|
Liga News Spezial Aktuell Service |
16. Juni 2003: 40
Jahre Deutscher Eishockey-Bund:
Teil 10 Nationalteam wieder AushängeschildSeit nunmehr fünf Jahren ist Hans Zach als Bundestrainer im Amt. Sein Start 1998 war nicht gerade glücklich. Bei der WM-Qualifikation in Ljubljana (Slowenien) ging voll in die Hose. Das Team stieg erstmals seit 30 Jahren wieder in die B-Gruppe ab. Es folgte 1999 mit Rang vier in der B-Gruppe eine weitere Enttäuschung für die Anhänger des Nationalteams, das auf seinem Tiefpunkt angekommen war. Aber Hans Zach zog sein Konzept mit der Verjüngung durch.. Er führte seine junge Mannschaft über die Qualifikation in Ljubljana in den Kreis der Olympiateilnehmer zurück. Ein Jahr später schaffte die Zach-Truppe bei der B-Weltmeisterschaft 2000 in Polen den Aufstieg in die A-Gruppe und qualifizierte sich damit auch sportlich für die WM 2001 im eigenen Land. Danach war die Nationalmannschaft wieder im Kreis der Top-Nationen etabliert. Bei der WM 2001, bei Olympia 2002 und den Welt-Titelkämpfen 2002 und 2003 erreichte sie jeweils das Viertelfinale. Zachs junge Garde hatte ihr Ziel erreicht, sie war wieder das Aushängeschild des deutschen Eishockeys. DEB stand finanziell im NiemandslandRainer Gossmann, der 1995 Ulf Jäkel als DEB-Präsident abgelöst hatte, musste mit dem Verband zahlreiche Hürden nehmen. Er hatte ein heftiges, lange anhaltendes Duell mit dem DEL-Boss Bernd Schäfer III. Die DEL löste sich vom DEB. Der Weltverband IIHF musste als Schlichter auftreten. Der DEB war finanziell in großer Not und stand vor großen finanziellen Problemen. Am Ende gab es 1997 einen Kooperationsvertrag zwischen dem DEB und der DEL-Betriebsgesellschaft mbH. Gossmann musste noch einige Klippen umschiffen. Neue DEB-Führungscrew - Reindl beschnitten Am 30.November 2002 endete die Ära von Rainer Gossmann, der die längste Amtszeit (1995 - 2002) eines Präsidenten nach Otto Wanner absolviert hatte. Das neue Führungsteam um Präsident Hans-Ulrich Esken brachte zunächst einmal Ruhe in den Verband, muss aber mit vielen Hinterlassenschaften der alten Führung fertig werden – und kann erst dann die großen Pläne die man sich gesteckt hat, verwirklichen. Aber der im Verband nicht unumstrittene DEB-Sportdirektor Franz Reindl wurde schon jetzt in seinen Ämtern beschnitten. „Die Verantwortung über das Personal und die DEB-Geschäftsstelle habe ich übernommen, Franz Reindl ist mit der Bezeichnung Generalsekretär nur noch für den sportlichen Bereich zuständig“, verkündete DEB-Vize Bodo Lauterjung. Franz Beckenbauer würde sagen: „Schau`n mer Mal!“ (HE/haje) Ende der Serie So stimmt es In der Folge neun der Serie ist dem Autor ein Fehler unterlaufen. Hedos München war nicht der erste deutsche Meister der DEL (1994), sondern der letzte Meister der Bundesligazeit vor Gründung der DEL. Wir bitten das zu entschuldigen.
Otto Wanner verlor seinen letzten Kampf - Ulf Jäkel aus Kaufbeuren brachte neuen Schwung in den VerbandOtto Wanner hatte beim DEB-Verbandstag 1992 in Stuttgart seinen letzten Kampf verloren. Seinem Wunsch, doch noch bis zur WM 1993 im eigenen Land im Amt zu bleiben, wurde nicht entsprochen. Die Delegierten wählten ihn nach 28 Jahren ab. Ein neues Vorstandstrio brachte neuen Schwung in den Verband. Präsident Ulf Jäkel aus Kaufbeuren und Schatzmeister Gottfried Neumann aus Augsburg packten die Sache an und hatte erste Erfolge. Nach drei Jahren endete die Amtszeit des Trios - darunter Vizepräsident Dr. Wolfgang Bonenkamp. Ulf Jäkel trat nach Querelen im Vorstand zurück. Rainer Gossmann wurde sein Nachfolger. Rudolf Schnabel wurde Vizepräsident und Wolfgang Sorge Schatzmeister. Dieses Trio hielt länger durch als die anderen Vorstandsmitglieder in der Ära nach Wanner, Sie blieben sieben Jahre im Amt. Start der DELIn die Jäkel-Ära fiel auch die Gründung der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Am 23. April 1994 stimmten die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga für die Einführung der Profiliga. Basis dieser Neuerung war der schlimme Zustand der Finanzen in den Vereinen. Man sprach von 25 Millionen Verbindlichkeiten! Die Lizenzprüfung 1994 ergab, dass fünf Erstligisten und sieben Zweitligaklubs keine Lizenz erhalten könnten. Also eine neue Liga, die DEL. Der letzte Bundesliga-Meister Hedos München ging als Maddogs München ins erste DEL-Jahr und im DEL-Gründungsjahr 1994 nach nur wenigen Monaten von der Bildfläche verschwunden! Dann wurde es besser. Nach Köln und Düsseldorf wurde Mannheim dreimal in Serie Meister, ehe die zweite Bruchlandung in München vor sich ging. Die Barons wurden Meister und in der bayerischen Landeshauptstadt merkte es niemand. Umzug nach Hamburg. Nationalteam mit neuem Schwung – dann kam KingstonDie Nationalmannschaft erlebte unter dem Bundestrainerduo Dr. Ludek Bukac und Franz Reindl noch mal einen Aufschwung. Bei Olympia 1992 in Albertville schied man im Viertelfinale gegen Kanada aus. Wer erinnert sich nicht an den Puck der nach Draisaitls Penaltyschuss auf der Linie tanzte und nicht den Weg über die Linie fand. Bei der WM 1993 im eigenen Land wieder im Viertelfinale. 1994 kam George Kingston, der Cowboy aus Kanada. Er führte das Team 1995 nach einem 7:1 gegen die Tschechen ins World-Cup-Viertelfinale. 1997 als er mit der Mannschaft nur Elfter wurde, wurde sein Vertrag nicht verlängert und der Cowboy mußte gehen. Sein Nachfolger wurde Hans Zach. Fortsetzung folgt
Das Ende der Ära
Otto Wanner
|
||||||||||||
|
40
Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - Eine Dokumentation von Horst
Eckert (Teil 6) - (Teil 5) - (Teil 4) - (Teil 3) - (Teil 2) - (Teil 1) |
Das Gespann Otto Wanner und Xaver Unsinn - eine fruchtbare Zusammenarbeit mit einigen Kratzern
DEB-Präsident Otto Wanner und Bundestrainer Xaver Unsinn, das war eine sehr fruchtbare und oft freundschaftliche Zusammenarbeit. Zwei Allgäuer mit Ecken und Kanten. Auf der einen Seite der Politiker und Bürgermeister von Füssen Otto Wanner, auf der anderen Seite Xaver Unsinn, der an der Sporthochschule Köln den Trainerjob studierte, vorher aber ebenfalls in Diensten der Stadt Füssen stand. Oft setzte Unsinn seine ganze Autorität ein, um Wanner den Rücken zu stärken, oft gab es aber auch Differenzen, wie 1976, als sich Otto Wanner im DEB nicht durchsetzen konnte und Xaver Unsinn, der seinen Verein Berliner SC ungerecht behandelt sah, als Bundestrainer zurücktrat.
