Eishockey - Stories

30.06.2012

Goon

Ab in die Videothek

von Armin Holl-Wagner

Von vielen lange erwartet, ist mit „Goon“ der Sportfilm des Jahres nun endlich in den Handel gekommen. Zumindest wird sich der Film mit Seann William Scott in der Hauptrolle diesen Titel unten den Eishockeyfans erarbeiten. Wir haben uns den Film auch angesehen, und unser Urteil lautet: ein Muss für jeden Fan.


(Quelle: Goon - The Movie)

Als Goon, oder auch Enforcer, bezeichnet man Spieler, die den Star der eigenen Mannschaft beschützen sollen. Sozusagen ein Leibwächter auf dem Eis. Außerdem soll er durch gezielte Provokationen oder angezettelte Schlägereien den Spielfluss des Gegners brechen oder wichtige Spieler aus dem Spiel zu nehmen, egal wie.

Seann William Scott spielt Doug Glatt. Doug ist ein junger, erfolgloser und einfältiger Türsteher und Rausschmeißer in einer Bar. Sein Vater und sein Bruder sind Ärzte, somit ist klar, dass ihm die Rolle des schwarzen Schafes der Familie zufällt.

Dougs bester Freund ist Pat Houlihan. Ein durchgeknallter Eishockeyfreak, der auf Schlägereien auf dem Eis steht und die kleine Eishockeyshow „Hot Ice“ betreibt. Nebenbei, die Show hat aktuell einen tatsächlichen Twitter-Account: „@HotIceTV“.

Beide sind Fans von Ross Rhea, einem Enforcer. Rhea ist ein alternder Star, der aufgrund eines üblen Stockschlags gesperrt wird. Sogar das Gerücht des Kariereendes macht die Runde. Als Doug und Pat zusammen ein Spiel besuchen, wird Doug entdeckt. Pat pöbelt einen Spieler auf der Strafbank so lange an, bis dieser völlig die Kontrolle verliert, übers Plexiglas klettert und auf Pat los will. Doug fängt ihn ab und vermöbelt diesen böse.

Am nächsten Tag erhält er einen Anruf vom Coach der Orangetown Assassins und auch gleich einen Vertrag. Das Problem, Doug kann nicht Schlittschuhlaufen. Doch als Goon muss er das auch nicht, was er im ersten Eistraining klar unter Beweis stellt. In der unteren Liga macht er sich schnell einen Namen und wird nach oben, zu den Halifax Highlanders, abgegeben. Dort soll er auf Xavier Laflamme aufpassen. Dieser wurde von Ross Rhea ins Krankenhaus geschickt und sucht seitdem seine Form. Dazu kommen Probleme mit Alkohol und Drogen. Die Highlanders sind ein Team, bei dem es auf und neben dem Eis alles andere als Rund läuft. Zudem lernt Doug in einer Bar Eva kennen, was die Gesamtlage vorerst nicht einfacher macht, dem Film aber einen romantischen Nebenerzählstrang bringt. Der Film gipfelt im unausweichlichen Fight zwischen dem Enforcer der St. John's Shamrocks, Ross Rhea, und dem der Halifax Highlanders, Doug Glatt.

Bis es dazu kommt, vergehen jedoch eineinhalb Stunden Eishockeyunterhaltung. Dem ein oder anderen spritzt vielleicht etwas zu viel Blut, und manches wirkt fremd und unrealistisch. Doch der Film basiert auf der wahren Geschichte von Doug Smith und seinem autobiografischen Buch „Goon: The true story of an unlikely journey into Minor League Hockey“, das er gemeinsam mit Adam Frattasio geschrieben hat. Schon alleine deshalb ist Goon alles andere als ein billiger Abklatsch des Ur-Eishockey-Films Slapshot. „The

Doug „The Hammer” Smith wurde am 27. Dezember 1964 in Quincy im US-Bundesstaat Massachusetts geboren und stand mit 19 Jahren zum ersten Mal auf Schlittschuhen. In der Spielzeit 1988/89 lief er für die Carolina Thunderbirds in der ECHL auf und machte 28 Spiele. Er kam auf 0 Tore, 1 Assist und 179 Strafminuten.

Zur Basis des Buches wurden noch einige weitere reale Ereignisse eingefügt. Die Szene bei der Doug Glatt entdeckt wird, basiert auf dem wahren Vorfall vom 23. Dezember 1979. Die Boston Bruins enterten die Tribünen im New Yorker Madison Square Garden und prügelten sich mit Zuschauern. Allen voran Terry O'Reilly und Peter McNab, die sich durch einen Rangers-Fan provoziert fühlten.

Auch die Szene, für die Ross Rhea gesperrt wurde, basiert auf einer wahren Begebenheit. Am 21. Februar 2000 machte es Marty McSorley (Boston Bruins) gegen Donald Brashear (Vancouver Canucks) dieses Foul und wurde im Anschluss für 23 Spiele gesperrt.

Interessant ist auch, dass der farbige Spieler der Albany Patriots, mit dem sich Glatt prügelt, vom ehemaligen NHL-Spieler Georges Laraque gespielt wird. Er stand in Diensten der Edmonton Oilers, der Phoenix Coyotes, der Pittsburgh Penguins, und der Montreal Canadiens. Laraque hatte die Position eines Enforcers, außerdem ist er der Cousin des in der DEL bestens bekannten Jean-Luc Grand-Pierre.

Gedreht wurde Goon in Brandon, Winnipeg und Portage la Prairie. Hier wurden im PortageCredit Union Centre die meisten Hockeyszenen gefilmt. Premiere hatte Goon am 10. September 2011 auf dem Toronto Film Festival. In den deutschen Kinos lief der Film nie, sondern ist ausschließlich als DVD oder Blue-Ray zu sehen.

Bestellen kann man "Goon - Kein Film für Pussies" direkt bei Amazon als DVD oder als Blu-Ray Version.

 

Rolle                            Darsteller

Doug Glatt                   Seann William Scott
Eva                              Alison Pill
Ross Rhea                   Liev Schreiber
Xavier Laflamme          Marc-André Grondin
Pat Houlihan                Jay Baruchel
Ronnoe Hortense          Kim Coates

Regie: Michael Dowse
Drehbuch: Jay Baruchel, Evan Goldberg

 

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