Washington Capitals stürmen in Richtung NHL-FinaleFinale der Eastern Conference

Ein Tor und ein Assist von Lightning-Kapitän Stamkos waren zu wenig gegen starke Capitals. (picture alliance / AP Images)Ein Tor und ein Assist von Lightning-Kapitän Stamkos waren zu wenig gegen starke Capitals. (picture alliance / AP Images)
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Tampa Bay Lightning – Washington Capitals 2:6 (2:1, 0:2, 0:3)


Play-Off-Stand: 0:2

Die Washington Capitals lagen vor Serienbeginn bei den Buchmachern knapp vorne, mittlerweile kann man fast schon reich werden, wenn man noch auf Tampa setzen. Auch die zweite Partie in der Amalie-Arena in Tampa ging an Washington, diesmal mit 6:2 (1:2,3:0,2:0) sogar noch klarer als beim 4:2 zwei Tage zuvor. Jetzt stehen die Sterne ganz klar auf der Seite der Capitals, denn auch die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Laut der Washington Post verloren in 41 Versuchen 39 Teams die Serie, die auch in den ersten beiden Spielen unterlegen gewesen waren. 

Eine Auftaktniederlage, gerade in einem derartigen Finale, ist ärgerlich, kann aber passieren und sollte so schnell wie möglich wieder ausgeglichen werden. Mit diesem Motto kam das Team von Lightning-Coach Jon Cooper aus der Kabine und wollte das etwas peinliche 2:4 vom Freitag wieder vergessen machen. Tatsächlich begann das Team aus Florida mit viel Speed, aber die cleveren Capitals hielten sofort gut dagegen - und verzeichneten auch prompt die erste Großchance, als Kusnetzow sich gegen Tampas Palat durchsetzte, dann an Keeper Vasilewsky scheiterte, der Puck jedoch bis zur blauen Linie zurückrutschte und von dort vom US-Defender der Capitals Matt Niskanen mit einem Flatterschuss ins Tor befördert wurde. Ein Tor, bei dem jeder Keeper der Welt unglücklich aussieht. 1:0 für die Gäste und damit hatte die Roadmap von Jon Cooper den ersten Riss bekommen.

Die Antwort der Lightning waren, wie erwartet, wütende Angriffe und bereits in der neunten Minute brachten diese im Powerplay Früchte. Der Schwede Hedman bediente Stamkos auf dem linken Flügel, der zog sofort ab, die Scheibe wurde geblockt, kam zu Nachwuchsstar Brayden Point und der hatte keine Probleme, den Puck über die Linie zu bugsieren. Der nachfolgende Jubelsturm der blauen Lightning-Fans touchierte wohl die 100-Dezibel-Grenze. In der Folge belagerte Tampa weiterhin das Tor der Capitals und auch beim 2:1, nur drei Minuten später, saß ein Capital-Akteur auf der Strafbank. Diesmal hieß der Torschütze Steven Stamkos, der wie beim 1:1 Ausgleich für einen Diagonalschuss eingesetzt wurde und bei diesem Versuch mehr Glück hatte. Mit diesem 2:1 im Blut wurde weiterhin munter gestürmt und dabei außer Acht gelassen, dass die Capitals in dieser Saison ihr Konterspiel nahezu perfektioniert haben. Nicht umsonst wurden von den letzten sieben Auswärtsspielen sechs gewonnen. In der 15. Minute hätte es fast zum Ausgleich geklingelt, als Washingtons Däne Lars Eller Vasilewsky prüfte, der aber mit einem Topsave den Ausgleich noch verhindern konnte.

Frust statt Aufholjagd für Tampa Bay



Im zweiten Drittel zunächst ein ähnliches Bild: Tampa versuchte das Spiel zu kontrollieren, offensive Akzente zu setzen und lief weiterhin in Konter der Caps. In der 23. Minute lud ein Scheibenverlust der Bolts im Angriffsdrittel die Capitals zu einem schnellen Gegenzug ein und als Alex Chiasson seinen Sturmpartner, den Kanadier Devante Smith-Pelly, perfekt einsetzte, war Vasilewsky geschlagen. Dazu Lightning-Star Stamkos: „Wir haben in den ganzen Playoffs bis zu diesen letzten Spielen perfekt verteidigt, und deshalb hatten wir Erfolg. In diesen erste beiden Spielen hatten wir nicht die gleiche Dringlichkeit, haben unseren Torwart häufig im Stich gelassen und dafür die Quittung kassiert.“ Dass ein derart fröhliches Treiben im Conference-Finale nicht von Erfolg gekrönt werden kann, wurde in den letzten achtzig Sekunden des Mitteldrittel deutlich. Die Capitals Oshie, Vrana und Eller spielten die heimische Defensive schwindelig und schließlich stand Eller völlig frei vor Vasilewsky und erzielte das 3:2 für Washington. Ein kleiner Schock für Tampa und dieser weitete sich noch richtig aus. Ganze zwei Sekunden vor dem Drittelende bediente Kusnetzow den wieder richtig stehenden Eller und die Capitals führten mit 4:2.

Jetzt standen die Lightning vor einem Dilemma. Anstatt zu führen lagen sie schon wieder mit 2:4 zurück. Die zweite Heimniederlage drohte und so war es logisch, dass Lightning-Coach Cooper eine bedingungslose Offensive verordnete. Diese Taktik verhieß Hoffnung, aber nur für vier Minuten. Dann passierte, was passieren musste. Die Lightning verloren an der Bande im Angriffsdrittel die Scheibe, diese wanderte blitzschnell zu Kusnetzow und der bediente seinen Landsmann Alexander Ovechkin, der technisch perfekt die Scheibe über Vasilewsky ins Tor jagte. Mit dem 5:2 war das von vielen kleinen Scharmützeln geprägte Spiel durch, und die immer sicherer werdenden Capitals erzielten in der 52. Minute sogar noch das 6:2, als der Kanadier Brett Conolly aus der Halbdistanz traf.

Stimmen zum Spiel:


Victor Hedman (Tampa): „Es gibt keine Panik. Natürlich ist es unglücklich, zwei wichtige Heimspiele hintereinander zu verlieren, aber wir haben auch die Erfahrung, jetzt das Richtige zu machen und die Serie noch zu drehen.“

Alex Ovechkin (Washington): „Es ist ein riesiges Gefühl aber noch längst nicht vorbei. Wir werden nach Hause kommen und unser Spiel spielen aber es wird hart. Sie haben große, starke Spieler, die uns alles abverlangen werden.“

Jon Cooper (Tampa): „Wir waren zu langsam. Wir haben die 113 Punkte in der Vorrunde nicht mit unserem derzeitigen Spiel erzielt. Es ist sehr untypisch für uns. Das ist der Unterschied. Sie haben Theaterstücke gemacht, wir nicht."

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