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Zwei Damen in der Herren-DomäneGeschichte im Herren-Eishockey?

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zwei Damen auf den Schlüsselpositionen ihrer Herren-Eishockey-Teams. Am Samstag, den 19.September 2015, füllten im Berliner Erika-Hess-Eisstadion die beiden Torhüterinnen Ivonne Schröder und Mareike Krause diese Rolle aktiv aus.

Ob es für die Geschichtsbücher im deutschen Eishockey reicht, ist noch ungewiss – aber als sich zehn Minuten vor Ende der Testspiel-Partie des Oberligisten FASS Berlin gegen den Regionalligisten Tornado Niesky die Berliner Torhüterin Mareike Krause ihre Torwartmaske aufzog und in ihrer kompletten Ausrüstung aufs Eis fuhr, kam es zu einer Situation, die mit Sicherheit noch keiner der 115 anwesenden Besucher erlebte.

Bereits seit zwanzig Minuten agierte Tornados Torhüterin Ivonne Schröder auf dem Eis. Die 27-Jährige ist eine feste Größe in der Herrenmannschaft von Tornado Niesky. Als Nationaltorhüterin nahm sie an Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi teil. Aber genauso wie ihre 19-jährige Kollegin von FASS Berlin spielte sie noch nie aktiv mit einer Herren-Eishockeymannschaft gegen ein anderes Männerteam, in der zugleich eine Frau im Tor stand.

Noch nie dagewesen? Ersten Hockeyweb-Recherchen nach, war dies (betrachtet auf die ersten drei Ligen) eine Premiere!

Frauen im Herren-Eishockey
Eishockey ist in Deutschland keine reine Männerdomäne mehr. Nicht nur des organisierten Spielbetriebs der Frauenabteilung des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) wegen, auch ab der drittklassigen Oberliga abwärts sind spätestens nach Viona Harrer (TSV Erding und EC Bad Tölz) und Jennifer Harß (EV Pfronten, ESV Königsbronn und ERC Sonthofen) Frauen im Herreneishockey nicht mehr undenkbar!

Natürlich geben weder Ivonne Schröder noch Mareike Krause zu, dass es für eine Frau vielleicht etwas schwerer sein könnte, gegen Männer zu spielen. „Im Vergleich zum Fraueneishockey ist es manchmal nicht so einfach, den Gegenspieler aus dem Torraum herauszuschieben!“, gab die Berliner Torhüterin zu. In der Partie gegen Niesky stand sie aber „ihre Frau“. Zehn Minuten vor Spielende wurde sie beim Zwischenergebnis von 4:2 eingewechselt, war aber aufgrund einer zweiminütigen doppelten Unterzahl gleich unter Druck. Neun Sekunden vor Ende der Strafe musste sie den 3:4-Anschlusstreffer hinnehmen, hielt aber der letztendlich der Abschlussoffensive stand.
„Herzklopfen hatte ich nicht, obwohl es zum Ende noch einmal richtig knapp wurde!“, sagte die Torhüterin nach dem Spiel.

Die 19-jährige Mareike Krause spielt zudem beim Damen-Bundesligisten OSC Eisladies Berlin. Die gebürtige Niedersächsin stammt aus dem Nachwuchsbereich der Hannover Indians, ist aber seit dem 16. Lebensjahr auch für die Berlinerinnen aktiv. Bei den Akademikern ( FASS Berlin setzt sich aus Freier Akademischer Sportklub Siegmundshof zusammen) scheint sie goldrichtig – nicht zuletzt weil sie an der Humboldt Universität zu Berlin studiert.

Die Frage mit der Dusche
Ivonne Schröder ist dagegen schon eine erfahrene Institution, geht auch gelassen mit der Frage um, wie es denn als einzige Frau in einem Herrenteam mit dem duschen einher geht. „Das ist unterschiedlich. Beim Training habe ich manchmal eine eigene Dusche, ansonsten gehe ich entweder vor den Jungs, oder wie heute eben nach den Jungs duschen! Ich denke, bei Mareike ist es genauso!“, sagte die 27-Jährige – und erspart auf ihre sympathische Art, ihrer Torhüter-Kollegin sowie dem Reporter auf diese Angelegenheit weiter einzugehen.

Die 27-Jährige ist es auch nicht anders gewohnt. „Ich habe in Weißwasser alle Altersklassen im Nachwuchs durch. Bin mit dem Niveau gewachsen und wollte auch bei den Männern weiterspielen. Das hat in Jonsdorf bei den Jonsdorfer Falken und jetzt eben in Niesky gut geklappt!“. Zwischenzeitlich spielte Ivonne Schröder auch mal bei den Damen, ebenfalls den Eisladies in Berlin. „Mit dem OSC wurde ich Meister und hatte auch eine tolle Zeit im Europacup“, weiß sie positives zu berichten. Aber verwurzelt ist sie eben in der Lausitz, arbeitet hauptberuflich in Weißwasser als Immobilienkauffrau. Und weiß sich dort sicher genauso zu behaupten.

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