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Jubiläum für Marco Sturm: 900. Regular-Season-Spiel in der NHL

Marco Sturm - hier noch im Trikot der Washington Capitals - Foto: flickr.com/clydeorama Marco Sturm - hier noch im Trikot der Washington Capitals - Foto: flickr.com/clydeorama

Schon im Sommer 1996 stand der nächste Höhepunkt für den jungen Sturm an: Der NHL Entry Draft. Die San Jose Sharks sicherten sich in der ersten Runde an 21. Stelle die Nordamerika-Rechte an dem jungen Deutschen. Sturm wurde noch vor Danny Briere (24.) und Zdeno Chara (56.) gedraftet, blieb aber noch ein weiteres Jahr in der DEL und beendete sein zweites Jahr mit 43 Punkten (16 Tore, 27 Assists).

Mit 19 zog es Sturm dann endgültig über den großen Teich. Die NHL lockte. Und er bekam schon früh seine Chance. Die Sharks setzten auf ihren Erst-Runden-Pick und Sturm spielte gleich im ersten Jahr die ersten 74 Spiele seiner NHL Karriere (10 Tore, 20 Assists). Es folgten sechs schöne Jahre bei den Sharks, wobei Sturm vor allem durch seine Schnelligkeit beeindruckte. In der Saison 2002/03 war er mit 28 Toren der beste Torschütze der Sharks. Auch Teemu Selänne und Patrick Marleau trafen in dieser Spielzeit 28 Mal.

Als dann die NHL ein ganzes Jahr lang streikte zog es Sturm zurück nach Deutschland. Mit dem ERC Ingolstadt scheiterte er im Halbfinale am späteren Meister Eisbären Berlin. Zurück bei den Sharks passierte Sturm das, was jedem NHL-Spieler jederzeit passieren kann: Er wurde am 30. November zu einem anderen Team gedealt. In einem spektakulären Tauschgeschäft schickten die Boston Bruins Joe Thornton zu den Sharks und erhielten dafür Marco Sturm, Brad Stuart und Wayne Primeau. Sturm spielte fortan für die Bruins und erlebte die drei offensivstärksten Jahre seiner gesamten Karriere. 23 Tore in 51 Spielen, sowie jeweils 27 Tore in den beiden nächsten Jahren waren Topwerte in der NHL.

Doch dann folgten Rückschläge: Im Dezember 2008 riss er sich im Heimspiel gegen die Toronto Maple Leafs das linke Kreuzband und fiel den Rest der Saison aus. Als er sich bis zum September 2009 zurückgekämpft hatte und mit 22 Treffern umgehend bester Torschütze des Teams wurde, folgte am 1. Mai 2010 ein erneuter Rückschlag. Sturm riss sich gegen die Philadelphia Flyers das Kreuzband im rechten Knie.

Doch die Bruins setzten nach den schweren Verletzungen nicht mehr auf Sturm und schickten ihn nahezu ohne Gegenwert zu den Los Angeles Kings. Damit begann die Odyssee des Ausnahmestürmers. Für die Kings absolvierte er nur 17 Spiele (9 Punkte), ehe er auf die Waiver-Liste gesetzt wurde und bei den Washington Capitals als Play-off-Verstärkung landete. Nach 18 Saisonspielen und darauffolgenden neun Play-off-Spielen hatten auch die Capitals keine Verwendung mehr für Sturm. Etwas überraschend griffen dann die Vancouver Canucks im letzten Sommer zu und verpflichteten Sturm für 2,25 Millionen Dollar, obwohl er schon lange nicht mehr der Spieler war, der regelmäßig fast 30 Tore schoss. Die Canucks hofften und Sturm glaubte, dass er alle Verletzungsprobleme hinter sich hatte und wieder zu alter Form finden würde. Aber die Geduld bei den Verantwortlichen war nicht groß: Nach sechs Spielen transferierten sie Marco Sturm zu den Florida Panthers, wo er jetzt versucht zu alter Stärke zurückzufinden.

Sturm absolvierte am Montagabend sein 900. Hauptrundenspiel in der NHL, was er mit seinen Florida Panthers aber mit 3:4 n.P. verlor. Dazu kommen noch weitere 61 NHL-Play-off-Spiele. Die meisten Einsätze in der besten Eishockey-Liga der Welt, die je ein deutscher Spieler absolviert hat. Hockeyweb gratuliert Marco Sturm und hofft, dass er noch ein paar Jahre gesund und erfolgreich Eishockey spielen kann.