Im Mittelpunkt aber stand der sportliche Erfolg. Zuerst der Aufstieg in die WM A-Gruppe 1975 und dann ein Jahr später der Gewinn der olympischen Bronzemedaille bei den Spielen in Innsbruck1976. Xaver Unsinn hatte mit zwei tollen Erfolgen begonnen. Und dann der Rücktritt aus Protest gegen den DEB.
Hans Rampf übernahm kurzfristig das Amt und konnte mit dem Team drei Jahre in der A-Gruppe bleiben. Dann der Rückschlag bei Olympia 1980 in USA. Nur Rang zehn !
Ab 1982 begannen wieder die Unsinn-Jahre mit dem Nationalteam. Neun Jahre konnte sich das BRD-Team unter den ersten Acht der Puck-Nationen halten. Fünfter bei Olympia 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary, sowie bei der WM 1983 im eigenen Land. Qualifikation und Teilnahme am CANADA-Cup 1984 und vier siebte Plätze. Bei der WM. 1990 bei der WM in der Schweiz wurde Unsinn krank und Assistent Erich Kühnhackl übernahm das Team für die beiden letzten Spiele.
Einige Herrn im DEB opponierten gegen Unsinn, der ihnen zu „mächtig“ geworden war. Otto Wanner ließ seinen Bundestrainer fallen, um seinen eigenen Stuhl zu retten. Ein schändliches Verhalten gegen einen so verdienten Mann wie Xaver Unsinn.
1981 wurden die Play-offs eingeführt
Die Fachzeitschrift „Eishockey Magazin“ hatte sieben Jahre für die Ply-offs getrommelt. Es wurden Vorträge über das System veranstaltet, aber einige Funktionäre verstanden den Modus einfach nicht.
1981 wurde die Neuerung dann endlich eingeführt und sie sollte viele, für die Fans unvergessene Höhepunkte bringen- Erster Play-off-Meister wurde der SC Riessersee, der zusammen mit Rosenheim und Landshut die bayerische Fahne noch hochhielt. Der Meisterpokal ging immer mehr in die Großstädte (1977 u. 79), Berlin (1974 u.76) Düsseldorf (1975) und Mannheim (1980).
1987 wurde das deutsche Eishockeymuseum geplant
Zum Verbandsjubiläum 1988 regte DEB-Präsident Otto Wanner an, ein Eishockeymuseum mit einer deutschen Hall of Fame zu eröffnen. Sportdirektor Roman Neumayer unterstützte den damaligen DEB-Pressechef Horst Eckert, der in monatelanger Arbeit die Grundlagen für das Projekt zusammen-
Suchte. Heute steht das Museum in Augsburg , hat sich etabliert und hat auch international großes Ansehen.
Der DEB hatte im Laufe der Jahre zahlreiche Führungspersönlichkeiten. Darunter waren echte Profis, zahlreiche Mitläufer aber auch viele Idealisten, die viel für den Eishockeysport getan haben.
Hier alle wichtigen Positionen im DEB und die jeweiligen Amts:
1963/64 Ludwig Zametzer (Füssen und 1963 - 1988 Helmut Perkuhn (Düsseldorf)
Dr. Günther Sabetzki (Düsseldorf) (danach Nachwuchs-Referenten Reuter, Pfuhl)
beide gleichberechtigt. 1999 Guntram Lüdemann (Bötzingen)
1964 - 1992 Otto Wanner (Füssen)
1992 - 1995 Ulf Jäkel (Kaufbeuren) Schiedsrichter-Obmann
1995 - 2002 Rainer Gossmann (Düsseldorf) 1963 - 1984 Georg Zeller (Landshut)
2002- Hans-Ulrich Esken 1984 - 1986 Willi Penz (Kaufbeuren)
1986 - 2000 Helmut Böhm (Landshut)
2.Vorsitzender /Vizepräsident 2000 - Klaus Stöger ( (Eisenberg)
1963/64 nicht besetzt
1964 -1984 Dr. Günther Sabetzki (Düsseldorf) Sportwart
1984 - 1988 Dr. Ernst Eichler (Mannheim) 1963/64 Toni Neumaier (Augsburg)
1988 - 1991 Rudolf Gandorfer (Landshut) 1964 - 1988 Heinz Henschel (Berlin)
Wilfred Wegmann (Duisburg) (danach Sportdirektor)
1991 - 1993 Heinz Landen (Köln)
1993 - 1995 Dr. Wolfgang Bonenkamp Sportdirektor
1995 - 1902 Rudolf Schnabel (Nürnberg) 1970 - 1986 Roman Neumayer (Olching)
2002- Uwe Harnos (Kaufbeuren) 1986 - 1992 Helmut Bauer (Garmisch-Partenk.)
