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Bo Subr: „Wir sind bereit, den nächsten Schritt zu machen“Interview mit dem Meistertrainer der Tilburg Trappers

Trainer Bohuslav Subr hat die Tilburg Trappers zu zwei Oberliga-Meisterschaften geführt. Auch aktuell führt das Team aus den Niederlanden die Nord-Staffel nach 15 Spieltagen an. (Foto: Dirk Unverferth)Trainer Bohuslav Subr hat die Tilburg Trappers zu zwei Oberliga-Meisterschaften geführt. Auch aktuell führt das Team aus den Niederlanden die Nord-Staffel nach 15 Spieltagen an. (Foto: Dirk Unverferth)
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Zweimaliger Oberliga-Meister – und nach 15 Spieltagen stehen die Tilburg Trappers auf dem ersten Platz der Oberliga Nord. Hätten Sie gedacht, dass Ihr Team trotz der Veränderungen im Kader während des Sommers so gut starten würde?

„Wir wussten, dass wir erneut eine konkurrenzfähige Mannschaft haben würden. Wir wollen vor den Play-offs weit oben in der Tabelle stehen, um den Heimvorteil zu haben. Wo wir nun stehen, ist großartig, aber was wirklich zählt, ist, wo wir am Ende der Saison sein werden.“

Was ist der Grund dafür, dass Ihr Team offenbar keine Zeit braucht, um sich zu finden? Auch die starken Import-Spieler?

„Wir haben viele neue Spieler, aber auch eine ordentliche Anzahl von Spielern, die nun schon seit einigen Jahren zusammen spielen. Mit dem Abgang einiger älterer Spieler haben einige den Schritt in neue Rollen gemacht und andere verinnerlichen die Art und Weise, wie wir spielen, sehr gut.“

Wie viele junge Spieler haben sie neu integriert und was denken Sie, können Sie von Ihnen erwarten?

„Wir haben fünf Spieler im Alter von 17 Jahren, die regelmäßig mit uns trainieren und spielen, die aber auch in unserer zweiten Mannschaft (die in der belgisch-niederländischen BeNe League spielt; Anm.d.Red.) auflaufen, in der sie eine größere Rolle spielen. Derzeit haben wir sie aufgrund von Verletzungen und Sperren oft in unserer Aufstellung. Außerdem ist da der 19-jährige Jonne de Bonth, der in seinem zweiten vollen Jahr mit uns spielt. Von ihm erwarten wir, dass er beständiger wird und dass seine Rolle in unserem Team wichtiger wird.

Was ist das Ziel für diese Saison: Zum dritten Mal in Folge Oberliga-Meister werden?

„Das erste Ziel ist es, die Play-offs mit einer guten Platzierung als eines der Top-Teams zu erreichen, bereit für die finale Phase der Saison zu sein und ganz sicher wollen wir auch die Meisterschaft gewinnen. Ich denke, dass sollte das letztliche Ziel sein, wenn du dich in einem solchen Wettbewerb befindest.“

Wie sind bislang die Reaktionen des niederländischen Verbandes? Glauben die Verantwortlichen, dass die Teilnahme der Trappers am deutschen Spielbetrieb gut für das niederländische Eishockey ist oder sind sie nicht zufrieden, weil die Play-off-Teilnahme bedeutet, dass die Trappers-Spieler bei der WM nicht für die Nationalmannschaft spielen können?

„Nun, das hat zwei Seiten. Ich denke, einerseits sieht der niederländische Verband es sehr positiv, dass wir in Deutschland in einem viel stärkeren Umfeld spielen, als es die niederländischen Wettbewerbe ermöglichen. Auf der anderen Seite muss die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft auf unsere Spieler verzichten, was nicht ideal ist. Es gibt aber auch noch weitere niederländische Spieler, die im Ausland spielen und nur einige von ihnen waren bei den WM-Turnieren dabei. Ich denke, diese Situation sollte auch andere niederländische Clubs dazu zwingen, härter daran zu arbeiten, Spieler auszubilden, die für die Nationalmannschaft spielen können und so das Umfeld in Holland stärker zu machen. Aber auch der niederländische Verband muss einen Weg finden, bessere Wettbewerbe zu finden, um die Spieler für die Nationalmannschaft zu entwickeln, sodass sie nicht derart abhängig von den Tilburg Trappers sind.“

Wie würden Sie die Reaktion der Fans und Sponsoren in den vergangenen zweieinhalb Jahren bezeichnen? Das Stadion ist stets sehr voll. Die Leute scheinen es zu mögen, dass die Trappers in der deutschen Oberliga spielen.

„Die Fans sind fantastisch. Sie erschaffen bei jedem Spiel eine tolle Atmosphäre und sorgen dafür, dass es Spaß macht, in Tilburg Eishockey zu spielen. Die Sponsoren unterstützen uns sehr; zudem haben wir auch neue Sponsoren gefunden, weil der Club hart daran arbeitet, sie zufriedenzustellen und stets neue zu gewinnen.“

Was sind die Ziele der Trappers für die Zukunft? Bislang kann das Team nicht aufsteigen. Gibt es Gespräche mit Vertretern der DEL2, um über einen möglichen Aufstieg zu verhandeln?

„Der Club würde gerne aufsteigen und es war unser Fernziel, das in der Zukunft zu schaffen. Über mögliche Gespräche müssen aber unsere Club-Verantwortlichen etwas sagen.“

Glauben Sie, dass Sie Veränderungen vornehmen müssten, um die Erlaubnis zum Aufstieg zu bekommen? Sagen wir beispielsweise einige deutsche U-23-Spieler zu integrieren, damit der Deutsche Eishockey-Bund und die DEL2 zustimmen?

„Ganz generell glaube ich, dass der Club bereit ist aufzusteigen, da unser Front Office sehr gut arbeitet, unser Eishockey-Spielbetrieb gut organisiert ist und wir einen Zukunftsplan haben. Wenn es nötig wäre, einige deutsche U-23-Spieler einzubauen, um auf den nächsten Level zu kommen, wäre das eine gute Sache. Aber nochmal: Das sind Dinge, die andere beantworten müssen.“

Was müsste sich verbessern, um den Sprung nach oben wagen zu können?

„Generell sind wir bereit, den Schritt zu machen. Die Struktur des Clubs arbeitet in allen Bereichen hervorragend. Der Ablauf der Spieltage stimmt, die Atmosphäre ist toll, wir haben viele Leute, die rund um die Uhr im Front Office und in der Organisation arbeiten. Außerdem haben wir eine starke Jugendabteilung, was für uns sehr wichtig ist.“

Sind Sie überrascht, dass Leipzig und die beiden Teams aus Hannover auf der einen Seite so gut spielen und dass es auf der anderen Seite für Duisburg, Essen und Herne noch nicht so gut läuft?

„Überrascht bin ich von Leipzig oder den Hannover-Teams überhaupt nicht. Ich denke, dass Duisburg in der zweiten Saisonhälfte stärker spielen wird. Essen ist nach dem schleppenden Start bereits wieder auf dem Weg nach oben. Und bei Herne werden wir sehen, wie sie darauf reagieren, wo sie gerade stehen. Daher denke ich, dass wir in der Oberliga Nord bis zum Ende einen sehr interessanten Wettbewerb haben werden.“

Wer ist Ihr Hauptkonkurrent, wenn es darum geht, die Meisterschaft zu verteidigen?

„Man muss im Norden auf viele Teams achten und auch im Süden gibt es sehr starke Mannschaften. Daher ist alles, was wir machen können, uns auf uns selbst zu fokussieren und sicherzustellen, dass wir bereit sind, wenn die Zeit kommt.“

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