszipliniert spielen. Außerdem erzielte Bernadette Karpf, eine der jungen im Bunde, ihr erstes A-Länderspiel-Tor. Das zweite Tor auf deutscher Seite ging auf das Punktekonto von Laura Kluge. Ich konnte das Turnier auch mit einer positiven Erfahrung abschließen, als ich als „beste Spielern“ des Spiels gewählt wurde.

Danach hieß es dann zusammenpacken und noch einmal zurück ins Hotel für ein abschließendes Fazit der Trainer, bevor es dann um 16 Uhr mit dem Bus wieder in Richtung Flughafen und somit Richtung Heimat ging.

Im Großen und Ganzen denke ich, sind wir bei diesem Turnier als Mannschaft ein Stückchen gewachsen und uns näher gekommen. Dies ist gerade bei so einer jungen und neu zusammengemischten Mannschaft sehr wichtig. Wir konnten einige positive Dinge aus dem Turnier mitnehmen, noch wichtiger jedoch erkennen, woran wir arbeiten müssen, um dann letztendlich bei unserem großen Ziel „Weltmeisterschaft Malmö“, auf das wir hinarbeiten, sehr gut abschließen zu können. Ich freue mich schon wieder auf ein erneutes Zusammenkommen und Kräftemessen Anfang Januar, wenn wir uns ein weiteres Mal in Füssen zum Meco-Cup zusammenfinden.


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