Jochen Haselbacher (Hannover) 1992 - Franz Reindl (Garmisch-Partenk.)
Bodo Lauterjung (Ingolstadt)
DEV-Ehrenpräsidenten (aus Eishockeybereich)
Schatzmeister Hermann Kleeberg (Berlin)
1963 - 1970 Emeran Ludwig (München) Heinz Henschel (Berlin)
1970 - 1978 Walter Matthes (Walldorf)
1978 - 1980 Adolf Weiss (Garmisch-Part.) DEB-Ehrenpräsident
1980 - 1990 Walter Matthes (Walldorf) Otto Wanner (Füssen)
1991 - 1993 Josef Wagner (Rosenheim)
1992 - 1995 Gottfried Neumann (Augsburg) DEB-Ehrenmitglieder
1995 - 2002 Wolfgang Sorge (Düsseldorf) Herbert Kunze, Heinz Henschel, Dr. Ernst Eichler,
(wird v. Vizepräsident übernommen) Helmut Perkuhn
|
40
Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - Eine Dokumentation von Horst
Eckert (Teil 5) - (Teil 4) - (Teil 3) - (Teil 2) - (Teil 1) |
Augsburg, 24. Juni
1971 übernahm er wieder das Nationalteam. Der Sachse auf dem Trainerstuhl
modernisierte das Training, kümmerte sich intensiv um den Nachwuchs und hatte
zunächst Erfolg. Bei den Weltmeisterschaften in seiner Zeit, bestand die
A-Gruppe aus sechs Nationen. Es war sehr schwer, sich dort zu halten. Kießling
belegte folgende Plätze. WM 1971 (5.), Olympia 1972 (7.), WM 1972 (5.). Dann
kam die WM 1973 in Moskau, wo das Team absteigen musste. Der Bundestrainer hatte
zu sehr verjüngt, warf man ihm vor. Später war man froh um die Jungspunde, die
Kießling eingeschult hatte! Cracks wie Torhüter Rainer Makatsch, das
Verteidigerduo Udo Kießling, Ignaz Berndaner und die Stürmer Martin
Hinterstocker, Sepp Wünsch und Erich Kühnhackl
waren dabei. Doch dann klappte der erstrebte Wiederaufstieg 1974 (3.
Platz B-Gruppe) nicht. Das war bitter, denn 1975 fand die WM in der
Bundesrepublik statt. Kießling musste gehen, Xaver Unsinn kam.
Für die DEB-Offiziellen war das Jahr 1975 ein Jubeljahr.
Wurde doch mit Dr. Günther Sabetzki ein Deutscher in das Amt des IIHF-Präsidenten
gewählt. Der DEB-Vizepräsident aus Düsseldorf war der erste Deutsche der in
dieses Hohe Amt berufen wurde. Vor ihm schaffte nur der Berliner Hermann „Männe“
Kleeberg den Sprung in die engere Weltverbandsspitze. Er war dreimal Vizepräsident.
|
40
Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - Eine Dokumentation von Horst
Eckert (Teil 4) - (Teil 3) - (Teil 2) - (Teil 1) |
Augsburg, 21. Juni
1.
Vorsitzender: Otto Wanner
(Füssen), ohne Gegenkandidat , ohne Gegenstimmen.
2.
Vorsitzender: Dr. Günther
Sabetzki (Düsseldorf) ohne Gegenkandidat, 34 Gegenstimmen.
Schatzmeister: Emmeran Ludwig (München)
, ohne Gegenkandidat, ohne Gegenstimmen.
Sportwart: Heinz Henschel (Berlin) ohne
Gegenkandidat, 4 Gegenstimmen.
Drei Beisitzer: Reihenfolge
der Wahl: 1. Manfred Lurz (Bad Tölz) 202 Stimmen; 2. Dr. Ernst Eichler
(Mannheim) 188 St.; 3. Hermann Giebelen (Krefeld) 104 St.; Nicht gewählt:
Raimund Krawinkel (Krefeld), Willi Krick (Bad Nauheim), Toni Neumaier
(Augsburg), Walter Kowarik (Bad Nauheim), Gerhard Marks (Berlin).
Schiedsrichter-Obmann: Erich Zeller
(Landshut) ohne Gegenkandidat, ohne Gegenstimme.
Jugend-Obmann: Helmut Perkuhn (Düsseldorf)
ohne Gegenkandidat, ohne Gegenstimmen.
Kassenprüfer: Dr. Ammerling (Düsseldorf),
Georg Kraeft (Berlin)
Der am 26.6.1919 in Kempten (Allgäu) geborene neue
DEB-Boss war zuerst Stadtkämmerer und von 1974-91 Bürgermeister von Füssen.
Im 2. Weltkrieg war Otto Wanner Offizier bei den Fallschirm-jägern. Ab 1946 betätigte
er sich beim EV Füssen zuerst als Vize und dann als Präsident des
Nachkriegsrekordmeisters.
Er war der logisch denkende Diplomat unter den Vereinsfunktionären und
„regierte“ vom Rathaus Füssen den DEB mit harter Hand. Bewundernswert war
seine taktische Geschicktheit im Umgang mit seinen Mitgliedern (Vereinen,
Landesverbänden). Der Boss saß bei Verbandstagen mit der Zigarre im Mund auf
seinem Präsidentenstuhl und ließ die „Kleinen“ reden und streiten, bis sie
alle müde waren. Dann kam er mit einem schon fertigen Konzept und setzte das
dann schmunzelnd durch.
