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NHL-Star Boyle leidet an Leukämie Schock beim Profi der New Jersey Devils

Brian Boyle, hier noch im Trikot von Tampa Bay  Lightning, zeigt dem Schicksal die Faust. Foto: picture alliance /AP PhotoBrian Boyle, hier noch im Trikot von Tampa Bay Lightning, zeigt dem Schicksal die Faust. Foto: picture alliance /AP Photo

Die Diagnose — rabenschwarz. Teuflisch. Im ersten Moment. Sie hängt wie ein Damoklesschwert über ihm. Allein schon die Bezeichnung schnürt ihm die Kehle zu. Blutkrebs. Brian Boyle von den New Jersey Devils aus der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist an chronisch myeloischer Leukämie, kurz CML genannt, erkrankt. Eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der zu viele weiße Blutkörperchen gebildet werden. Dies gab der neue Klub des 32-jährigen US-Amerikaners bekannt.

Boyle erlebte ein Wunder

Die Worte der Ärzte hallen in seinen Ohren. Doch der NHL-Veteran schüttelt sich nur kurz. Wie nach einem harten Check. Und steht wieder auf. Lächelnd. Als ob nichts passiert wäre. Und grinst dem Dämon lässig ins Gesicht. ’Ich fühle mich gut und bin gesegnet. Wir haben gebetet. Ich habe aus erster Hand erlebt, dass es hilft, Krebs oder Situationen zu besiegen, die als unheilbar gelten“, sagt der Profi tapfer. Boyle hat keine Angst. Im Gegenteil. Er ist optimistisch. Mit gutem Grund. Bei seinem Vater Artie wurde 1999 Nierenkrebs festgestellt, der in die Lunge streute. Eine Woche nach einem Besuch des Wallfahrtsorts Medjugorje in Bosnien und Herzegowina sei kein Krebs mehr nachweisbar gewesen. Da war Boyle ein kleiner Junge. Erst 13 Jahre alt. Ein Wunder, das ihn tiefgründig prägte. ’Gebete können Berge versetzen ", weiß Boyle.

Der Stürmer hatte am 1. Juli einen mit 5,5 Millionen Dollar dotierten Zweijahresvertrag bei den Devils unterschrieben. ’Wir haben einen guten Plan. Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder auf das Eis zurückkehre. Ich freue mich darauf. Wann das sein wird, kann ich noch nicht sagen. Aber ich hasse es, auszusetzen“, zeigt der Star dem Schicksal die Faust.

Anzeichen nicht beachtet

Es gab Anzeichen, die Boyle aber nicht ernst nahm. Erhöhte Müdigkeit schrieb er dem hektischen Zeitplan nach dem Wechsel aus Toronto und den Alltag mit seinem 2-jährigen kleinen Söhnchen zu. ’Es hat eben ein bisschen länger gedauert, bis ich richtig wach war", sagte Boyle. ’Ich war mir nicht sicher, was es ist. Es gab Tage, an denen ich mich ganz normal fühlte. Und dann gab es Tage, an denen ich müde war. Ich habe dem nicht viel Beachtung geschenkt.“

Hoffnung macht ihm auch das Beispiel seines Kollegen Jason Blake. Am 8. Oktober 2007 hatte dieser bekannt gegeben, dass er an CML erkrankt sei. Doch er wollte während der gesamten Saison 2007/08 für Toronto auflaufen. Unbedingt. Einen Tag später stand Blake beim 1:7 seiner Maple Leafs gegen die Carolina Hurricanes wieder auf dem Eis. Zum Saisonende erhielt Blake die Bill Masterton Memorial Trophy, die denjenigen Spieler ehrt, der sich durch Ausdauer, Hingabe und Fairness im und für das Eishockey besonders auszeichnet.

Krankheit gut behandelbar

CML ist eine eher seltene, aber zum Glück medikamentös gut zu behandelnde Form von Krebs. Was Teamarzt Dr. Michael Farber auf der Webseite der NHL bestätigte. ’Wir haben die Krankheit in einem frühen Stadium erkannt. Wir warten auf weitere Testergebnisse und werden alles tun, um ihm die Rückkehr auf das Eis zu ermöglichen. Wir werden schnellstmöglich mit der Behandlung beginnen. “

Unterstützung ist groß

Boyle vertraut den Medizinern und hofft auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie bei Blake: ’Ich bin in guten Händen. Ich weiß nicht, wie lange es dauert. Zurzeit fühle ich mich so normal, wie man sich nur fühlen kann. Ich werde mich in die Saison zurückbeißen. Ich freue mich über jede Unterstützung. Ich sage allen Menschen, die diese Worte lesen oder hören, dass Gebete immer helfen.“ Er will den Dämon Krebs auf die Hörner nehmen, ihn zurück in die Hölle schicken. Damit er wie sein Vater an einem Wunder teilhaben kann. Dem Beginn eines neuen, gesunden Lebens. Wenn dann ein Teufel zuschlägt, dann ist er es selbst. Im positiven Sinne. Mit seinem Team — den New Jersey Devils. (Autor: RT)