„Falls wir keinen Kompromiss finden, wird es einen erneuten Lockout geben“, warnt Gary Bettman und gibt zu Verstehen, dass die Klubeigner kein weiteres Jahr unter den Bedingungen der aktuellen Vereinbarung (Collective Bargaining Agreement, kurz CBA) operieren werden – das habe man der Gewerkschaft während der vergangenen Monate auch immer wieder erklärt. Fünf Wochen bleiben den Beteiligten noch, um sich auf die zukünftigen Vertragspunkte zu einigen. Daher sei es auch notwendig, schnellstmöglich eine Übereinkunft zu treffen. Noch gibt sich Bettman optimistisch: „Wir glauben, dass die Zeit genügt, um eine Einigung zu erzielen. Darauf arbeiten wir hin.“ Kommende Woche treffen sich die Parteien erneut. Und am Dienstag ist es erst einmal an NHLPA-Geschäftsführer Donald Fehr, den Eigentümern einen Gegenvorschlag zu unterbreiten.
Ein Angebot der Liga liegt der NHLPA bereits seit dem 13. Juli vor. Wie Hockeyweb berichtete, fordern die Klubeigner darin unter anderem eine Verringerung der eishockeybezogenen Einnahmebeteiligung für die Spieler von 57 auf 46 Prozent – das Ligaeinkommen der letzten Saison betrug 3,3 Milliarden Dollar. Zudem soll der Status des „Unrestricted Free Agents“ erst nach zehn Spielzeiten erlangt werden, da Spieler auf diesem „Level“ frei über ihre Verträge verhandeln können. Die allgemeine Laufzeit von Spielerverträgen soll auf fünf Jahre beschränkt, die sogenannten „Entry Level Contracts“ (Einstiegsverträge) dagegen von drei Jahren auf fünf Jahre ausgeweitet werden.
Kommt es bis zum 15. September zu keiner Übereinkunft der beiden Parteien, wäre es der dritte Lockout in Gary Bettmans Zeit als NHL-Commissioner seit 1993. Während des Ausschluss 1994/95 nur zu einer verkürzten Spielzeit mit 48 Partien führte, wurde 2004/05 in der besten Eishockeyliga der Welt überhaupt nicht gespielt. Und 2012/13? Eigentlich dürfte es zu keinem weiteren Lockout mehr kommen. Das wäre hinsichtlich der Öffentlichkeitswirkung verheerend, findet Brian McCutcheon, ehemaliger Co-Trainer der Buffalo Sabres: „Ich glaube daher, dass beide Seiten so vernünftig sind und sich irgendwie einigen werden.“ Ob das die Verantwortlichen auch so sehen?










