Die Huskies kamen stärker in die Partie. Bereits nach einer Minute wurde den Nordhessen das erste Powerplay der Partie zugesprochen. Und obwohl die Huskies hieraus kein Kapital schlagen konnten, so dauerte es im Anschluss nur wenige Wechsel bis die Blau-Weißen dann erstmals jubeln durften. Der agile Koziol hatte Archie Kostyrev im Slot gefunden und der 29-jährige Wahl-Baunataler überwand mit seiner Direktabnahme Boris Ackers im Kasten der Löwen zum 1:0. Doch auch auf der Gegenseite tat sich jetzt mehr. Roland Mayr scheiterte in der sechsen Spielminute genauso an Martin Fous, wie wenig später Sven Breiter. Lediglich kleine Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel störten ein sonst souverän gestaltetes erstes Drittel der Huskies. Zudem bewies Martin Fous immer wieder gutes Stellungsspiel und bügelte – sofern sie passierten – die Fehler seiner Vorderleute aus. In der zwölften Spielminute war dann aber auch der Kasseler Keeper erstmals geschlagen. Löwen-Verteidiger Ryan Fairbarn spielte einen Pass aus dem eigenen Drittel direkt auf die Kelle von Marvin Bauscher, und dieser ließ sich nicht zweimal bitten: das 1:1 aus dem Nichts. Davon völlig unbeeindruckt schlugen die Huskies aber prompt zurück. Alex Engel besorgte mit einem platzierten Handgelenkschuss die erneute Kasseler Führung. Und als schon gar keiner mehr mit weiteren Toren rechnete, legte Petr Sikora noch einen drauf. Der Tscheche traf nur wenige Sekunden vor der ersten Drittelpause zu einer beruhigenden 3:1 Führung. Es hätte sogar 4:1 stehen können, allerdings verwehrte das Hauptschiedsrichterduo die Anerkennung des Treffers auf Grund von vermeintlichem Torraumabseits.
Bei der Pausenansprache musste Löwencoach Beddoes laut geworden sein, denn wie verwandelt kamen seine Mannen zurück auf das Eis. Sven Breiters Chance in der 22. Spielminute läutete ein starkes Löwen-Drittel ein. In der 27. Spielminute konnte Alexander Althenn dann ein schnelles Umschalten im Konter zum 2:3-Anschlusstreffer ausnutzen. Huskies-Coach Bartman reagierte prompt und entschied sich für eine Auszeit. Das Sammeln und Konzentrieren klappte allerdings nur bedingt. Weiterhin bestimmten die Löwen das Geschehen und fanden gleich mehrere Male ihren Meister in Martin Fous. Doch dem andauernden Ansturm der Frankfurter war dann auch
irgendwann Fous nicht mehr gewachsen. Noch vor Drittelende stellten Marvin Bauscher und Martin Schweiger mit ihren Treffern die Partie, die noch 20 Minuten zuvor von überzeugenden Huskies bestimmt worden war, vollends auf den Kopf. Zu allem Überfluss hatte sich Sven Valenti in der letzten Aktion des zweiten Abschnitts noch eine Strafe eingefangen, so dass die Huskies die ersten zwei Minuten des letzten Abschnitts auch noch in Unterzahl agieren mussten.
Unter dem Vorzeichen der drohenden Vorentscheidung legten die Schlittenhunde einen tollen Kampfgeist an den Tag. Nachdem diese erste Herausforderung dank eines tollen Einsatzes in Unterzahl gemeistert wurde, schalteten die Huskies wieder den Vorwärtsgang ein. Mehr oder minder aus heiterem Himmel sorgte Manuel Klinge mit einem blitzsauberen Schlagschuss von der blauen Linie für den umjubelten Ausgleich. Wohlwissend welche Ausmaße eine Niederlage für beide Mannschaften haben könnte, besannen sich beide Teams in der Folge allerdings vorwiegend auf die Defensive. Chancen blieben für weite Strecken des Drittels Mangelware. Und als sich schon jeder der 5.747 Zuschauer in der Eissporthalle am Ratsweg auf eine Verlängerung eingestellt hatte, meldete sich zum ersten Mal – mit optimalem Timing – die zweite Angriffsformation der Huskies zu Wort. Marek Vorels Schuss blockte Ryan Fairbarn ab, den Rebound fand Christoph Koziol und der Rosenheimer überwand Ackers zum überraschenden Führungstreffer der Nordhessen. Spätestens als Manuel Klinge vom Bully weg per Direktschuss zum 6:4 traf, war klar, dass die Huskies die Achterbahnfahrt der Gefühle gut überstehen würden.


















