Ende Legende! Altmeister Jaromir Jagr (45) verlässt die NHL Tschechische EIshockey-Ikone kehrt zu seinem Heimatklub HC Kladno zurück

Verlässt nach 28 Jahren die NHL: Jaromir Jagr. (picture alliance/AP Photo)Verlässt nach 28 Jahren die NHL: Jaromir Jagr. (picture alliance/AP Photo)
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Der Schritt kommt nicht mehr überraschend. Eine Legende tritt ab. Jaromir Jagr, der tschechische Eishockey-Gott, beendet wie erwartet seine lange Karriere in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Der tschechische Altstar wurde von den Calgary Flames am Sonntag auf die sogenannte Waiversliste gesetzt und aus dem Kader gestrichen.  Somit hätte den 45-Jährigen noch bis Montagabend jedes andere NHL-Team verpflichten können. Tat aber keiner. Danach wäre er vertragslos gewesen. Seit bekannt wurde, dass die Flames und Jagr an einer Vertragsauflösung arbeiten, wurde viel spekuliert, wohin der Superstar wechseln würde. Sogar die DEL war im Gespräch (Hockeyweb berichtete). Doch der Altmeister kehrt zu seinem Heimatklub HC Kladno zurück - in die zweite tschechische Liga. Dort ist er Mehrheitseigner.

Mit Ausnahme kurzer Unterbrechungen spielt Jagr seit 1990 in der NHL. Er schnürte für neun verschiedene Klubs die Schlittschuhe, holte zwei Mal den Stanley-Cup – die begehrteste Trophäe seines Sports. Insgesamt bestritt er 1.733 Spiele in der "Regular Season" der NHL und liegt damit an dritter Stelle der ewigen Bestenliste. Zum Rekord des legendären Gordie Howe mit 1767 NHL-Spielen fehlen nur noch 34 Partien. Dazu kommen 208 Partien in den Play-offs. Jagr hat die zweitmeisten Punkte (1.921) und liegt auf Platz 3 der Torjägerliste (766) in der Geschichte der besten Liga der Welt. Erst kurz vor der Saison hatte er einen mit einer Million Dollar dotierten Vertrag bei den Flames unterschrieben. In 22 Spielen erzielte der Mann mit der Vokuhila-Kultfrise ein Tor und sechs Assists. Wegen Verletzungen kam der zweifache Stanley-Cup-Sieger allerdings seit 31. Dezember nicht mehr zum Einsatz.

Seinen großen Traum, nochmal bei Olympia aufzulaufen, wird er sich trotz des Wechsels nach Europa dagegen nicht erfüllen können. Der Goldmedaillen-Gewinner von 1998, der am 15. Februar 46 Jahre jung wird, steht nicht im endgültigen Kader der Tschechen. Seine Entlassung in Calgary kam zu spät. Bekanntlich nehmen an den Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea/ 9. bis 25. Februar) keine NHL-Stars teil. „Ich möchte den Calgary Flames dafür danken, dass sie mir die großartige Gelegenheit gegeben haben, ein Teil ihres Teams zu sein und meine NHL-Karriere in dieser Saison fortzusetzen. Obwohl ich sehr enttäuscht bin, dass die Dinge aufgrund einiger Umstände nicht so gelaufen sind, wie wir es erhofft hatten, bin ich den Flames, den Fans und der Stadt Calgary zutiefst dankbar, dass sie mich so großzügig aufgenommen haben. Ich freue mich jetzt darauf, die Saison in Kladno fortzusetzen“, sagte Jagr in einer Erklärung.   

Der tschechische Ausnahmekönner hat Olympia, WM und Stanley Cup gewonnen und gehört damit zum exklusiven "Triple Crown Club". Die Flames sind der Eis-Ikone trotz der eher unglücklichen Beziehung mehr als dankbar. „Wir bedauern nicht, ihn geholt zu haben. Im Gegenteil. Wir danken ihm. Es war eine schwere Zeit für ihn. Er konnte nicht wirklich eine vernünftige Basis aufbauen, war oft verletzt, hatte keine Vorbereitung. Die Liga ist schnell. Egal ob du 25 oder 45 Jahre alt bist. Ich wünschte nur, er wäre richtig fit gewesen. Ich habe meine Gespräche mit ihm genossen, er ist ein wirklich intelligenter Mensch, eine wirklich einzigartige Persönlichkeit“, sagte General Manager Brad Treliving. Sieht Chef-Trainer Glen Gulutzan genauso: „Er hat uns besser gemacht. Seine Art und Weise, wie er als Profi arbeitet, wie er das Spiel sieht, wie er mit seinen Mitspielern arbeitet - alles hat dem Team genützt. Von einem Typen, der so lange auf dem höchsten Level gespielt hat, lernt man eben sehr viele Dinge, wenn man aufmerksam zuhört – und sieht. Es gibt nicht viele Männer wie ihn.“ Fazit von seinem tschechischen Landsmann und Weltklassestürmer Michael Frolík (29), ebenfalls aus Kladno stammend: „Das Experiment endetet für alle vielleicht enttäuschend. Aber es hat sich trotzdem gelohnt. Es war besonders für die jungen Leute cool, wenn er die Kabine betreten hat. Jetzt kehrt er in die Heimat zurück, wird für volle Hallen und Euphorie sorgen. Dafür wünschen wir ihm alles Gute.“

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