Kyle Piwowarczyk verlässt die Selber WölfeMit der Nummer 6 tritt ein ganz Großer ab

Kyle Piwowarczyk hat oft für den VER gejubelt – nun verlässt er die Selber Wölfe. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)Kyle Piwowarczyk hat oft für den VER gejubelt – nun verlässt er die Selber Wölfe. (Foto: Mario Wiedel/Selber Wölfe)
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Der 34-jährige Kanadier wird nach sieben Jahren und 366 Pflichtspieleinsätzen für die Selber Wölfe seine Zelte in Hochfranken abbrechen. Es ist ein schmerzhafter Abschied, der Trainer und Vorstandschaft gleichermaßen und intensiv beschäftigte. Dies lag keineswegs an seinen erbrachten Leistungen, sondern ist einer anderen Tatsache geschuldet. Jared Mudryk wird auf eigenen Wunsch und bekannten Gründen die Wölfe verlassen. Durch seinen Abgang ist eine Centerstelle – Mittelstürmer – vakant, die bisher mit Murdryk sehr stark besetzt war. Diese Centerstelle ist eine Schlüsselstelle und ist wieder so stark wie möglich zu besetzen. Kyle Piwowarczyck, der eine Kontingentstelle besetzt, ist Außenstürmer und kann die Position von Jared Mudryk nicht ersetzen. Darum richten sich die Planungen von Trainer Henry Thom dahingehend aus, diese Centerposition mit einem neuen Kontingentspieler zu besetzen.

Dass Piwowarczyk während seiner Zeit bei den Wölfen sage und schreibe 619 Scorerpunkte erzielte, sagt deutlich aus, dass „Piwo“, wie er bei den Fans genannt wurde, ein ganz besonderer Stürmer war. „Der Erfolg der letzten Jahre ist natürlich ein großer Verdienst von Piwo, der über Jahre zusammen mit Jared Mudryk und Herbert Geisberger die gefährlichste Sturmformation der Liga bildete“, so 2. Vorstand Thomas Manzei.

Nachdem der VER Selb zuvor über Jahre auf die tschechische Karte bei den Kontingentstellen setzte, kam 2011 der Umbruch. Mit körperbetonten, schnellem kanadischen Powereishockey wollten die Wölfe wieder zurück in die Erfolgsspur. „Die damalige Verpflichtung von Piwo war für uns ein absoluter Glücksfall, er kam, sah, und schoss sich sofort in die Herzen unserer Fans“, so Thomas Manzei im Rückblick. Noch heute erinnert sich Manzei genau an die Verpflichtung und das Zustandekommen. Frühzeitig und mehr als ein Jahr vorher war der Vorstand im regen Kontakt mit einigen Spielervermittlern, insbesondere mit Lars Wünsche, der die Planungen kannte und verstand. Er informierte Manzei telefonisch, dass er den genau auf die Anforderungen passenden Spieler hätte und gab ihm seine Telefonnummer. Nach einigen Telefonaten fuhren Jürgen Golly und Thomas Manzei mit dem damaligen Coach Cory Holden wenige Wochen später zum Play-off-Spiel nach Halle gegen Bad Nauheim und trafen nach dem Spiel mit Piwo zusammen. Trainer und Vorstand waren vom Spiel und Gespräch gleichermaßen begeistert, danach ging alles ganz schnell und Piwo wechselte von Bad Nauheim zu den Selber Wölfen. „Es hat einfach vom ersten Tag an gepasst“, so Manzei im Rückblick.

Tore, Scorerpunkte – Kyle Piwowarczyk sammelte beides eifrig und fleißig, aber sein persönlicher Erfolg stieg ihm nie zu Kopfe. Starallüren waren dem sympathischen Kanadier, der besser Deutsch sprach, als er selbst zugab, fremd. Die Selber Wölfe waren nach Rostock und Bad Nauheim seine dritte Deutschlandstation. Über die London Knights (OHL), die University of Western Ontario, wechselte Kyle Piwowarzyk zur Saison 2008/09 erstmals nach Deutschland. Bei den Rostock Piranhas zeigte er sofort, dass er ein Stürmer mit Torjägerinstinkt und zuverlässiger Passgeber zugleich ist. Bad Nauheim sicherte sich danach die Dienste von Piwowarczyk für zwei Jahre und auch dort spielte er sich sehr schnell mit vielen Toren und Vorlagen in die Herzen der dortigen Fans. Auch später in Selb – über all die Jahre gesehen – war es nicht anders. Piwowarczyk war der Typ von Kontingentspieler, den sich die Fans seit Jahren sehnlichst wünschten. Zusammen mit seinen beiden kongenialen Partnern Jared Mudryk und Herbert Geisberger besaßen die Selber Wölfe über Jahre eine der gefährlichsten und treffsichersten Sturmreihen der Oberliga Süd.

Über viele Jahre stets auf konstant hohem Niveau – Piwowarczyk stand von Jahr zu Jahr in den Scorerlisten der Oberliga stets ganz oben. Torjäger, Vorlagengeber und ein Bullyspezialist – all das zeichnete den Wölfe-Spieler mit der Rückennummer 6 aus. „Er war einer der komplettesten Spieler der ganzen Liga“, so lautete auch das Urteil der Konkurrenz. Nicht von ungefähr wurde Piwowarczyk dreimal in den letzten Jahren zum „Spieler des Jahres in der Oberliga“ gewählt, zuletzt 2016/17.

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