Mit den Jahren war er auch international ein angesehener Offizieller. Mit dem
Alter kamen auch die Fehler, die ihn schließlich, 1992 zum
Rücktritt zwangen. Im Kampf um sein Amt ließ er langjährige treue Weggefährten,
wie z. B. Xaver Unsinn fallen. Ein Abgang vom DEB, der so nicht nötig gewesen wäre.
Er wurde immerhin zum Ehrenpräsidenten gewählt. Heute lebt er zurückgezogen,
schwer erkrankt in Füssen.
Die Nationalmannschaft war 1964 nur Siebter bei Olympia
und mußte in die B-Gruppe absteigen.
Das Trainertrio Unsinn, Egen, Holderried wurde abgelöst. Markus Egen war nun
der alleinige Bun-destrainer. Als er bei der B-WM 1965 nur den dritten Rang
belegte, wurde auch er abgelöst. Der Kanadier Ed Reigle wurde für zwei Jahre
sein Nachfolger und stieg 1966 in
die
,Bad Tölz
durchbrach die Füssen-Serie
Von 1963 bis 1965 war der EV Füssen dreimal in Serie
deutscher Meister geworden. Dann durch-brachen die „Tölzer Buben“ mit
Trainer Mike Daski diese Serie und holten den Titel nach Bad Tölz. Torhüter
Toni Klett, die Blueliner Hans Schichtl und Heinz Bader und die Angreifer Albert
Loibl, Peter Lax, Rudi Pittrich und der junge Lorenz Funk waren die Helden der
bayerischen Berge.
Ein Jahr später holte die Düsseldorfer EG den Titel in den Westen.
Unglaublicher Jubel in der NRW-Metropole. Der aus Tölz stammenden Trainer Hans
Rampf war der Trainer. Torhüter Hans-Joachim Schmengler, die Abwehrrecken Horst
Roes und Otto Schneitberger, sowie die Stürmer Peter Gregory, Sepp Reif (kam
mit Schneitberger aus Bad Tölz), und Karl Heinz Löggow waren die Könige von Düsseldorf.
Dann ging der Titel von 1968 bis 1971 wieder ins Allgäu zum
„Nachkriegsrekordmeister“, wie sich die Füssener selbst betitelten. Der
Tscheche Prof. Vladimir Bouzek hatte eine neue Eishockey-Kultur in das Team
vermittelt. Große Namen waren da auf dem Eis. Goalie Toni Kehle, die
Verteidiger Rudi Thann und Josef Völk und die Starstürmer Gustav Hanig, Bernd
Kuhn, Horst Meindel, Karl-Heinz Egger und Georg Scholz. 1968 wurde Professor
Bouzek auch Bundestrainer.
| 40 Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) (Teil 3) - (Teil 2) - (Teil 1) |
Augsburg, 11. Juni
1963
das Jahr der großen Ereignisse
1963 war das Jahr zahlreicher wichtiger Entscheidungen und
Ereignisse. 1963 wurde US-Präsident John
F. Kennedy (22.11.) ermordet. In der UdSSR herrschte Nikita Chruschtschow,
deutscher Bundespräsident war Heinrich Lübke,
Ludwig Erhard hatte Konrad
Adenauer als Bundeskanzler abgelöst. Das ZDF
wurde gegründet und der Fußball gründete
fünf Jahre nach dem Eishockey seine „Bundesliga“.
Borussia Dortmund war deutscher Fußballmeister,
der EV Füssen deutscher
Eishockeymeister. Der Amerikaner Vic Heilinger war Eishockey-Bundestrainer. DDR-Meister war Dynamo
Weißwasser und DDR-Staatstrainer war Rudi
Schmieder.
Die Eishockey- Bundesliga bestand aus
folgenden Klubs (1963/64): EV Füssen, EC Bad Tölz, ESV Kaufbeuren, EV
Landshut, Mannheimer ERC, Krefelder EV und Preußen Krefeld.
In der DDR-Oberliga spielten damals:
Dynamo Weißwasser, Dynamo Berlin, Vorwärts Crimmitschau, SC Karl-Marx-Stadt,
TSC Berlin und Empor Rostock.
Die Eishockey-Weltrangliste sah nach der WM 1963 so aus:
1. UdSSR
5. Finnland
2. Schweden
6.
BR Deutschland
3. CSSR
7. DDR
4.
Kanada
(Amateure)
8. USA
16.Juni
1963 in Krefeld: Gründung des DEB
Am 16. Juni 1963 wurde
in Krefeld der „Deutschen
Eishockey Bund“ gegründet. Vertreter von acht Landesverbänden und 32
Vereinen waren anwesend.
Sie vollzogen mit der Verbandsgründung die Selbstständigkeit des deutschen
Eishockeysports. Von 1909, als die „Sektion Eishockey“ in den Deutschen
Eislauf Verband (DEV) aufgenommen wurde, bis zum 16.Juni 1963 war
Eishockey praktisch nur eine Sparte im DEV. Jetzt machte sich der Pucksport
selbstständig, blieb aber im Dachverband, dem DEV. Es dauerte zehn Stunden und
50 Minuten, ehe Versammlungsleiter DEV-Präsident Herbert Kunze den Vollzug
melden konnte.
Interessant ist, wer damals dabei war an diesem denkwürdigen Eishockeytag:
Lands-Eissportverbände: vertreten durch:
Eis- u. Rollsportverband Baden-Pfalz Helmut Klaes (Mannheim)
Bayerischer Eissport Verband Ferdinand Baumer (München)
Berliner Eissportverband Heinz Henschel
Hamburger Eis- u. Rollsport Verband Karl-Heinz Riedmann
Hessischer Eissport Verband Hans Unger (Bad Nauheim)
Niedersächsischer Eissportverband Fedor Rose (Hannover)
Eissportverband Nordrhein-Westfalen Dr. Günther Sabetzki (Düsseld.)
