Sprüche
„Ich glaube, da hat jemand aus Sicherheitsgründen dafür gesorgt, dass sich ESBG- und DEL-/ DEB-Vertreter nicht über den Weg laufen“, so Crimmitschaus junger Geschäftsführer René Rudorisch auf die Frage, warum er denn hier nach Block M abbiegt, wo doch das „Who is Who“ des deutschen Eishockeys auf der anderen Stadionseite in den Blöcken G und H sitzt.
„Ich war die ganze Zeit so auf das Spiel fokussiert, da konnte ich nicht an meine Gefühle denken“, so Bundestrainer Jakob Kölliker auf die Frage, welche Gefühle ihn bei dieser Auseinandersetzung mit seinem Heimatland begleitet hätten.
„Das Eis ist brutal! Absolut nicht auf dem Niveau der vier Teams“, antwortete Sean Simpson als Trainer der Eidgenossen auf die Eingangsfrage der Pressekonferenz, wie er denn das Spiel gesehen habe und kam dann erst zum Spielgeschehen: „Gratulation an Jakob Kölliker und sein Team...“
„Das einzige, was hier hüpft, ist der Waggon und das hoffentlich nicht aus den Gleisen“, kommentierte eine unbeteiligte U-Bahn-Fahrerin, als ein paar übrig gebliebene Fans nach Mitternacht ihr Stadion-Feeling in der Münchner U-Bahn mit nach Hause nahmen: „Das ganze Stadion hüpft, das ganze Stadion hüpft...“
„Nun, ich kenne ja beide Hymnen und habe sie nicht zum ersten Mal zusammen gehört“, entgegnete „Köbi“ Kölliker, als er gefragt wurde, wie das für ihn war, als er die beiden Nationalhymnen Deutschlands und der Schweiz gehört habe.
„Wir stehen genau da, wo wir eigentlich hingehören. Deshalb müssen wir uns nun auch Stück für Stück nach oben kämpfen“, so Crimmitschaus Geschäftsführer René Rudorisch zur aktuellen Tabellensituation seines Teams.
„Ich weiß nicht. Ich glaube ‚Köbi’ oder so. Jedenfalls habe ich dem Team das ‚Du’ angeboten. Das ist so im Eishockey. Im Fußball mag das anders sein, aber ich habe noch nie gehört, dass ein Spieler ‚Herr Bundestrainer’ sagt“, erklärte Bundestrainer Kölliker, wie die Spieler ihn denn nennen sollen.
Zum Fortbildungsbedarf im deutschen Eishockey
Der erste, der mir in aller Ausführlichkeit und mit Begeisterung vom vormittäglichen Marketing-Symposium berichtet, zu dem Vertreter aller Clubs geladen waren, ist Walter Riedl, 1962 und 1966 als Spieler Deutscher Meister mit dem EC Bad Tölz und heute noch VIP-Betreuer in seinem Oberliga-Heimatverein: „Da nimmt man immer irgendetwas mit. Wir können alle doch stets noch etwas lernen!“ – „Von uns waren etwa die Hälfte der Clubs vertreten“, steckt mir sodann ein Vertreter der Bundesliga-Vereine. – Und von der DEL sollen Nürnberg, Ingolstadt, Augsburg und München auf dem Symposium gesichtet worden sein...
Fans
„Seitdem mich ein Freund kürzlich zu einem Eishockeyspiel nach Rosenheim mitgenommen hat, lese ich alle Berichte über diesen Sport“, erzählt mir ein promovierter österreichischer Besucher, der das Spiel Slowakei gegen USA allein auf der Tribüne verfolgt. „Das ist wirklich spannend und aufregend, was dort unten passiert.“ – Und was ist sein eigentliches Hobby? „Opern! Dafür reise ich um die ganze Welt“...
„Parlez vous francais?“ – Ob ich französisch spreche ? Nein, sicher nicht mehr: „Non, pas plus!“ Vielleicht kann ich mit Englisch weiterhelfen? „Non, pas anglais!“- „Können Sie mir bitte die Unterlage noch kurz ausdrucken, bevor Sie gehen“, frage ich die freundliche Presse-Betreuerin des Olympiaparks derweil. – „Ah, Sie sprechen Deutsch?“, stellt einer der beiden frankophilen Jungs fest. „Natürlich spreche ich Deutsch! Wir sind hier in Deutschland!“ – „Verdammt!“, entgegnet mir einer der beiden: „Wir sind schon wieder die letzten Fans hier in der Halle, wie im letzten Jahr. Wir finden hier nie ‚raus.“ „Nun, vielleicht liegt es daran, dass ihr nicht den Ausgang benutzt? ‚Ausgang’, nicht ‚Sortie’!“ – „Gut, dann gehen wir mal“, höre ich einen der beiden Schweizer noch sagen, bevor sie wieder in den Katakomben verschwinden. – Ich glaube, die beiden werden morgen die ersten, hier in der Halle sein...
Jakob Kölliker
Ich glaube, er ist auf dem besten Wege, ein Sympathieträger zu werden: Trockener, natürlicher Humor. Unaufgeregte, klare Analyse und Ansprache. Völlig unkompliziert im Umgang. Die Medien hängen ihm an den Lippen. Und die Spieler erkennen nicht nur sein Konzept, sondern können es auch umsetzen. – Weiter so, Köbi!


















