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ECH setzt sich im intensiven Spiel gegen Herne durchIndians weiterhin Macht am Pferdeturm

(Foto: dpa)(Foto: dpa)
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Gast Herne, nur wirklich knapp unterlegen, würde im gleichen Fall Platz drei winken. Dann müsste aber schon ein klarer Sieg herausspringen und darauf sollte man nicht wetten.

Es war eigentlich wie immer. Wenn sich die beiden Traditionsvereine Hannover und Herne treffen, nur mit Essen und Preussen Berlin gibt es aus hannoverscher Sicht längere geschichtliche Verbindungen, dann erlebt man ein Spiel, dass problemlos auch in die Play-off-Zeit passen würde.

So auch gestern, als von Anfang an mit leicht verspätetem Spielbeginn Hochgeschwindigkeitseishockey geboten wurde, wobei von einer Ausnahme abgesehen alles in einem absolut fairem Rahmen blieb und es somit zu einem Spielabend kam, den man als gelungen bezeichnen kann. Zumindest aus ECH-Sicht, blieben doch die drei wichtigen Punkte in der Landeshauptstadt und kurzfristig erreichten die Indians Platz fünf, wobei dieser, geht es nach dem Willen von Trainer Lenny Soccio ruhig ausgebaut werden kann: „Wir fahren nach Herne, um drei Punkte abzuholen.“ Dass sein Gegenüber Frank Petrozza, der trotz der Niederlage gute Laune in der Pressekonferenz versprühte, damit nicht einverstanden war, ist logisch: „Am Sonntag werden wir ein anderes Spiel sehen.“

Vielleicht war die lange Fahrt Gift für Hernes Spieler, denn in der Anfangsphase versuchten die Indians schnell, die Kontrolle zu übernehmen, und Hernes Keeper Christian Wendler musste mehrfach zeigen, dass er hellwach ist. In der achten und zehnten Spielminute war es aber auch für ihn zu viel. Erst überwand ihn Andreas Morczinietz, dann traf Tobias Schwab, auf Grund seiner drei Tagestore der „Spieler des Tages“ bei den Hannover Indians, bei einem doppelten Überzahlspiel zum 2:0. Wie so häufig  in den letzten Wochen zeigten daraufhin die Indians kurzfristige Konzentrationsschwächen, die prompt ausgenutzt wurden. Gerade 139 Sekunden nach dem zweiten Tor kassierten die Gastgeber das 1:2, als Marcus Marsall einnetzte.

Im Mitteldrittel nahm der Fight dann richtige Play-off-Formen an. Um jeden Puck wurde mit größtmöglicher Intensität gekämpft und viele einheimische Fans werden sich gefreut haben, einen Mann wie Tobias Schwab in ihren Reihen zu wissen. Der 32-Jährige hat im Augenblick einen echten Lauf und kann neben seiner Technik auch mit einem Torriecher  aufwarten. Sein 3:1 nach einer Kombination mit Pfennigs und Pohanka roch zwar leicht nach Schlittschuhtor, wurde aber letztendlich von Schiedsrichter Carsten Lenhart gegeben. Daraufhin drückten die Indians noch stärker und Hernes Keeper musste mehrfach zeigen, warum er eigentlich zu den besseren Akteuren in der Liga zählt, obwohl im Augenblick die Statistiken eine andere Sprache sprechen (78,5 Prozent Fangquote in der bisherigen Saison). Während die Indians das 4:1 anstrebten, passierte das Unvermeidliche auf der Gegenseite. Hernes Danny Albrecht, mit dem Indians-Keeper Sebastian Albrecht nicht familiär verbandelt, traf bei einem Konter zum 3:2 und machte die Begegnung wieder spannend.

Das dritte Drittel hatte kaum begonnen, da hatte Tobias Schwab wieder zugeschlagen. Mit dem 4:2 beruhigte er die Nerven der Zusehenden, wenigstens für fünf Minuten, dann hatte Hernes Kanadier Bradley Snetsinger, der an allen drei Toren beteiligt war und sich somit den Titel des „Spieler des Tages“ für Herne verdient hatte, mit dem erneuten Anschlusstor wieder für Spannung gesorgt. Jetzt hatte Herne mehr vom Spiel, drückte die Indians in deren Verteidigungshälfte und ließ Keeper Albrecht zum Helden mutieren. Da das 4:4 ausblieb, griff Hernes Coach Petrozza zur letzten Option, nahm seinen Torwart vom Eis und musste mitansehen, wie Indians-Kontingentspieler Pohanka humorlos die Scheibe ins leere Gästetor zum 5:3 beförderte.

Hernes Coach Frank Petrozza: „Ein verdienter Sieg der Indians. Allerdings waren wir mehrfach nicht konzentriert genug, haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Am Sonntag werden wir anders auftreten.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Die drei Punkte sind wichtig und wir fahren mit einem gesunden Selbstbewusstsein am Sonntag nach Herne. Was mich am meisten gefreut hat, waren neben Tobias Schwab und der Leistung der ersten Reihe die Auftritte von Spielern wie Valasek, Pfennigs oder Arnold. Sie sind schnell und machen große Fortschritte und dies immer im Dienste der Mannschaft.“

Tore: 1:0 (7:23) Morczinietz (Ledlin, Bacek), 2:0 (10:26) Schwab (Morczinietz, Bacek/5-3), 2:1 (12:45) Marsall (Snetsinger, Ackers/5-4), 3:1 (28:29) Schwab (Pfennigs, Pohanka), 3:2 (32:02) Albrecht (Snetsinger, Ackers), 4:2 (42:35) Schwab (Pfennigs, Bovenschen), 4:3 (47:35) Snetsinger (MacLeod, Eickmann), 5:3 (59:34) Pohanka (Pohl, Tramm/ENG). Strafen: Hannover 16, Herne 12. Zuschauer: 2.618.

(Foto: Christopher Garcia/Hannover Scorpions)
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