Württembergischer Eis- u. Rollsportverband Adolf Walker (Stuttgart)
EC Bad Tölz
(Hans Rampf), EV Füssen (Otto
Wanner), ESV Kaufbeuren (Herbert
Schluck/Reinhard Höbel, Krefelder EV
(Herbert Beckmann), Preußen Krefeld
(Prof. Dr. Justus Adam Nagel), EV
Landshut (Leopold Eichbichler/ Gerhard Schreiber), Mannheimer
ERC (Ludwig Mayer), SC Riessersee
(Dr. Hans Schwarz), VfL Bad Nauheim
(Dr. L. Ruofs), Berliner Schlittschuhclub
(Georg Kraeft), Eintracht Dortmund (Ernst Sürenhagen), Düsseldorfer
EG (Manfred Trippe), Sportgemeinde Eintracht
Frankfurt (Gerhard Kießling), TSV
Holzkirchen (Hubert Wochinger), Kölner
Eisklub (Ludwig Osterkorn), EV
Landsberg (Dr. Karl John), TEV
Miesbach (Thomas Anwander), SG Nürnberg
(i.V. Toni Neumaier/Augsburg), ERC Sonthofen (Willi Franz), EC
Oberstdorf (Fritz Geiger), Altonaer
Schlittschuhläuferverein (Karlheinz Riedmann), BFC Preußen Berlin (Heinz Henschel), EC Sauerland Deilinghofen
(Karl Schröder), Essener RSC (Günther
Gast), Hamburger Schlittschuhclub
(Wilhelm Kahle), RESG Hannover (Edgar
Luszek), ESV Herrsching (Karl Dosch), Münchner
Eislauf Verein (Emil Hammer), EV
Pfronten (Fritz Hörig), EV Rosenheim
(Rudolf Lechl), SC Wessling
(Erich Rieder), SC Ziegelwies
( i.V. Otto Wanner/Füssen). Dazu kamen mehrere Einzelpersonen, die keinen
Verein vertraten.
Start mit Doppelspitze
Es wurde beantragt, zwei 1.Vorsitzende zu wählen, so dass die beiden starken Landesverbände Bayern und NRW gewichtig vertreten sind. Es gab für fast alle Positionen mehrere Bewerber und damit eine interessante Wahl, die von Herbert Kunze geleitet wurde. Die Gewählten fettgedruckt (In Klammer Stimmenzahl)
1.Vorsitzender: Ludwig Zametzer Füssen (200), Dr. Günther Sabetzki Düsseldorf (134), Heinz Henschel, Berlin (64).
Schatzmeister: Emeran Ludwig , München (200)
Technische Kommission: Toni Neumaier,
Augsburg (200)
3 Beisitzer: Heinz Henschel, Berlin (154), Manfred Lurz Bad Tölz (142); Willi Krick ,Bad Nauheim(134), Dr. Ernst Eichler Mannheim (92), Raimund Krawinkel, Krefeld (70)
Jugend-Obmann: Helmut Perkuhn, Düsseldorf (200)
Schiedsrichter-Obmann: Georg Zeller, Landshut (116), H. Conrad ,NRW (84).
Verbandsgericht:
E.
Rieder, Wessling als Präsident, Herbert
Beckmann
Kassenprüfer: Georg Kraeft, Berlin (198), Otto Wanner, Füssen (186)
Der spätere Präsident Otto Wanner begann also als
Kassenprüfer – aber nur für ein Jahr, denn schon für April 1964 war eine außerordentliche
Mitgliederversammlung geplant, wo man die Weichen neu stellen wollte.
Die Nationalmannschaft wurde nach der Entlassung von Vic Heilinger von einem
deutschen Trainertrio betreut. Die Füssener Markus Egen, Xaver Unsinn und
Engelbert Holderied übernahmen diese Position. Das Nationalteam, erstmals unter
DEB-Führung, gewann die Olympiaausscheidung gegen die DDR und war für die
Spiele 1964 in Innsbruck qualifiziert. Ein guter Start.
| 40 Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - (Teil 3) - (Teil 2) (Teil 1) |
Augsburg, 8. Juni
Was war vor dem DEB?
Deutschland mit zwei Teams am Start
Vom 25. Februar bis 6. März 1955 fand die
Weltmeisterschaft in Deutschland statt.
In Krefeld, Dortmund, Köln und Düsseldorf statt. Die Bundesrepublik
Deutschland war in der A- und der B-Gruppe mit je einer Mannschaft vertreten. Es
war eine organisatorische Meisterleistung, die 15 Nationalteams auf die Stadien
zu verteilen. Es war die dritte WM, die in Deutschland stattfand. Es begann mit
dem WM-Finale 1930, das kurzfristig wegen Eismangel von Chamonix nach Berlin
verlegt wurde. Dann kam das Olympische Turnier 1936 in Garmisch-Partenkirchen,
das auch eine Weltmeisterschaft war.
Unsere Mannschaft, 1953 noch Vizeweltmeister belegte Rang sechs dank der Siege gegen die Schweiz (8:3 ) und Finnland (7:1). Die B-Mannschaft, die außer Konkurrenz in der B-Gruppe spielte kam unbesiegt auf den ersten Platz. Das A-Team wurde von Frank Trottier und das B-Team von Erich Konecki trainiert.
1957 und 1958
freiwillig nicht zur WM!
Bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d`Ampezzo kam
die Nationalmannschaft wieder auf den sechsten Rang. Für die WM 1957 in Moskau
wurde kurzfristig wegen schwacher Leistungen in den Vorbereitungsspielen ebenso
wie dann für die WM 1958 in Oslo
abgesagt. Das war damals nicht so schwerwiegend, weil man
höchstens in den B-Pool absinken konnte. Dafür trat die DDR bei diesen
Titelkämpfen an. 1959 in Prag wurde die BRD-Mannschaft
Sieger der B-Gruppe und qualifizierte sich für Olympia 1960. Trainer war
1959 der aus der DDR geflohene Gerhard Kießling, der stets von zwei Leibwächtern
aus dem Kreis der Mannschaft bewacht wurde.
