„Ich habe nicht so gespielt, wie ich es hätte tun sollen“Tom Kühnhackl im Hockeyweb-Interview

Für Tom Kühnhackl (links) läuft es im Team der Pittsburgh Penguins wieder besser. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Für Tom Kühnhackl (links) läuft es im Team der Pittsburgh Penguins wieder besser. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)
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Insbesondere zu Beginn der NHL-Hauptrunde hat er einige Spiele verpasst. Warum das so war, wie es ist, mit dem 1000-Punkte-Mann Sidney Crosby jeden Tag zu arbeiten, und wem er in den DEL-Play-offs die Daumen drückt, erzählte der gebürtige Landshuter im Gespräch mit Hockeyweb.de.

Herr Kühnhackl, Sie haben kürzlich Ihr erstes Outdoor Game gespielt. Was war das für eine Erfahrung, vor so einer Kulisse anzutreten – und mit einem Assist sogar noch zum Sieg beizutragen?

Es war eine großartige Erfahrung – so ein Spiel ist etwas ganz Besonderes! Und dann ging es auch noch gegen die Philadelphia Flyers, einen unserer größten Rivalen. Entscheidend ist aber, dass wir das Spiel gewonnen haben.

Nach Ihrem steilen Aufstieg im vergangenen Jahr scheint dieses Jahr etwas schwieriger zu sein. Wie würden Sie Ihre bisherige Saison zusammenfassen, in der Sie gut ein Drittel der Spiele verpasst haben?

Insbesondere zu Saisonbeginn habe ich nicht so gespielt, wie ich es hätte tun sollen. Etwa einen Monat hatte ich da eine etwas schwierige Phase. Aber dann wurde es nach und nach besser, denn ich habe wieder die Dinge gemacht, die mich im letzten Jahr stark gemacht haben. Seit einiger Zeit läuft es daher wieder ganz gut und ich spiele insgesamt konstanter – und hoffe, dass ich mich auf diesem Niveau stabilisieren kann.

Wie würden Sie Ihre Rolle im Team mit so vielen Stars – Crosby, Malkin, Letang, die HBK-Linie mit Carl Hagelin, Nick Bonino und Phil Kessel – in dieser Saison beschreiben?

Eigentlich dieselbe Rolle wie im letzten Jahr: Ich bin der Arbeiter, ein Grinder. Meine Aufgabe ist es, einfach zu spielen und keine Fehler zu machen, ins Forechecking zu gehen, Scheiben zu erobern, Checks zu Ende fahren. Es geht darum, das andere Team zu zwingen, einen großen Teil seiner Energie darauf zu verwenden, gegen uns in deren eigener Zone zu verteidigen. Das gelingt meinen Kollegen und mir im Moment ganz gut.

Mit Tobias Rieder haben wir kürzlich darüber gesprochen, wie normal es sich mittlerweile für ihn anfühlt, gegen die besten Spieler der Welt anzutreten. Aber wie ist es, jeden Tag MIT einigen der Besten wie etwa Sidney Crosby zu arbeiten?

Mit Leuten wie Sidney oder auch Geno (Evgeni Malkin) zu arbeiten, ist einfach unglaublich. Von ihnen kann man nur lernen, jeden Tag. Wenn man sieht, wie hart sie arbeiten, auf dem Eis und abseits des Eises. Crosby ist jeden Tag einer der ersten im Training und arbeitet an seiner Schusstechnik, obwohl er mit Sicherheit einen der besten Schüsse der Liga hat. Es ist wirklich eine Ehre, mit solchen Typen zu spielen.

In einem Interview haben Sie neulich gesagt, dass Sie die Rivalität zwischen den Pens und Mannschaften wie Philadelphia oder Washington spüren können. Wird dies durch die Rolle der Penguins als „Gejagter“ verstärkt – und wird sich das in den Play-offs nochmal steigern?

Natürlich, in jedem Spiel, das wir gegen Philadelphia, Washington oder auch die New York Rangers spielen, kannst du die Intensität und die Rivalität fühlen. Es wird hart gespielt und meistens dauert es nicht lange, bis Spieler aneinandergeraten. Nach jedem Pfiff gibt es Gerangel. Du spürst einfach die Intensität. Und gegen den Titelverteidiger versuchen alle Teams, noch besser und noch härter zu spielen. Deswegen müssen wir jetzt in der entscheidenden Phase unser bestes Eishockey spielen.

Wer sind die Teams, die es auf dem Weg zu einer möglichen Titelverteidigung zu schlagen gilt?

Das werden wahrscheinlich Washington sein, die eine starke Saison spielen, aber auch die Columbus Blue Jackets, die dieses Jahr Spiele in Folge gewonnen haben. Im Westen sind Minnesota und Chicago die Teams, die es zu schlagen gilt.

In Deutschland sind die Play-offs bereits in vollem Gange. Verfolgen Sie die deutschen Ligen – und drücken Sie besonders den Teams die Daumen, bei denen frühere Mannschaftskameraden spielen?

Ja, natürlich verfolge ich das deutsche Eishockey, checke die Ergebnisse. Am meisten interessieren mich die Mannschaften, in denen alte Teamkameraden spielen, vor allem David Elsner und Nico Krämmer, die auch aus Landshut kommen und gute Freunde sind. Gelegentlich schaue ich mir auch mal deren Statistiken an.

Vielen Dank, Herr Kühnhackl.

Kühnhackl dürfte sich wünschen, dass er mit seinem Team erfolgreicher ist als Kumpel David Elsner, der zwar mit dem ERC Ingolstadt in zwei Spielen gegen Bremerhaven in der ersten Runde aus den Play-offs geflogen ist, aber zumindest seinen Vertrag bei den Schanzern um zwei Jahre verlängert hat.

Für Tom Kühnhackl stehen in der dieser Saison 42 Spiele mit vier Toren und sechs Assists zu Buche, bei einem Plus-Minus-Wert von +7. In den letzten Partien sammelte er einen Assist zum wichtigen Führungstor beim 3:0-Auswärtssieg der Penguins in Vancouver und erzielte ein Tor gegen Tampa Bay Lightning.

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