Eishockey News

Wölfe-Festspiele beim SpitzenreiterSelb siegt in Deggendorf

(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)(Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Grundstein für diesen verdienten Auswärtsdreier war eine starke Abwehrleistung um einen abermals bärenstarken Goalie Deske und eine effektive Chancenauswertung. „Ich bin unheimlich stolz auf mein Team, wir spielten taktisch stark und siegten verdient – rund um ein nahezu perfektes Auswärtsspiel“, so ein überglücklicher Wölfe-Trainer Henry Thom.

Der Tabellenführer startete erwartungsgemäß mit viel Schwung und drückte die Wölfe von Beginn an in die Defensive. Die Niederbayern hatten in den ersten zehn Minuten ein optisches Übergewicht, auch wenn zwingende Torchancen ausblieben. So sehr sich der beste Sturm der Liga (118 Treffer) auch bemühte, die Selber Defensive, immerhin die Beste im Süden (68 Gegentore), hielt den Angriffswirbel stand, versuchte den Gegner clever weit vom eigenen Tor fernzuhalten und über Entlastungsangriffe für Gefahr zu sorgen. Nach gut fünf Minuten die erste gute Möglichkeit, aber Piwowarczyk verzog. Nahezu im Gegenzug der bis dato gefährlichste Angriff des DSC, aber Leinweber konnte den Querpass von Janzen nicht verwerten.

Angepeitscht von den gut 150 mitgereisten Selber Fans, die ordentlich Stimmung machten, kamen die Gäste immer besser in Fahrt. Es entwickelte sich ein munteres Spielchen, von beiden Teams intensiv geführt und Kampf um jeden Zentimeter Eis. Aber es zog auch Hektik auf, eine diskutable Strafe gegen Neumann sorgte für reichlich Diskussionen, aber die Selber blieben cool. In jener Strafzeit sollte ein Tor fallen, aber für die Wölfe. In Unterzahl gelang die 1:0-Führung, Pozivil, von Piwowarczyk bedient, im Liegen mit seinem ersten Saisontor. Der DSC antwortete prompt, nur 34 Sekunden währte die Selber Freude über die Führung, ehe in Überzahl der 1:1-Ausgleich fiel.

Beide Teams knüpften nahtlos ans erste Drittel an. Erneut war es der Hausherr, der die erste Duftmarke setzte. Schembri kreuzte nach einer Unachtsamkeit in der Wölfe-Defensive urplötzlich freistehend vor Deske auf, der aus kurzer Distanz sensationell parierte. Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten, beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, Torchancen im Minutentakt die Folge. Wiederer und Janzen scheiterten an Deske, auf der Gegenseite zwang Gare DSC-Goalie Brenner zweimal hintereinander zu Glanztaten, zudem hatte der Selber Routinier Pech bei einem Pfostentreffer. Der 20-jährige Brenner stand im Mittelpunkt des Spielgeschehens, war aber wenig später machtlos – Müller mit Gewalt von der „blauen Linie“, Moosberger fälschte unhaltbar zur erneuten Wölfe-Führung ab. Ein Treffer, der einerseits die Folge von spielerisch überlegenen Wölfe war und andererseits beim Spitzenreiter Wirkung zeigte. Ondruschka & Co. spielte dies in die Karten und legten nach. Einen Zuckerpass von Mudryk verwertete McDonald eiskalt und baute die Führung auf 3:1 aus. Aber die Hausherren, im Stile eines Spitzenreiters, hatten wieder die richtige Antwort parat. Nur ganze 15 Sekunden nach dem dritten Gegentor gelang Ovaska der 2:3-Anschluss.

Ein hochdramatisches Schlussdrittel – von Fans und Spielern wird alles abverlangt. Die Wölfe-Führung hielt, aber der Hausherr gab sich keineswegs geschlagen und versuchte, alles nach vorne zu werfen. Ohne Erfolg, denn die Gäste standen gut und agierten clever. Ein früh zugesprochenes Überzahlspiel ließen die Selber ungenutzt, um vorzeitig eine Art Vorentscheidung zu markieren, was dem DSC bewog, mit wütenden Angriffen zu antworten. In dieser Phase wuchs Deske, der Turm in der Schlacht, über sich hinaus und parierte alles, was durch seine gut arbeitende Defensive durchkam. Deggendorf haderte mit sich selbst und mit Deske, die Zeit lief für die Wölfe, die in der Schlussphase nur noch wenig zuließen. Der Spitzenreiter setzte kurz vor Ende alles auf eine Karte – ohne belohnt zu werden. McDonald machte per Empty-Net-Goal 85 Sekunden vor Ende alles klar und traf in das verwaiste Tor zum vielumjubelten 4:2-Endstand.