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Harzer Falken starten in ihre wohl schwerste SaisonPersonalplanung in Braunlage geht weiter

(Foto: nordstadtlicht.com/Harzer Falken)(Foto: nordstadtlicht.com/Harzer Falken)
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Begann es noch recht launig im ersten Test gegen das DEL2-Team der Kassel Huskies, bei dem sich die neuformierte und junge Falken-Mannschaft ordentlich schlug, wurden die Bedenken von Spiel zu Spiel größer. Denn wie schon in der letzten Saison musste man bei einer Tordifferenz von 10:49 resümieren, dass die Ladehemmungen vor dem gegnerischen Tor weiterhin nicht abgestellt werden konnten. Einzig Richard Zerbst, der mit fünf Toren für die Hälfte der geschossenen Tore verantwortlich zeichnete, bestätigte die Vorschusslorbeeren seines Trainers Norbert Pascha, der den jungen Stürmer aus Schönheide in den Harz lotste und damit den richtige Riecher bewies. Doch diejenigen, die in erster Linie für Tore sorgen sollten, blieben den Beweis ihrer Torjägerqualitäten schuldig. Sammy Banga, mit großen Hoffnungen ob der starken Statistiken, aus Kanada eingeflogen, musste bereits vor Abschluss der Testrunde die Heimreise antreten. Und auch Nick Pitsikoulis, der sich nach eigenen Angaben ’in der Form seines Lebens“ befindet, konnte bei weitem nicht an seine glorreichen Zeiten anknüpfen, in denen er die Harzer Fans mit Toren am Fließband begeisterte. Blieb Pitsikoulis weiter auf dem Prüfstand, hatte man in Testspieler Daylan Lapanovich zwar einen guten Verteidiger in den Spielen gegen die Hannover Indians im Team, doch sah man in ihn nicht den Spieler, der vollends in das gesuchte Profil passte. Und Vladimir Skoda konnte zwar in den beiden Spielen gegen die Crocodiles aus Hamburg durchaus sehr gute Akzente setzen, letztendlich konnte man sich aber nicht auf einen angemessenen Vertrag einigen.

Nun ist das Projekt der Harzer Falken eher auf einen langfristigen Zeitraum ausgelegt, was zum Beispiel die dreijährige Vertragsbindung mit dem hoffnungsvollen jungen Richard Zerbst und die Kooperation mit den Kassel Huskies unterstreicht. Und wenn man sich die Leistung der jungen Kasseler Nico Schnell, Lasse Bödecker, Tim Lucca Krüger, Louis Trattner und Bastian Schirrmacher bewertet, stellt man fest, dass man weit mehr als nur Ergänzungsspieler für die vierte Reihe im Kader stehen hat, die man für höhere Aufgaben ausbilden soll. Oder auch die beiden Verteidiger Noah Nijenhuis und Patrick Franz, die mit starkem Einsatz und sehr offensichtlich guter Ausbildung die Defensive stärken, zeigen deutlich, dass man mit ihren Verpflichtungen goldrichtig lag.

Doch die eingangs beschriebene Problematik zeigt deutlich, wie sehr ein Team, wie das der Harzer Falken, das naturgemäß in einer solch sportlich und vor allem auch finanziell starken Liga immer erstmal die Rolle des Underdog ausfüllt, von den Kontingentspielern abhängig ist, die ganz einfach den Unterschied machen. Unterstrichen wurde dies sehr gut in dem Heimspiel am letzten Freitag gegen Hamburg. Nun ist eine 1:7-Niederlage nicht unbedingt prädestiniert dafür ein Loblied zu singen. Doch wenn die Fans nach dem Spiel im Block bleiben um ihr Team zu feiern, dann kann das Spiel so schlecht nicht gewesen sein. Nachdem man das erste Drittel nach zwei irregulären Treffern zum 0:3 und 0:4 noch deutlich mit 0:5 verlor, so zeigten die Falken vor allem im zweiten, aber auch dritten Drittel das wohl beste Eishockey der gesamten Vorrunde. Und diese Leistung kam nicht von ungefähr. Denn mit dem Routinier Erik Pipp, der für dieses Spiel in die Verteidigung beordert wurde und hier für Ruhe und Stabilität sorgte, und dem ebenso routinierten Vladimir Skoda, der mit einer abgeklärten Scheibenführung und viel Übersicht auch vorne für Gefahr sorgte, hatte man genau diese beiden Spieler, die imstande sind den Unterschied auszumachen. Und so übertrug sich sehr deutlich eine Sicherheit auf das gesamte Team, was in dem Tor des jungen Tim Lucca Krüger gipfelte. Umso bedauerlicher, dass man mit Skoda keine finanzielle Einigung erzielen konnte.

Ein Umstand, der natürlich auch den Verantwortlichen der Harzer Falken nicht verborgen geblieben ist. Und so arbeitet man mit Hochdruck weiter am Team, auch wenn angesichts der beginnenden Saison natürlich der Zeitdruck immer mehr wächst. Doch die Verpflichtung eines weiteren Verteidigers ist so gut wie in trockenen Tüchern, mit einem weiteren Verteidiger wird derzeit verhandelt und auch für die Kontingentstelle gibt es verheißungsvolle Kandidaten die derzeit auf dem Prüfstand stehen. Genau wie Nick Pitsikoulis, an dem es an diesem Wochenende ist, seinen starken Worten endlich ebenso starke Taten folgen zu lassen.

Ob dies gegen den Play-off-Kandidaten der Hannover Scorpions gelingt, die in der Vorbereitung bereits eine sehr eindrucksvolle Visitenkarte im Harz hinterlassen haben, bleibt abzuwarten. Doch mit der Einstellung wie gegen Hamburg und ein wenig mehr Treffsicherheit aber auch Glück vor dem gegnerischen Tor, könnte man gegen den deutlich favorisierten Gegner ein gutes Ergebnis erzielen und für etwas mehr Ruhe im Umfeld sorgen. Und dass vor dem Harzer Tor nicht allzu viel anbrennt, dafür soll Fritz Hessel sorgen, der gegen Hamburg im zweiten Drittel eingewechselt eine ganz starke Leistung zeigte und bewies, dass ihm die verletzungsbedingte Pause in der letzten Saison nichts anhaben konnte.

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