Kurz vor der Abreise zum Olympiaturnier 1960
in Squaw Valley wurde Bundestrainer Gerhard Kießling auf Druck der DDR
entlassen. Die Ostdeutschen Politiker drohten nicht im gesamtdeutschen
Olympiateam zu starten, wenn Kießling bleibt.
Die BRD-Offiziellen gaben nach und
setzten Karl Wild als Bundestrainer ein.
Ein politische Niederlage der laschen DEV-Funktionäre. Aber auch eine kleine
Rache der DDR am bundesdeutschen Eishockey, denn man hatte 1956 und 1960 jeweils
die Olympiaauscheidung im Eishockey gegen die BRD verloren. Eigentlich hätte
Deutschland damals eine tolle Mannschaft auf das Eis schicken können, aber die
DDR-Politfunktionäre wollten eine Ausscheidung. Hätte man diese gewonnen, hätte
man den Chef de Mission für das gesamtdeutsche Team stellen können,
einen prestigeträchtigen Posten für einen Funktionär als
„Mannschaftsleiter“. Die BRD-Mannschaft hielt sich gut und belegte Rang
sechs.
1956: Berlin Ost
DDR – BRD 3:7
1960: Garmisch-Partenkirchen
BRD – DDR 5:2
Weißwasser
DDR – BRD 3:5
1964: Füssen
BRD – DDR 4:4
Ost-Berlin
DDR – BRD 3:4
BRD qualifizierte sich dreimal für Olympia.
Die drei letzten WM-Turniere vor der DEB-Gründung standen im Zeichen der Duelle mit der DDR. 1961 in Genf kam die DDR auf Rang fünf, die BRD auf Rang acht. Das BRD-Team trat gegen die DDR nicht an, nachdem Weltpräsident Bunny Ahearne (GBR) alle Teams dazu verdonnert hatte, die Fahne und Hymne des Gegners zu achten. Er wollte die Deutschen zur „Einheit“ zwingen.
Das Match wurde 5:0 für die DDR gewertet. 1962 in
USA bekam dann die DDR keine Einreiseerlaubnis – auch eine politischer
Blödsinn – dafür spielte Absteiger BRD in der A-Gruppe und belegte Platz
sechs. 1963 in Stockholm, wieder Polit-Ärger. Das BRD-Team gewann 4:3 gegen die
DDR, die aber kehrte bei der Siegerehrung der BRD-Fahne den Rücken zu. Die DDR
wurde daraufhin für drei Monate gesperrt. Ein Funktionärs-Witz, denn die
Sperre fiel in die Sommermonate! Endstand
DDR sechster, BRD siebter. Olympia 1964 fiel dann schon in die Zuständigkeit des DEB.
Einer wurde sogar
hingerichtet!
Chef an der Bande, ein heikles Amt. Zuerst war der Chef der
Außenkapitän, heute würde man es Spielertrainer nennen. Dann kam in den 30er
Jahren der „Reichstrainer“ und nach 1950 der Bundestrainer. Für einige der
Chefs an der Bande gab es viel Ärger. So wurde der Reichstrainer, der Kanadier
Bobby Bell in den Kriegswirren 1945 in
Belgien als Nazi-Spion verhaftet, verurteilt und hingerichtet. Gerhard Kießling
wurde kurz vor dem Abflug zu Olympia 1960 auf Druck der DDR-Funktionär
kurzfristig entlassen. Dann musste man einige Jahre Trainer des EV Füssen sein,
um Bundestrainer zu werden (das ersparte Füssen viel Trainergehalt!).
1928 - 1934
Erich Römer (Außenkapitän)
1935
Bobby Hoffinger CAN (Reichstrainer)
1936 - 1939 Bobbiy Bell
Bundestrainer:
1952
Joe Aitken (CAN)
1953 - 1954
Bruno Leinweber (D)
1955 - 1958 Frank Trottier (CAN)
1959
Gerhard Kießling (D)
1960
Karl Wild
1961 - 1962
Markus Egen (D)
1963 Vic Heilinger (USA)
Fortsetzung folgt (1963: DEB-Gründung)
| 40 Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - (Teil 1) |
(Teil 2)
Augsburg, 7. Juni
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland wieder
aus dem Weltverband LIHG ausgeschlossen. Bis 1952 mussten die Sportler warten,
ehe sie wieder international mitspielen durften. Die Olympischen Spiele 1948 und
die Weltmeisterschaften 1947 bis 1951 fielen in diese Zeit. Im nationalen
Bereich fand eine totaler Neuaufbau statt. Die meisten Vereine aus der
Hitler-Zeit wurden verboten. Man suchte sich neue Namen. Am 24.Februar 1947
wurde in Garmisch-Partenkirchen die „Deutsche Eis- und Rollsport
Arbeitsgemeinschaft (DERAG)“ gegründet. Präsident wurde Eugen Query (München),
Vizepräsident Wolfgang Fechner (Ost-Berlin). Schon einige Monate später traten
die Rollsportler aus der DERAG aus. Es folgte die Umbenennung in „Deutsche
Arbeitsgemeinschaft für Eissport (DAGE)“.
