Eishockey - Oberliga

06.02.2012 - 09:43
Von: Frank Gantert

Löwen Frankfurt mit schlimmer Blamage

Es gibt Niederlagen, die sind nicht zu entschuldigen und werden auch nicht verziehen. Eine solche kassierten die Löwen Frankfurt am Sonntagabend gegen die Eisbären Hamm. Mit 3:7 unterlagen die Hessen einem Team, das bis dato alle neun Spiele in der Meisterrunde verloren hatte.


„Dies war das schlimmste Spiel, das ich als Trainer erlebt habe“, schämte sich Trainer Beddoes nach dem Spiel und wirkte rat- und hilflos. „Ich hatte vor dem Spiel schon Sorgen, ob wir gegen Hamm gewinnen können. Die drei besten Spieler von Hamm haben mehr Scorerpunkte wie unsere besten Spieler. Ab dem Mitteldrittel habe ich auf der Bank gespürt, dass der Mannschaft das Selbstvertrauen fehlt. Alle Maßnahmen haben nichts gebracht. Die Spieler vertrauen sich nicht untereinander. So herzlos kann man kein Spiel gewinnen“, suchte Beddoes nach Erklärungen, die ebenso verzweifelt klangen, wie die Spieler zuvor auf dem Eis von einer blamablen Aktion in die nächste schlitterten.

Bei allem Respekt gegenüber Hamm, dass ein Trainer der Löwen bereits vor dem Spiel schon so seine Zweifel hat, ob ein Heimspiel gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten gewonnen wird, ist auf der einen Seite schon beängstigend, zeigt aber auf der anderen Seite, dass Beddoes sein Team sehr gut kennt. Manager Bresagk wurde deutlich: „Die Pfiffe der Fans kamen zurecht. Die Spieler können nicht mit dem Druck des gewinnen müssen umgehen. Ich bin von einigen Spielern sehr enttäuscht. Sie konnten die Erwartungen nicht erfüllen“, so Bresagk. Für diese Woche hat er personelle Konsequenzen angekündigt, da zuletzt einiges vorgefallen sei, dass auch eine Suspendierung rechtfertigen würde. „Wir werden das aber in Ruhe die nächsten Tage besprechen“, so Bresagk, der zwar nach außen angibt, dass sich alle Spieler noch für einen Vertrag für die neue Saison empfehlen könnten, was nach der Leistung (nicht nur von gestern) aber längst unrealistisch sein dürfte.

Bis auf Boris Ackers, der bereits einen neuen Vertrag besitzt, scheint lediglich Simon Barg seinen Platz sicher zu haben. „Wir möchten ihn unbedingt behalten“, so Bresagk. Wirtschaftlich erleiden die Löwen in dieser Saison keinen Schaden, da sie sehr zurückhaltend agiert haben. „Das Erreichen von Platz vier hätte dafür gesorgt, dass wir mit einem Plus aus der Saison gehen. Diesen Überschuss wollten wir in das neue Team stecken. Das entfällt jetzt. Insofern ist schon ein Schaden entstanden“, so Bresagk. Für die aktuellen Spieler entsteht übrigens pro Spiel ein finanzieller Schaden, dass sie nicht gewinnen. „Fast alle Spieler haben eine Siegprämie in ihren leistungsbezogenen Verträgen“, bestätigte Bresagk. Eine Extraprämie für das Erreichen der Top vier wurde nicht vereinbart.    

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