
Die Unparteiischen standen gegen Spielende zweimal im Blickpunkt - und haben in beiden Fällen völlig korrekt entschieden. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
Die Regeln 470 und 471 legen fest, wann ein Tor gültig ist und wann es annulliert werden muss. Hierzu heißt es in Regel 470.4: Ein Tor ist gültig, „wenn ein angreifender Spieler durch eine körperliche Aktion eines verteidigenden Spielers behindert und so in den Torraum gedrängt wird. (Wenn jedoch der angreifende Spieler nach Ansicht des Schiedsrichters genügend Zeit hatte den Torraum zu verlassen, bevor der Puck ins Tor gelangte, ist das Tor ungültig.)“
Ergänzend steht in Regel 471.4: Ein Tor ist ungültig, „wenn ein angreifender Spieler im Torraum steht, oder seinen Stock im Torraum hält, außer er wurde körperlich durch einen verteidigenden Spieler behindert den Torraum zu verlassen, während der Puck ins Tor gelangt. Der Schiedsrichter entscheidet, ob der angreifende Spieler genügend Zeit hatte den Torraum zu verlassen, oder ob die Regel 470 angewendet wird.“ In den Anmerkungen zu diesen Regeln heißt es zudem, dass diese Entscheidungen im Ermessen des Schiedsrichters liegen.
Nun war es so, dass der Schweizer Spieler, der beim vermeintlichen 3:3 im Torraum stand, selbst den Torraum betreten hat, dann aber ein deutscher Verteidiger im Weg stand, sodass er ihn nicht mehr verlassen konnte. So hatte der Unparteiische zunächst in kurzer Zeit zu entscheiden, inwieweit der Eidgenosse selbst dafür verantwortlich war, dass er im Torraum stand, als der Puck im Netz einschlug. Dass Torhüter Dimitri Pätzold letztlich auch durch den Schweizer Spieler daran gehindert wurde, noch einen Abwehrversuch zu unternehmen, brachte die korrekte Entscheidung, das Tor zu annullieren. Denn: Ein Tor ist gemäß Regel 471.6 auch dann ungültig, „wenn ein angreifender Spieler unabsichtlich oder sonst wie Kontakt mit dem Torhüter in seinem Torraum verursacht.“ Inwieweit der Schweizer Spieler also Schuld an der Berührung mit Dimitri Pätzold hatte, ist unerheblich. Die Entscheidung, das Tor für irregulär zu erklären, war also richtig.
Noch eindeutiger liegt der Fall beim technischen Tor zum 4:2. Philip Gogulla wurde auf dem Weg zum Tor in aussichtsreicher Position als „letzter Mann“ gefoult. Gleich an mehreren Stellen im Regelbuch (jeweils bei der entsprechenden Art des Fouls, z.B Haken, Regel 533, oder Beinstellen, Regel 539) wird folgendes festgelegt: „Wurde der Torhüter bereits vom Spielfeld genommen und ein angreifender Spieler wird von hinten gehakt („von hinten zu Fall gebracht“, Regel 539), während er den Puck kontrolliert, sich außerhalb seiner Verteidigungszone befindet und zwischen sich und dem Tor keinen gegnerischen Spieler mehr zu umspielen hätte, wird dem schuldlosen Team ein Tor zugesprochen.“ Das nennt man dann „technisches Tor“. So „traf“ Deutschland zum 4:2, ohne dass der Puck im Tor war. Und auch diese Entscheidung des Schiedsrichtergespanns war damit regulär.

