Vorsitzender wurde Ferdinand Baumer (München), Vize blieb Wolfgang Fechner
(Ost-Berlin). Im September 1949 nahm man den alten, nun wieder erlaubten Namen „Deutscher
Eissport Verband (DEV) an. Präsident
wurde Herbert Kunze (München), Vize
Heinz Henschel (Berlin). Interessant auch die Besetzung der anderen, Eishockey
betreffenden Positionen: Beherrschte bis zum Zweiten Weltkrieg der Berliner
Schlittschuhclub das Rennen um die Meisterschaft, so war es ab 1947 der EV Füssen,
der SC Riessersee und die beiden Krefelder Vereine KEV und Preußen. 1947: SC Riessersee (u.a. mit Gustav Jaenecke/ Trainer
Lorne Trottier) 1958 Gründung der Bundesliga Noch fünf Jahre vor dem Fußball führte Eishockey die
Bundesliga ein! 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland wieder in den
Weltverband aufgenommen und war für die Olympischen Spiele 1952 im norwegischen
Oslo ein-geladen. In Norwegen begann die Presse gegen die deutsche Teilnahme zu
votieren. Die Lage war kritisch. Das kam auch Bundeskanzler Konrad Adenauer zu
Ohren. Er lud den Chef de Mission (Oberster Offizieller eines Landes bei
Olympia) Herbert Kunze nach Bonn ein. Der DEV-Präsident schilderte das kurze
Gespräch so: Bei den Spielen war dann alles halb so wild. Unsere
Nationalmannschaft unter Trainer Joe Aitken belegte Platz acht. Ein Jahr nach Olympia reiste das Nationalteam zur
Weltmeisterschaft nach Zürich und Basel. Wegen der geringen Teilnehmerzahl
wurde eine Doppelrunde gespielt an der die CSSR, Schweden, die Schweiz und die
Bundesrepublik teilnahmen. Mitten im Turnier- Deutschland hatte die
Bronzemedaille schon sicher – starb der CSSR-Staatspräsident Klement
Gottwald. Das CSSR-Team musste sofort abreisen. Alle Spiele mit der CSSR wurden
gestrichen und Deutschland rückte dadurch von Rang drei auf Platz zwei vor.
Trainer Bruno Leinweber und sein Team war Vize-Welt- und Europameister. Hier die
Mannschaft, die 1953 die letzten WM-Medaille für Deutschland gewann:40 Jahre Deutscher
Eishockey Bund
Eishockey-Obmann: 1949-51 Hans Krohs
(München), 1951-55 Bruno Leinweber (Füssen), 1955-60 Willi Overath (Krefeld),
1960-62 Toni Neumaier (Augsburg), 1962- DEB-Gründung Josef Niederberger (Bad Tölz).
Spielausschuss: 1952-55 Bruno
Leinweber (Füssen), 1952-62 Dr. Günther Sabetzki (Düsseldorf), 1952-62 Heinz
Henschel (Berlin), 1960-62 Hans-Helmut Klaes (Stuttgart), 1960-62 Willi Krick
(Bad Nauheim). Deutsche Meisterschaft 1947 – DEB-Gründung 1963
1947 wurde der Titel noch unter den besten Vereinen der Regionen ausgespielt.
Dann kam 1948 eine Meisterschaftsrunde und die Gründung der Oberliga, der
damals (1948/49) folgende Vereine angehörten: EV Füssen, Preußen Krefeld, SC
Riessersee, VfL Bad Nauheim, HC Augsburg, Kölner EK. Interessant auch wer in
der damaligen Qualifikation ausgeschieden war: Forsthausstraße Frankfurt, HC
Stuttgart, SG Mannheim, Havestehude Hamburg und
EV Tegernsee.Die deutschen Meister 1947 –63
1948: SC Riessersee (Trainer Lorne Trottier)
1949: EV Füssen (u.a. mit Markus Egen, Xaver Unsinn/Trainer Bruno Leinweber)
1950: SC Riessersee ( u.a. mit Jaenecke, Biersack, Wild/Trainer Lorne Trottier
1951: Preußen Krefeld ( u.a. mit Schibukat und Spielertrainer Erich Konecki)
1952: Krefelder EV ( u.a. mit Torhüter Uli Jansen und Spielertrainer Erich
Konecki)
1953 – 59 sieben Mal in Serie: EV
Füssen: ( Trainer: 1953-56 Frank Trottier, 1957
Bruno Leinweber, 1958 und 1959 Markus Egen)
Den ersten Titel gewann der EV Füssen.
1960: SC Riessersee (u. a. mit TW Hobelsberger/ Trainer Ronny Barr).
1961: EV Füssen ( u. a. mit Ambros, Trautwein,Waitl/ Trainer Markus Egen)
1962: EC Bad Tölz (( u. a. mit Schneitberger, Reif u. Spielertrainer Hans Rampf)Adenauer und die Nationalmannschaft
Adenauer: „Sind wird denn da bei Olympia in Oslo überhaupt eingeladen?“
Kunze: „Ja Herr Bundeskanzler."
Adenauer: „Na dann fahren wir da auch hin."
Vizeweltmeister 1953
T: Uli Jansen (KEV), Alfred Hoffmann (SCR);
V: Toni Biersack (SCR), Hans Rampf (Tölz), Bruno Guttowski (KEV), Martin
„Bolly“ Beck (EVF), Karl Bietschel (KEV);
S: Markus Egen , Xaver Unsinn, Kurt Sepp, Georg Guggemeos, Fritz Poitsch
(alle EV Füssen), Karl Enzler (SCR), Dieter Niess (Kapitän/Bad Nauheim),
Otto Brandenburg (Pr. Krefeld). Trainer Bruno Leinweber( Füssen);
Teamchef Heinz Henschel (Berlin); Spielausschuss Dr.Günther Sabetzki (Düsseldorf).
