Eishockey - Stories

05.01.2012 - 16:47
Von: Armin Holl-Wagner

Elfring vor seinem 400. Tigers Spiel

Das Heimspiel der Straubing Tigers am morgigen Freitag gegen den EHC München ist an sich schon eine spannende Angelegenheit, für Straubings Verteidiger Calvin Elfring ist noch dazu sein 400. Spiel im Dress der Niederbayern.

Calvin Elfring

Calvin Elfring - Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de

Die erste Deutschland-Station für den heute 35-jährigen war 2001/02 der EHC Bad Aibling, der seinerzeit in der dritten Liga spielte. Nach einem Jahr mit 21 Toren und 26 Assists wechselte er in die 2. Liga zum SC Bietigheim-Bissingen wo er bis Ende der Spielzeit 2003/04 seine Schuhe schnürte.

Der folgende Wechsel brachte ihn zum damaligen Ligakonkurrenten, den Straubing Tigers. Hier spielt der Mann aus Lethbridge bisher und streift sich im morgigen Duell Nieder- gegen Oberbayern zum 400. Mal das Dress der Tigers über.

„Auf der einen Seite ist es schon etwas Besonderes, ich bin auch Stolz, dass ich so lange hier spiele, aber das Spiel selbst ist jetzt nichts Besonderes, es ist einfach das nächste Spiel.“, so der Routinier nach dem Training am Donnerstag.

Bei runden Jubiläen darf die Frage nach den in Erinnerung geblieben Spielen natürlich nicht fehlen. „Bis jetzt war das ganz klar die gewonnene Meisterschaft in Bremerhaven, aber auch das erste DEL Spiel zu Hause gegen Ingolstadt“.

Er ist der letzte Spieler der Aufstiegsmannschaft von 2005/06 der noch bei den Tigers spielt. „Wir treffen uns nicht, aber ich habe noch zu einigen Kontakt. Über Facebook geht das ja super. Neulich habe ich erst mit Norm Batherson gesprochen, ich habe auch noch Kontakt zu Trevor Gallant oder Aaron Fox. Aaron hat uns auch im Sommer in Phoenix besucht. Eishockey ist wie eine Familie.“

So einiges erebte Elfring bei den Tigers: „Die ersten zwei Jahre in der 2. Liga waren sehr schön, wir haben immer gewonnen. Die ersten zwei Jahre in der DEL war einfach Spaß haben. Wir hatten eigentlich auch immer gute Mannschaften und haben meistens auch gut gespielt, aber fünf Jahre ohne Play-offs ist schon lange. Das will ich in meiner Kariere hier in Straubing unbedingt noch schafften.“

Der Start in Bad Aibling war nicht leicht, jetzt ist Elfring ein gestandener DEL-Spieler. „Ich war in Miesbach und habe einige DEL Spieler getroffen und habe gesagt, dass ich auch in der DEL spielen will. Die meinten nur: 'Du spielt in der 3.Liga, da hast Du keine Chance auf DEL!' Ich habe aber an mich selbst geglaubt und hart gearbeitet.“

Das Ziel des Kanadiers war von Anfang an die DEL „Schon als ich nach Deutschland kam, war es mein Ziel in der höchsten Klasse zu spielen. Das ist glaube das Ziel von jedem Eishockeyspieler.“

Auch die Umstellungen von Nordamerika nach Deutschland waren nicht immer leicht „Ich war sehr überrascht, hier war alles anders. Es ist immer schwer wenn du nach Deutschland kommst und die Sprache nicht sprichst. Das Eishockey war auch anders. Die Eisfläche ist größer, aber Eishockey ist Eishockey, die meisten gewöhnen sich daran. Auch die Regelauslegung war etwas anders. Als ich nach Deutschland kam war Halten und Haken etwas anders, das war für meine Körpergröße nicht leicht, aber jetzt sind die Regeln etwas anders.“

Straubing dürfte wohl auch die letzte Profistation sein. Der aktuelle Vertrag läuft bis zum Ende der Spielzeit 2012/13, Calvin Elfring ist dann 37 Jahre. „Ich denke, das könnte mein letzter Vertrag sein, genau kann ich das aber noch nicht sagen. Dass liegt nicht nur an mir, das ist auch eine Familienentscheidung. Meine Frau und meine Kinder unterstützen mich da sehr, sie sagen `Du kannst so lange spielen wie Du willst´, das hilf mit sehr.“

Eine Laufbahn in der Geschäftsstelle wie sie Jason Dunham, inzwischen sportlicher Leiter in Straubing, einschlug schließt „Elfi“ jedoch aus. „Wir gehen nach meiner Kariere sicher zurück nach Amerika. Meine Frau ist Amerikanerin, die Familie ist drüben. Das ist auch jetzt nicht leicht, weil wir keine Großeltern zum Babysitten oder so hier haben. Bei Jason ist das etwas anders, der ist mit einer Deutschen verheiratet und die Familie ist da. Und Familie ist für mich ganz wichtig. Wir habe gute Freunde hier, aber Freunde ist nicht Familie.“

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