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Wenn Träume wahr werdenTom Kühnhackl feierte sein NHL-Debüt

Am Wochenende wurde ein Traum wahr – ein Traum eines kleinen Jungen, der einst hoffte, mal bei den ganz Großen mitspielen zu dürfen. Im bayrischen Landshut wuchs der kleine Tom auf und hegte diesen Wunsch. Zusammen mit seinem besten Freund Tobias arbeitete er an diesem großen Traum. Samstagnacht folgte nun Tom Kühnhackl seinem besten Freund Tobias Rieder – der bereits in der letzten Saison sein NHL-Debüt feiern konnte – auf die große Bühne und absolvierte für die Pittsburgh Penguins sein erstes NHL-Spiel.

Bis dahin war es für Kühnhackl jedoch ein langer und auch oft steiniger Weg. Seine ersten Schritte auf dem Eis machte der Flügelstürmer im heimischen Landshut. Beim dort ansässigen EVL durchlief er alle Nachwuchsmannschaften, ehe er in der Saison 2008/09 sein Debüt in der zweiten Liga beim EV Landshut gab. Hier kam er in 42 Spielen auf elf Tore und zehn Assists. Schon dort zeigte er, welch großes Talent in ihm schlummerte und dies witterten auch einige Teams aus Nordamerika. So kam es im Sommer 2009 beim Canadian Hockey League Import Draft dazu, dass die Rechte von Kühnhackl zu den Windsor Spitfires gingen. Das Team aus der Ontario Hockey League zog ihn in der ersten Runde an 24. Stelle, musste sich allerdings ein Jahr gedulden, bis Kühnhackl eintraf. Denn gleichzeitig winkte auch die DEL mit einer Förderlizenz für die Augsburger Panther und so versuchte er zunächst sein Glück in der heimischen Liga. Ein Fehler, wie Kühnhackl kurz vor seiner Abreise nach der Saison zugab. Denn hier bestritt er nur vier Spiele für die Augsburger Panther und saß meistens auf der Bank. Windsor jedoch feierte in der Saison 2009/10 seinen zweiten Sieg des J. Ross Robertson Cup in Folge und gewann ebenfalls den Memorial Cup, also den Cup für das beste Nachwuchsteam der Canadian Hockey League.

Also zog Kühnhackl 2010/2011 nach Nordamerika in die Ontario Hockey League zu den Windsor Spitfires, allerdings nicht ohne den NHL-Draft 2010 mitzunehmen. Im Sommer 2010 drafteten die Pittsburgh Penguins den Landshuter an 110. Stelle in der vierten Runde.

Einer seiner ersten Stolpersteine auf dem Weg in die NHL war wohl der 4. November 2011. Damals checkte Kühnhackl den Verteidiger Ryan Murphy so hart, dass er von der Ontario Hockey League für 20 Spiele gesperrt wurde.

Dies passierte allerdings bereits im Trikot der Niagara IceDogs, die ihn nach vier Spielen in der laufenden Saison aus Windsor tradeten. Nach seiner begrenzten Zeit in der Ontario Hockey League (jedes Team darf nur drei Spieler im Kader haben, die älter als 19 Jahre sind) wechselte Kühnhackl in die Organisation der Pittsburgh Penguins. Beim AHL-Team der Penguins, den Wilkes-Barre/Scranton Penguins, und später in der ECHL bei den Wheeling Nailers kam Kühnhackl nur auf wenige Einsätze. Denn der nächste Stolperstein folgte: Seine Schulterverletzung vom 2. Dezember 2012 zwang ihn zu einem frühen Saisonende.

In den beiden darauffolgenden Jahren wechselte Kühnhackl immer mal wieder zwischen der American Hockey League und der ECHL. Erst in der letzten Saison blieb er durchgehend in der AHL und kam in 72 Spielen auf 12 Tore und 18 Assists. In der laufenden Saison spielte er bereits 23 Spiele für Wilkes-Barre/Scranton und kam dabei auf sieben Tore und acht Vorlagen – ehe dann am 7. Januar 2016 der Anruf aus Pittsburgh und der „Call Up“ in die NHL kam. Nur zwei Tage später bestritt er sein erstes Spiel neben seinem Idol Sidney Crosby. Kühnhackl begann sehr nervös, doch steigerte er sich im Spiel sichtlich. Am Ende sprang zwar noch kein Punktgewinn für Kühnhackl heraus, doch eine +1 in der Plus-Minus-Statistik.

Sein Traum wurde also wahr und sein bester Freund, Tobias Rieder, spielte gleichzeitig für die Arizona Coyoties und schoss zwei Tore und einen Assist gegen Nashville.

Tom Kühnhackl ist bekanntermaßen nicht der erste deutsche Spieler, der das Trikot der Pittsburgh Penguins trägt: Nach Torhüter Thomas Greiss (20 Spiele), Sven Butenschön (33 Spiele, 1 Assist), Christian Ehrhoff (49 Spiele, 3 Tore und 11 Assists) und Marcel Goc (55 Spiele, 2 Tore, 6 Assists) ist Tom Kühnhackl nun der fünfte deutsche Pinguin.