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Im Gleichschritt marsch: Tilburg und Leipzig erhöhen VorsprungOberliga Nord kompakt

Der Herner EV hatte zunächst den Vorwärtsgang eingelegt. Die Aufholjagd der Crocodiles Hamburg kam zu spät. (Foto: Holger Beck/Crocodiles Hamburg)Der Herner EV hatte zunächst den Vorwärtsgang eingelegt. Die Aufholjagd der Crocodiles Hamburg kam zu spät. (Foto: Holger Beck/Crocodiles Hamburg)
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Die Tilburger mussten sich dabei in Timmendorf ganz schön strecken, Leipzig wusste dagegen von vornherein, wie schwer die Aufgabe in Mellendorf sein wird. Am Ende erhöhten beide ihren Vorsprung auf neun Zähler. Die Verfolgermeute wird angeführt von Duisburg, das sich überraschend deutlich mit 7:0 in Berlin durchsetzen konnte. Ein kleinen Rückschritt mussten die Hannover Scorpions nach dem 1:3 im Spitzenspiel des Tages gegen Leipzig hinnehmen und auch das 6:7 nach Penaltyschießen in Erfurt war sicherlich nicht von den Hannover Indians eingeplant. Halle musste sich auch strecken gegen Braunlage, gewann mühevoll 3:2 nach Verlängerung. Den Indians auf den Pelz sind die Essener Moskitos gerückt nach dem 3:0 gegen Rostock, während Herne nach dem 4:3 beim direkten Konkurrenten Crocodiles Hamburg mit diesem die Plätze tauschte. Rostock hat nun sieben Punkte Rückstand auf die Hamburger und muss aufpassen, dass die Erfurter nach dem aktuellen Überraschungssieg nicht zu nahe kommen. Am Ende ist alles beim alten geblieben. Berlin auf Platz zwölf mit elf Punkten hat, trotz des Punktgewinnes der Harzer immer noch vier Punkte Vorsprung auf die Falken und Timmendorf zeigte zwar ein exzellente Leistung gegen Tilburg, wurde aber wieder nicht belohnt und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

ECC Preussen Berlin – Füchse Duisburg 0:7 (0:2, 0:4, 0:1)

Klar waren die Duisburger überlegen aber vom Schussverhältnis (28:17 für die Füchse) hätte man nicht auf einen derart hohen Sieg schließen können. Huebscher (6.) und Joly (10.) im ersten Drittel, Huebscher (2) mit Doppelschlag sowie Beck (28.) und Verelst (37.) im Mitteldrittel sowie zum Ende noch Slanina (58.) trafen für den Mitfavoriten vor enttäuschenden 100 Zuschauern.

Hannover Scorpions – EXA Icefighters Leipzig 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)

Vor der für Mellendorfer Verhältnisse mit 1200 Zuschauern gut gefüllten Kulisse, allerdings waren etwa 150 Leipziger ebenfalls in der Halle, gewann im Spitzenspiel des Tages der Tabellenzweite beim Dritten mit 3:1 und unterstrich damit, dass er zu Recht erster Verfolger von Titelverteidiger Tilburg ist. In dem schnellen und fast immer fairen Spiel brachte Verteidiger Fischer in Zusammenarbeit mit Neuzugang Thomson seine Mannschaft bereits nach sechs Minuten in Führung. Die Leipziger, die besonders im Mitteldrittel ihre Klasse bewiesen, brauchten volle 25 Minuten bis zum Ausgleich. Martin (31.) traf nach Vorarbeit von Eichelkraut. Letzterem gelang in der 50. Minute, als das Spiel auf Messers Schneide stand, die durchaus verdiente Führung und als die Scorpions alles nach vorne warfen, dabei allerdings zu ungestüm agierten, erzielte Patocka mit dem 3:1 im Powerplay die Entscheidung.

EHC Timmendorfer Strand – Tilburg Trappers 3:4 (0:2, 2:1, 1:1)

Eigentlich waren die Vorzeichen klar. Wenn der Tabellenletzte mit nur zwei Pluspunkten auf der Habenseite auf den Tabellenführer trifft, der bereits 41 Zähler sein eigen nennen kann, dann sollte der Gast keine Probleme haben. Das hatte er eigentlich auch nicht, zumindest nicht in den 28 Minuten. Die Niederländer agierten überlegen, schossen sich förmlich warm und brachten den Neuzugang im Tor der Timmendorfer, den früheren DNL-Spieler des Kölner EC mächtig ins Schwitzen. Die Timmendorfer, die während der letzten Woche mit Maier (Diez) und Stotz (Memmingen) zwei Spieler verloren hatten, sahen nach Treffern von van den Heuvel (7.), de Bonth (11.) und Stempher (28.) wie der eindeutige Verlierer aus – und straften danach die Pessimisten im Stadion fast noch ab. Zwar kamen sie weiterhin kaum vor das Tor der Trappers, aber die Schusseffektivität wurde drastisch erhöht. Erst gelang Gulda (29.) ein Tor, dann machte es ihm Montmeny (34.) nach und auf einmal stand es nur noch 2:3. Die anwesenden 224 Zuschauer kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und dann fiel auch noch der Ausgleich. Clairmont (43.) war der Torschütze. Wäre jetzt noch das 4:3 gefallen, die Überraschung wäre perfekt gewesen. Die Niederländer konnten sich jedoch fangen und Loginov durfte in der 54. Minute über sein 4:3 jubeln. Der Meister war mit einem blauen Auge davon gekommen.