Fortsetzung
folgt
(1954 bis zur DEB-Gründung 1963)
| 40 Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) - Eine Dokumentation (Teil 1) |
Augsburg, 4. Juni
40
Jahre Deutscher Eishockey Bund (DEB) Die Zeit vor dem DEB betrifft die Jahre von der
Jahrhundertwende, wo der Pucksport nach Europa kam, bis 1963. In den
Anfangsjahren war Eishockey zunächst mal das fünfte Rad am Wagen der ersten
Eissport-verbände. Zuerst kam 1888 der „Deutsche Nationale Eislaufverband“
und dann 1890 der heute noch existierende „Deutsche Eislauf Verband (DEV)“,
ein Dachverband für alle Eissportler. 1909 wurde eine „Sektion Eishockey“
in den DEV aufgenommen, spielte aber ein Mauerblümchendasein. 1910 gründete
man in Berlin eine Stadt-Liga mit diesen zehn Vereinen: Berliner
Schlittschuhclub, Sportclub Berlin,. BFC Preußen, Berliner Eislauf Verein 1904,
BFC Britania, BERLINER EV 1886, Hockey Club Berlin, SC Komet, SC Charlottenburg
und EV Berlin.. Neben Berlin waren das:
Erste Deutsche Meisterschaft
Die erste deutsche Meisterschaft fand 1912 statt. Es
wurde folgende Ausschreibung (lt. Original) veröffentlicht: Die
Meisterschaft des Deutschen Eislauf Verbandes um den Staatspreis des
Kultusministeriums ist offen für alle Amateurmannschaften aller dem DEV angehörenden
Vereine. Es wird nach kanadischen Regeln und mit eine Scheibe gespielt. Als Favoriten wurden im Vorfeld die Teams von SC Leipzig,
Akademischer SC Dresden, DHC Hannover, BFC Preußen Berlin und Berliner
Schlittschuhclub genannt. Es spielten aber nur zwei Vereine mit – und die
bestritten das Finale: Berliner Schlittschuhclub – SC Charlottenburg 2:1. Und
14 Tage nach dem Finale erschien dann auch ein Bericht in der Zeitung
WINTERSPORT. Demnach hatte der Schlittschuhclub nach dreimaliger Verlängerung (
a 15 Minuten) gewonnen. Die normale Spielzeit war 2 x 15 Minuten.
Als
Kriegsverlierer 1919 – 1927 ausgesperrt Nach diesem tollen internationalen Start wurde
Kriegsverlierer Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg vom internationalen
Spielbetrieb ausgeschlossen. Die
Nationalmannschaft konnte Auch an den Olympischen Spielen 1920 und 1924 nicht
teilnehmen. Man hätte dort Medaillenchancen gehabt.
Zweimal
Europameister Als Deutschland 1927 wieder mitspielen durfte, ging der
Medaillenregen weiter: Das war die Zeit von Superstar Gustav Jaenecke (Berliner
SC). Weitere Stars im Nationalteam waren: T: Walter
Leinweber (EVF), Theo Kaufmann (SC Brandenburg), Wilhelm Egginger (Riessersee),
Alfred Hoffmann (Zehlendorfer Wespen Berlin) Trainer:
Zuerst gab es den so genannten „Außenkapitän“, heute würde man
Spielertrainer sagen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg wurde Deutschland wieder vom Spielbetrieb ausgeschlossen
Sportlich war die Zeit vor dem DEB sehr erfolgreich Eine Dokumentation von Horst Eckert
Das erste Eishockeyspiel fand am 4. Februar 1897 auf dem Halensee in Berlin
statt. Der Akademische Sportclub bezwang in einem Match über 2 x 20 Minuten ein
Studententeam.Die Pionier-Städte
Hannover, wo 1910 eine Eisbahn eröffnet
wurde, die man aber wegen seiner kleinen Maße „Spucknapf“ nannte. Der DHC
Hannover zählte zu den ersten Vereinen.
Nürnberg: 1896 entstand dort die
erste Kunsteisbahn durch das Haus LINDE. Die ersten Vereine waren HG Nürnberg,
Nürnberger HTC und die Eishockeyabteilung des 1.FC Nürnberg.
München: Schon 1910 gab es die
Vereine MTV München, Münchner EV, SC Monarchia und SC München. Der MTV stand
schon 1913 im Finale um die deutsche Meisterschaft und holte 1922 den Titel.
Hamburg: Der Altonaer Schlittschuhläufer
Verein gehörte zu den Verbandsinitiatoren.
Dresden: Dort war zuerst eine
Bandy-Hochburg. Um 1910 begann der ASC Dresden mit Eishockey. Später kamen noch
der EV Dresden und der STHC 08 dazu.
Leipzig: 1912 war dort schon eine Stadtmeisterschaft mit den Vereinen:
Leipziger BC, ASC, Ruderverein, Hockey Club, Wacker und Verein Eissport.
Schierke: Im Harz wurde schon um 1910 gespielt 1913 war in Schierke die
Meisterschafts-Endrunde. Später gehörte der SV Schierke zu den deutschen
Spitzenklubs.
Erste Eishockeyversuche fanden statt in: Königsberg,
Rastenburg, Tilsit, Füssen, Frankfurt, Erfurt, Meiningen (Thür.), Tegernsee, um nur einige zu nennen.
Der deutsche Meister Vertrat auch Deutschland bei den Europameisterschaften und
gewann die ersten internationalen Medaillen:
Europameisterschaft 1910: Silbermedaille
Europameisterschaft 1911: Silbermedaille
Europameisterschaft 1913: Bronzemedaille
Europameisterschaft 1914: Silbermedaille
1927: Europa-Silbermedaille
1930: Europameister
1930: WM-Silbermedaille
1932: Olympia-Bronzemedaille
1932: WM-Bronzemedaille
1933: Europa-Bronzemedaille
1934: Europameister
1934: WM-Bronzemedaille
1936: Europa-Bronzemedaille
1937: Europa-Bronzemedaille
1938: Europa-Bronzemedaille
1939: Europa-Bronzemedaille
V: Albrecht von Bethmann-Hollweg (SCR),
Erich Römer (BSC), Horst Orbanowski (DEG), Karl Wild (SCR), Rudolf Tobien
(DEG).
S: Gustav Jaenecke (BSC), Rudi Ball
(BSC), Martin Schröttle (SCR), Marquard Slevogt (SCR), Dr. Georg Strobel (SCR),
Werner Korff (BSC), Alois Kuhn (EVF), Philip Schenk (SCR), Herbert Schibukat (Rastenburg)Roman
Kessler (DEG) und ab 1939 die Österreicher Franz Czöngey, Walter Feistritzer
und Oskar Nowak.
Das war Erich Römer (BSC). Dann kamen die beiden „Reichstrainer“ Bobby
Hoffinger und Bobby Bell aus Kanada.
Wett-Tips: Sportwetten Forum
Magazin: The Hockey News
City-Press: www.city-press.net
News: eurosport.yahoo.com
Vermarktung: Eurostream
Schweiz: Hockeyfans.ch
Österreich: Eishockey.org
Institutionen: Eishockeymuseum