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Emotionen in der NHL: Brian Boyle weint vor Glück, Leon Draisaitl umjubelt US-Amerikaner trifft erstmals nach Krebsdiagnose, Kölner der Last-Minute-Matchwinner

Brian Boyle (r.) feiert sein erstes Tor nach der Krebsdiagnose. (picture alliance/AP Photo)Brian Boyle (r.) feiert sein erstes Tor nach der Krebsdiagnose. (picture alliance/AP Photo)
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Es war der ultimative Wahnsinn. Leon Draisaitl hat mit den Edmonton Oilers in der nordamerikanischen Profiliga NHL den zweiten Sieg nacheinander gefeiert. Der Kölner wurde beim 3:2 nach Verlängerung gegen die New Jersey Devils zum umjubelten Helden. Mit seinem Treffer 16 Sekunden vor Ende der Overtime war Draisaitl der Matchwinner der Kanadier, die sich damit vorerst aus der Krise ballern. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des 22-jährigen Nationalspielers. „Das ist einfach riesig. Natürlich steckten wir in einem tiefen Loch. Aber jetzt ist es an der Zeit, dort wieder herauszukommen. Es war eine solide Leistung der gesamten Mannschaft. Jede Reihe hat zum Sieg beigetragen. So kann es weitergehen“, strahlte der Jungstar.

Die wunderschönste Geschichte schrieben allerdings die Devils. Trotz der Heimniederlage. Brian Boyle brachte New Jersey mit 1:0 Führung. Sein erster Treffer nach der Krebsdiagnose. Im September wurde beim US-Amerikaner "Chronische myeloische Leukämie (CML)" diagnostiziert (Hockeyweb berichtete). Was für ein Schock für den Haudegen. Die Welt des Routiniers (LA, Rangers, Tampa, Toronto) brach von einem Tag auf den anderen zusammen. An Eishockey war nicht zu denken. Bevor er sein erstes Spiel für die Devils machen konnte, muss er erstmal überleben.

Der 32-Jährige verpasste die ersten 10 Spiele der Saison. Doch Boyle ist ein Kämpfer. Auf und neben dem Eis. Die Therapie schlug an. Anfang November schnürte er schon wieder die Schlittschuhe. Nun das Tor. Ein Wunder. „Ich habe noch nie nach einem Treffer geweint. Das war ein großartiges Gefühl. Mehr geht nicht“, erklärte das 2 Meter große und 110 Kilogramm schwere Kraftpaket gerührt. Boyle schrieb er sein eigenes Eishockey-Märchen. Sein allergrößter Sieg. „Boyle: „Es bedeutet mir so viel. Einfach alles. Die Unterstützung der Teamkollegen, meiner Kinder, meiner Frau, meiner Eltern. Auch sie haben sehr viel durchgemacht. Ich bin sehr dankbar für alles.“ Es gibt einfach Momente, in denen der Sport in den Hintergrund tritt, die viel wichtiger sind, als Pokale und Meisterschaften. Egal für welches Team das Herz der Fans im Prudential Center schlug, in diesem Moment fühlten alle mit Boyle. Das Tor feierten die komplette Arena gemeinsam. Was für ein emotionaler Moment. „Du bist nicht alleine“, twitterten die Devils nach dem Spiel. Die schönsten Geschichten schreibt eben das Leben. Das Endergebnis trat in den Hintergrund. An diesem Tag gab es nur einen Sieger – Brian Boyle.  

Für Emotionen sorgte auch Jaromir Jagr. Der 45-jährige Altmeister aus Tschechien erzielte beim 6:3 der Calgary Flames gegen die Detroit Red Wings seinen ersten Saisontreffer zum 5:2. „Jedes erste Tor für ein neues Team ist etwas Spezielles, besonders in Kanada“, freute sich Jagr.

Keinen Grund zur Freude hatte dagegen Tobias Rieder. Der 24-jährige Landshuter kassierte mit den Arizona Coyotes eine bittere Auswärtsniederlage. Die Coyotes verloren gegen die St. Louis Blues 2:3 nach Penaltyschießen. Es war die 16 Pleite im 18 Spiel.