Saale Bulls Halle –Harzer Falken 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0) n.V.

Die 1008 Zuschauer, die einen klaren Sieg ihrer favorisierten Bulls erwartet hatten, wurden eines besseren belehrt. Die Gäste aus dem Harz, die schon bewiesen haben, dass sie zwar gegen jeden verlieren, aber auch jeden in böse Schwierigkeiten bringen können, zeigten sich als äußerst unangenehmer Gegner, der nur mit Mühe zu bezwingen war. Dreschmann (19.) brachte die Hallenser erst in der 19. Minute in Führung. Pipp (37.) glich im Powerplay aus und Bulls-Kanadier Nathan Robinson erzielte in der 44. Minute, ebenfalls in Überzahl, das 2:1. Der in den letzten Wochen in Braunlage überragende Schwede Bjuhr war dann auch prompt für das 2:2 verantwortlich, mit dem es in die Verlängerung ging. Diese dauerte nur 55 Sekunden, dann war sie auch schon wieder beendet. Gunkel hatte nach Vorarbeit von Schaludek den zweiten Punkt für die Saale Bulls erbeutet.

Crocodiles Hamburg – Herner EV 3:4 (0:3, 1:1, 2:0)

Eine völlig unnötige Niederlage für die Hamburger, die sie sich selbst zuzuschreiben haben. Die 1573 Zuschauer kamen im ersten Drittel nicht aus dem Staunen heraus, denn die Gäste bestimmten das Spiel. Nicht nur optisch, sondern auch durch ihre starke Effizienz. Spitzner (6.), Eickmann (8.) und MacLeod (15.) schossen den HEV mit 3:0 in Führung. Im Mitteldrittel gelang bereits in der 23. Minute Snetsinger das, letztendlich entscheidende, 4:0. Danach berannten die Hamburger das Gästetor, konnten aber erst in der 38. Minute auf 1:4 verkürzen, als Zimmer traf. Nach dem 2:4 durch Israel (52.) traf Zimmer (54.) mit seinem zweiten Tagestor zum Anschluss, aber mehr Hamburger Erfolge ließ die Herner Abwehr um Stephan Kreuzmann nicht mehr zu.

TecArt Black Dragons Erfurt – EC Hannover Indians 7:6 (3:0, 1:3, 2:3, 1:0) n.P.

Jeder der anwesenden 597 Zuschauer wird sein Kommen nicht bereut haben, dafür aber diejenigen, die sich das Spiel gespart haben. Die Erfurter bezwangen die leicht favorisierten Hannoveraner durch einen Blitzstart und am Ende kam auch noch eine gehörige Portion Glück mit dazu. Der vor der Saison von den Indians nach Erfurt gewechselte Carsten Gosdeck (9., 16.) war dabei insgesamt mit vier Toren der Matchwinner, konnte bereits im ersten Drittel zweimal scoren. Er übertraf dabei den Topscorer der Gäste Branislav Pohanka um ein Tor, denn dieser markierte insgesamt auch exzellente drei Tore für die Indians. Im ersten Drittel war keines dabei, dafür aber im zweiten. Hier traf Pohanka (28., 32., 40.) dreimal. Das wäre eigentlich der Ausgleich gewesen aber zwischendurch hatte Kämmerer (33.) für das 4:2 gesorgt. Im letzten Drittel ging die hannoversche Aufholjagd weiter. Hein (48.) und Bacek (51.) brachten gar die Indians mit 5:4 in Front aber die nicht aufsteckenden Erfurter hatten Glück, konnten zweimal ausgleichen. Erst traf Vazan (52.) zum 5:5, dann noch einmal Gosdeck (56.) zum 6:6. Zwischenzeitlich hatte Hein die Indians noch einmal mit seinem 6:5 in Führung geschossen. Nach einer ereignislosen Verlängerung musste das Penaltyschießen entscheiden und hier hatte Erfurt, dank Gosdecks Treffer, die Nase vorn. 

Wohnbau Moskitos Essen – Rostock Piranhas 3:0 (3:0, 0:0, 0:0)

Eine konzentrierte Abwehrleistung und ein Blitzstart. Mit diesen beiden Komponenten verzauberten die Moskitos die zuschauenden 893 Fans und landeten am Ende einen klaren 3:0-Erfolg. Die Tore für die Essener erzielten Lascheit (2.) und Julien Pelletier (10., 13.).

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