Eishockey - Oberliga

29.03.2013

Egen: „Wir werden niemals aufgeben“

Huskies krönen Aufholjagd – Play-off-Führung gegen Frankfurt

Zum Auftakt der Play-off-Halbfinalserie in der Oberliga zwischen den Kassel Huskies und den Löwen Frankfurt gewannen die Schlittenhunde vor 6100 Zuschauern in der damit ausverkauften Kasseler Eissporthalle mit 5:4 nach Verlängerung.


Huskies-Spieler Kyle Doyle bejubelt seinen Siegtreffer. (Foto: Diekmann)

Hochspannung im Oberliga-Halbfinale der Kassel Huskies gegen die Löwen Frankfurt: Nach einem völlig missratenen zweiten Drittel und einem 1:4-Rückstand kämpften sich die Nordhessen wieder ins Spiel zurück und erzielten vier Sekunden vor Ende des letzten Drittels durch Michael Christ in höchster Not den 4:4-Ausgleich. Kyle Doyle brachte die mit 6100 Zuschauern ausverkaufte Eissporthalle nach exakt vier Minuten der Verlängerung dann so richtig zum Beben – mit seinem 5:4-Siegtreffer. Die Huskies führen damit in der Best-of-Five Serie mit 1:0. Am Ostersamstag steht in Frankfurt die zweite Partie an.

Uli Egen nahm personelle Änderungen vor, für Jan Loboda und Ales Kreuzer kamen positionsgetreu Daniel Reiss und Artjom Kostyrev zum Einsatz. Und anders als in den Derbys zuvor, gehörte die Anfangsphase den Schlittenhunden. Klinge per Bauerntrick, Doyle mit einem Distanzschuss und Alex Heinrich frei vor Löwen-Torhüter Kovacic hatten die besten Chancen zur Führung. Diese gelang dann aber den Gästen aus der Mainmetropole. Roland Mayr fing einen Querpass von Kyle Doyle ab und sorgte mit einem Flachschuss für die Löwen-Führung.

Diesen Schock verdauten die Huskies aber umgehend: 70 Sekunden nach dem Gegentreffer sorgte Manuel Klinge für den prompten Ausgleich. Nach einer längeren Spielunterbrechung, bedingt durch einen Faustkampf zwischen Pantkowski und Stokowski, vergaben Sven Valenti frei vor Kovacic und Kostyrev nach tollem Querpass von Wiecki ihre Möglichkeiten, die Schlittenhunde vor der ersten Pause in Führung zu bringen.

Nachdem das Mitteldrittel zunächst ausgeglichen verlief, begannen in Spielminute 28 die dunklen drei Minuten, in denen die Huskies einen schweren Rucksack aufgebürdet bekamen. Innerhalb von nur 165 Sekunden erhöhten Pohanka, Domogalla und Gare auf 4:1 für die Löwen. Es dauerte lange, bis die Huskies diesen Tiefschlag verdauten, erst Kyle Doyle gab seinen Mannen mit dem 2:4 kurz vor der Pause neue Hoffnung. Einen von Manuel Klinge vors Tor gespielten Puck fälschte der Deutsch-Kanadier entscheidend ab.

Der Schlussabschnitt gehörte zunächst den Gästen, die aber ihre Chancen auf die endgültige Vorentscheidung leichtfertig vergaben. Die Huskies mühten sich, kamen aber nicht gefährlich vor das Löwen-Gehäuse, bis zur 54. Minute. Michi Christ beförderte einen Rebound nach Engel-Schlagschuss zum 3:4 ins Tor und brachte die Schlittenhunde endgültig zurück ins Spiel. Und der Ausgleich fiel 40 Sekunden später – dachten alle! Brad Snetsinger hatte den immer wieder unsicher wirkenden Kovacic angeschossen, der Löwen-Torhüter vergrub auf der Torlinie liegend den Puck unter sich. Da Hauptschiedsrichter Daniels die Hartgummischeibe nicht hinter der Linie sah, wurde dem vermeintlichen Treffer korrekterweise die Anerkennung verwehrt. Bis in die 60. Minute hinein bissen sich die Huskies an der Frankfurter Defensive die Zähne aus, Uli Egen nahm kurz vor Schluss Benny Finkenrath zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und vier Sekunden vor Schluss geschah doch noch das, womit keiner mehr rechnete. Erneut Christ stocherte den Puck zum Ausgleich in buchstäblich letzter Sekunde über die Linie.

Somit begann eine auf zwanzig Minuten angesetzte Verlängerung, die aber längst nicht so lange andauern sollte, denn nach genau vier gespielten Minuten sorgte Kyle Doyle mit einem Gewaltschuss für den umjubelten Siegtreffer!

Die Huskies krönten somit eine Aufholjagd, egalisierten den Rückstand vier Sekunden vor Schluss und stellten dann in der Verlängerung die 1:0-Führung in der Playoffserie sicher. Das nächste Aufeinandertreffen folgt am Ostersamstag in Frankfurt, Spielbeginn ist 18.30 Uhr.

Löwen-Coach Martin Jiranek: „Die Kassel Huskies haben heute den Sieg verdient. Wir hatten das Spiel in der Hand und haben es dann noch einmal weggegeben. Wir dachten, wir könnten das fünfte Tor machen. Die beste Chance dafür war die Fünf-gegen-drei Überzahl-Situation, aber das hat nicht geklappt. Das ist Eishockey. Kassel hat den Sieg verdient. Sie haben hart gespielt, wir haben hart gespielt. Es tut mir leid für meine Spieler, denn sie haben alles gegeben. Was uns bleibt ist aber, dass wir weiterspielen müssen. Die Serie ist noch nicht vorbei. Wir haben den ersten Punkt verloren, aber in zwei Tagen müssen wir einfach wieder alles geben. Wenn wir weiter so spielen, habe ich ein gutes Gefühl.“

Huskies-Coach Uli Egen: „Das erste Drittel haben wir ganz gut gespielt. Wir hatten viele Torchancen und haben viel Druck gemacht. Durch einen individuellen Fehler haben wir dann das 0:1 bekommen, obwohl wir das Spiel eigentlich im Griff hatten. Wir haben dann sofort ausgeglichen, was sehr wichtig war. Im zweiten Drittel hatten wir einen kompletten Blackout und den hat Frankfurt clever genutzt. Glücklich war für uns, dass wir im zweiten Drittel noch das zweite Tor geschossen haben. Das war die Wende. Im letzten Drittel haben wir bewiesen, dass die Huskies nie aufgeben. Wir haben gekämpft bis zum Schluss. Sicherlich ist es immer Glück, wenn man den Torwart raus nimmt und dann vier Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielt. Aber ich glaube, dass wir Moral bewiesen haben und das wird den Frankfurtern zu schaffen machen, denn: Sie können gegen uns so hoch führen, wie sie wollen – wir werden niemals aufgeben.“

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