Tampa Bay Lightning eine Runde weiter, Washington Capitals mit erstem Heimsieg NHL: Play-offs kompakt

Nicklas Bäckström war der Held des Abends in Spiel 5 der Washington Capitals gegen die Blue Jackets. (picture alliance)Nicklas Bäckström war der Held des Abends in Spiel 5 der Washington Capitals gegen die Blue Jackets. (picture alliance)
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Washington Capitals – Columbus Blue Jackets 4:3 (1:1, 2:1, 0:1, 1:0) OT

Play-off-Stand: 3:2

Es ist vollbracht: In der sehr spannenden und engen Serie zwischen den Capitals und den Blue Jackets gab es im fünften Spiel den ersten Heimsieg – zum vierten Mal in fünf Partien musste jedoch die Verlängerung die Entscheidung bringen. Nach gut zwölf Minuten in der Overtime war es dann soweit: Nicklas Bäckström fälschte einen Schuss von Verteidiger Dimitri Orlov unhaltbar für Sergej Bobrovski im Tor der Blue Jackets ab. „Wir haben zwar 0:2 zurückgelegen, aber wir wussten, dass wir besser gespielt haben als die Ergebnisse waren. In den Play-offs geht es immer auf und ab, Du musst einfach weiter hart arbeiten. Das haben wir die letzten drei Spiele getan“, sagte der Held des Abends nach dem Spiel. Damit kann das Team aus der Hauptstadt in der Nacht von Montag auf Dienstag bereits alles klarmachen. Dann müssten die Jackets weiter auf die erste gewonnene Play-off-Serie in der Geschichte der Franchise warten.

Dabei hatte Spiel 5 gut angefangen für das Team aus Ohio: Erstmals in der Serie gingen die Blue Jackets in Führung, als Calvert einen Zwei-gegen-Eins-Konter in Unterzahl erfolgreich abschloss. Gut drei Minuten später glich Nicklas Bäckström aus, als er von hinter dem Tor Columbus‘ Keeper anschoss und die Scheibe von dort ins Tor abprallte. Nach dreieinhalb im Mitteldrittel hatten die Capitals das Spiel gedreht: Jevgeni Kuznetzow nahm einen langen Pass von Dimitri Orlov auf und bezwang „Bob“ mit einem Schuss unter den rechten Schoner. Doch nur 84 Sekunden später glich erneut Matt Calvert spektakulär aus: Alleine auf Braden Holtby zulaufend versprang ihm kurz dem Tor die Scheibe, doch Calvert reagierte blitzschnell und bugsierte sie per Spin-O-Rama ins Tor der Caps. Spät im zweiten Drittel holten sich die Caps die Führung wieder zurück durch ein Powerplay-Tor von TJ Oshie, aber auch diese konnten die Gäste ausgleichen: Oliver Björkstrand fälschte einen Schuss von Alexander Wennberg präzise ab. So ging es in die Verlängerung, in der die Capitals, die zuvor deutlich weniger Torschüsse abgegeben hatten als ihre Kontrahenten, sich ein Chancenübergewicht erarbeiteten – und schließlich mit dem großen Moment von Nicklas Bäckström belohnt wurden. Superstar Alexander Ovechkin blieb zum zweiten Mal in der Serie ohne Punkte, hat aber aus den bisherigen fünf Spielen drei Tore und drei Zuspiele gesammelt. 

Tampa Bay Lightning – New Jersey Devils 3:1 (1:0, 0:0, 2:1)

Play-off-Stand: 4:1

Tampa Bay Lightning, das punktbeste Team der Eastern Conference, hat sich standesgemäß mit 4:1 in der Serie gegen die New Jersey Devils durchgesetzt. Mihail Sergachev traf nach gut acht Minuten mit einem Handgelenkschuss durch den Verkehr vor Devils-Schlussmann Cory Schneider zur Führung für die Blitze aus Florida. Diese hatte auch bis weit ins Schlussdrittel bestand, ehe Top-Scorer Nikita Kucherov auf 2:0 für die Hausherren erhöhte. Ex-Ranger JT Miller hatte Schneider dabei die Sicht genommen. Bitter für die Devils: Zuvor hatten sie fünf Powerplays in Folge der in dieser Disziplin bärenstarken Bolts schadlos überstanden. Exakt drei Minuten vor dem Ende verkürzte Leon Draisaitls ehemaliger Teamkollege Patrick Maroon für die Devils. Ein weiterer Ex-Ranger, Ryan Callahan, sorgte zwei Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Treffer ins leere Tor der Devils für die endgültige. „Die Devils sind ein gutes Team, aber wir haben die ganze Serie über auch gut gespielt und waren ein bisschen besser. Aber das ist Vergangenheit, jetzt müssen wir nach vorne schauen“, fasste Tampas Torhüter Andrej Wassiljewski die Serie knapp zusammen. In der nächsten Runde trifft Tampa Bay auf die Boston Bruins oder die Toronto Maple Leafs.

Boston Bruins – Toronto Maple Leafs 3:4 (0:2, 2:2, 1:0)

Play-off-Stand: 3:2

In Kanada kursiert derzeit folgender Witz: Mutter Natur kann nicht wissen, dass schon Frühling ist, denn die Leafs spielen immer noch Eishockey. Nach einigen verpassten Endrunden sind die Ahornblätter dieses Jahr wieder im Rennen um den Stanley Cup. Und es wird nach dem wichtigen Auswärtssieg in Boston noch mindestens ein Spiel dauern, ehe die Kanadier den Golfschläger mit dem Eishockey-Stock tauschen. Connor Brown mit einem aus der Luft genommenen Abstauber und Andreas Jöhnsson per Rückhandschuss hatten die Leafs bereits nach gut zehn Minuten mit zwei Toren in Führung gebracht. Im Mittelabschnitt verkürzte David Backes für Boston im Powerplay, doch nur 51 Sekunden später stellte Tyler Bozak den alten Abstand wieder her – und 79 weitere Sekunden später traf Torontos US-amerikanischer Stürmer James van Riemsdyk in Überzahl zur Vorentscheidung. Zwar erzielten die Bruins durch Kuraly (38.) und Acciari (46.) noch zwei Treffer, konnten den Ausgleich aber nicht mehr erzwingen, auch weil Torontos Torwart Frederik Andersen alleine im Schlussabschnitt 19 Torschüsse parierte. Bostons Nummer Eins Tukka Rask erlebte hingegen einen gebrauchten Tag und wurde nach dem vierten Gegentor durch Khudobin ersetzt, der zumindest keinen weiteren Treffer kassierte. In der Nacht von Montag auf Dienstag können die Leafs vor eigenem Publikum die Serie ausgleichen.

 

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