Olympia 2018 Eishockey Wetten - 5€ GratiswetteDie NHL-Stars fehlen. Favoriten sind Russland, Finnland, Kanada, Schweden

Kanada will Olympiagold wiederholen (picture alliance/Augenklick)Kanada will Olympiagold wiederholen (picture alliance/Augenklick)
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Ausgerechnet die von Dopingvorwürfen gebeutelten Russen eröffnen am Mittwoch gegen die Slowakai um 13.10 Uhr das Olympische Eishockeyturnier. Am Abend spielen dann die USA gegen Slowenien. Wir sind dann am Donnerstag früh zu bester nachtschlafender NHL - Zeit um 04.10 Uhr gegen die mitfavorisierten Finnen an der Reihe.

Duellierten sich bei den vergangenen Turnieren stets die weltbesten Spieler auf dem olympischen Eis, so fehlen bei den Spielen 2018 in Südkorea die Top-Stars. Die NHL hat bekanntlich beschlossen, nicht für  die Olympischen Winterspiele 2018 zu pausieren.


Erstmals seit den Spielen im japanischen Nagano (1998) fehlen damit die besten Spieler aus der NHL bei Olympia. Doch auch wenn damit Stars wie Sidney Crosby, Alexander Owetschkin und Leon Draisaitl nicht mit von der Partie sind, dürfen sich die Zuschauer auf eisiges Spektakel freuen.  Die Topnationen Russland, Kanada, Tschechien, Schweden und Finnland können trotzdem bärenstarke Kader vorweisen. 

Aber wer sind die Favoriten? Nach dem Boykott der NHL wohl die Russen, die unter neutraler Flagge antreten. Die Sbornaja kann auf die besten Cracks der nationalen KHL bauen, die als zweitbeste Liga der Welt gilt. Die Russen können so die Ausfälle besser kompensieren, als die meisten anderen Nationen. Die Russen Pawel Dazjuk und Ilja Kowaltschuk sind die prominentesten Teilnehmer.


Auch Schweden gehört trotz NHL-Adlerlass wie üblich zu den Favoriten. 2014 schockten sie in Sotschi Gastgeber Russland im Viertelfinale und zogen später ins Finale ein, das gegen Kanada verloren ging. Das Halbfinale ist diesmal auch drin. Ein Teenager zählt zu den ganz großen Hoffnungsträgern. Mit erst 17 Jahren! Rasmus Dahlin, mit 1,90 m schon jetzt zumindest körperlich ein Gigant, stand erst mit der U-20-Nationalmannschaft Schwedens bei der WM in Buffalo dicht vor dem Titelgewinn, scheiterte im Finale aber an Kanada.   

Kanada ist immer im Verlosungstopf. In den letzten vier Endspielen siegten die Ahornblätter vier Mal. Nur in Turin reichte es nicht für eine Medaille. Trotz Abwesenheit der NHL-Stars setzt Kanada auf geballte NHL-Erfahrung. Im Aufgebot ist Torhüter Justin Peters (31) von den Kölner Haien als einziger DEL-Profi. Sean Burke, der General Manager des Team Canada, setzt vornehmlich auf Spieler aus der KHL (13) sowie der SHL, NLA und AHL (je drei). Mit einem Durchschnittsalter von 30,44 Jahren ist der Kader von Cheftrainer Willie Desjardins, formulieren wie es nett,  extrem erfahren. Mit Chris Kelly (37) steht auch ein Ex-Stanley-Cup-Sieger (2011 mit Boston) in den Reihen der Kanadier.


Finnland wartet sehnsüchtig auf den ganz großen Wurf. Seit 1988 in Calgary stand Suomi schon acht mal auf dem Treppchen (2 Silber, 4 Bronze). 2014 siegte man im Spiel um Platz 3 mit 5:0 gegen die USA. Finnland reist mit gleich zwei 18-Jährigen zum Turnier nach Südkorea. Und beide gehören zu den besten der Welt in ihrer Altersklasse. Stürmer Eeli Tolvanen gehört mit 17 Toren und 16 Vorlagen in 45 Spielen zu den großen Überraschungen im finnischen KHL-Klub Jokerit Helsinki. Ebenfalls in der Landeshauptstadt, aber bei HIFK in der heimischen Liga überzeugte Offensivverteidiger Miro Heiskinen mit satten neun Toren und fünf Assists aus 20 Spielen. 16 Spieler, darunter alle drei Keeper, spielen in der KHL.


Die USA gehört immer zum erweiterten Favoritenkreis. Als Kapitän wird der bereits 38-jährige Brian Gionta die US-Amerikaner nach Südkorea führen. Der einstige Stanley-Cup-Sieger (New Jersey Devils/2003) absolvierte in der laufenden Saison 2017/18 bis dato lediglich vier Partien für die USA bei zwei internationalen Turnieren. Der Außenstürmer, der in der vergangenen Spielzeit bei den Buffalo Sabres alle 82 Partien bestritt (15 Tore, 20 Vorlagen), hatte im Sommer in der NHL keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Mit dem in die DEL2 zu den Kassel Huskies gewechselten James Wisniewski (über 500 NHL-Spiele), dessen Kontrakt bei den Nordhessen aber im Februar endet, sowie Chad Kolarik von DEL-Klub Adler Mannheim und Skandal-Torhüter David Leggio vom deutschen Meister München stehen auch drei DEL-Profis im Olympia-Aufgebot. 

Tschechien hoffte lange auf Volksheld Jaromir Jagr. Doch die Eishockey-Ikone löste seinen Vertrag bei den Calgary Flames in der NHL zu spät auf. Der 45-jährige Olympiasieger von 1998 steht nicht im Kader der Tschechen. Der große Traum der Eis-Ikone ist geplatzt. Auf Erfahrung setzten die Tschechen dennoch – nämlich aus der KHL. Gleich 14 Spieler verdienen dort ihr Geld. Prunkstück ist die Defensive mit den KHL-Stammtorhütern Pavel Francouz und Dominik Furch und knallharten Verteidigern wie Jakub Nakladal, Tomas Kundratek und Michal Jordan.     


Das deutsche Team ist nur Außenseiter. Glück bei der Auslosung hatte das DEB-Team nicht zwingend. Mit dem aktuellen Weltmeister Schweden, den defensivstarken Finnen und Norwegen stehen Deutschland drei Hammer-Aufgaben bevor. Torwart Danny aus den Birken sieht im Fehlen der NHL-Spieler allerdings einen Vorteil für Deutschland: „Wir haben doch schon einen gewissen Kern, der sich untereinander kennt. Die anderen Teams gehen immer mit NHL-Spielern zu den großen Turnieren und müssen sich erstmal kennenlernen." Ziel ist das Viertelfinale. NHL-Star Leon Draisaitl ist dagegen bitter enttäuscht, dass er nicht zu Olympia darf: „Es ist schon sehr bitter. Ich habe mich schon öfter mit meinem Vater darüber unterhalten. Er hat dreimal bei Olympia gespielt und gesagt, dass es das Geilste ist, das es gibt - die ganze Atmosphäre, das Drumherum. Man spürt es sogar über den Fernseher.“