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Pokalspiel Kassel - Dresden mehr als nur sportlicher Wettkampf

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?

Wie seit letzter Woche bekannt, wurde das Heimrecht der Hauptrundenbegegnung im DEB-Pokal zwischen Dresdner Eislöwen und Kassel Huskies getauscht, da an einen Spielbetrieb in der sächsischen Landeshauptstadt wegen der Hochwasserschäden nicht zu denken ist. Die Bilder des Ausmaßes der Elbeflutwelle in Dresden sind wohl jedem aus der TV-Berichterstattung geläufig. Daher liegt bei diesem Pokalspiel neben dem sportlichen Kräftemessen das Augenmerk unwillkürlich auch auf der Unterstützung der hart getroffenen Dresdner, denn die Lage vor Ort ist alles andere als rosig. Laut Auskunft der Marketingmanagerin und Pressesprecherin der Eislöwen, Sabine Voigtsberger, sind durch das Wasser Schäden am Fundament der Eissporthalle entstanden, die zu gravierenden Statikproblemen führten. Zur Zeit befinden sich Statiker in der Bestandsaufnahme und prüfen, ob die Halle überhaupt für den Spiel- und Trainigsbetrieb frei gegeben werden kann. „Das schlimmste ist im Moment das Warten auf das Ergebnis der Prüfungen“, beschreibt Sabine Voigtsberger die Gemütslage. Doch selbst wenn die Halle weiter nutzbar ist, müssen externe Eismaschinen zur Eisaufbereitung angemietet werden, weil die eigene zerstört wurde. Dafür werden die Kosten auf ca. 150.000 Euro geschätzt. Allerdings seien ja nicht nur die Eislöwen betroffen, sondern auch die Nachwuchsabteilung (150 Kinder- und Jugendliche) sowie die vielen anderen Vereine (u.a.Eisschnelllauf, Short-Track-Leistungszentrum), die die Eisfläche ebenfalls benötigen. „Es geht jetzt darum, den Eissport in Dresden insgesamt zu erhalten, auch wenn es uns als GmbH am härtesten trifft, denn wir sind auf die Einnahmen aus dem Spielbetrieb angewiesen. Aber trotz der Ereignisse der vergangenen Wochen herrscht in der Mannschaft eine tolle Stimmung und wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern sind zuversichtlich, die Saison erfolgreich zu bestreiten“, richtet die Marketingmanagerin den Blick nach vorn. So suchen die Verantwortlichen des ESC Dresden fieberhaft nach Lösungen des Eisproblemes und scheuen sich nicht, auch die Politik ins Boot zu holen. Für Dienstag wurde nämlich der Sonderbeauftragte Ost zum Gespräch erwartet, mit der Hoffnung auf finanzielle Hilfsangebote. Außer drei tschechischen Spielern, die wegen des Hochwassers in ihrer Heimat zunächst nicht zum Team stoßen konnten, sei privat zum Glück niemand aus der Mannschaft und dem Management betroffen. Angesichts der prekären Lage in Dresden will man in Kassel natürlich helfen. Neben der bereits veröffentlichten Unterstützung durch die Familie Kimm und die Huskies, die die Einnahmen aus dem Kartenverkauf spenden, werden weitere Aktionen zur Aufstockung des Betrages durchgeführt. „Wir haben beschlossen, eine Spende aus der Mannschaftskasse beizusteuern“, berichtete Kapitän Tobias Abstreiter telefonisch auf der Heimfahrt aus Wien. Auch die Sparda-Bank Kassel hat sich etwas einfallen lassen. Die Verantwortlichen stellen einen Sonder-Satz Originalspielertrikots zur Verfügung, in denen die Kasseler die Partie bestreiten. Nach Spielende werden diese Trikots in der Championsbar versteigert und die daraus erzielte Summe fließt dem Gesamtpaket zu. Außerdem kommt von Dirk Strotta und der Silber Druck GmbH in Zusammenarbeit mit den Huskies der Erlös aus dem Verkauf der „Bodycheck“-Sonderausgabe zum Pokalspiel den Eislöwen zugute. Schließlich haben Kasseler Fan-Clubs ebenfalls angekündigt, ihren Beitrag zur Hilfe zu leisten. Bleibt nur noch zu hoffen, dass möglichst viele Zuschauer den Weg am Freitag in die Kasseler Eissporthalle finden und den Abend gemeinsam mit den anreisenden Fans aus Dresden - aus sportlicher wie finanzieller Sicht - zu einer gelungenen Veranstaltung machen.