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Ducks gegen Oilers: Deutsches Duell in der Western ConferenceAusblick auf die Conference-Semifinals

Leon Draisaitl, der zu Beginn der ersten Runde gegen die San Jose Sharks aufgrund einer Erkältung ein bisschen geschwächt war, jetzt aber wieder ganz fit ist, erwartet eine enge Serie gegen die Anaheim Ducks. Das Team aus Kalifornien hatte in der ersten Runde kurzen Prozess mit den Calgary Flames gemacht und Edmontons Lokalrivalen in den Urlaub gesweept. Dabei haben die Ducks sogar Offensivqualitäten bewiesen und mehr als drei Tore im Schnitt pro Partie geschossen. Der Grund hierfür liegt aber eher im schwachen Defensivverhalten der Flames und in einem Torhüter-Gespann, das den Ansprüchen eines Play-off-Teams nicht genügt. Die eigentliche Stärke der Kalifornier ist und bleibt das Defensiv-Spiel, das sie sehr mobil und wenn nötig auch körperbetont durchziehen. Damit können sie insbesondere in den Play-offs enge, torarme Spiele immer wieder zu ihren Gunsten entscheiden. Ein Teil dieses Verbunds ist Verteidiger Korbinian Holzer, der in drei von vier Spielen gegen die Flames zum Einsatz kam und im Schnitt etwa 15 Minuten Eiszeit hatte. Neben der Defensive können die Ducks auf die Play-off-Erfahrung von Spielern wie Kevin Bieksa, Triple Gold-Clubmitglied Corey Perry, Ryan Getzlaf, Ryan Kesler oder auch Antoine Vermette bauen. Die drei Letztgenannten stehen zudem für eine weitere Stärke des Stanley-Cup-Siegers von 2007: Am Bullypunkt ist dieses Trio eine Macht. Dies könnte im Verlauf der Serie insbesondere bei wichtigen Anspielen ein Faktor werden

Die Edmonton Oilers reiten die Euphoriewelle, die sie mit dem erstmaligen Einzug in die Play-offs nach elf langen Jahren ausgelöst haben. Dabei spielen sie nicht naiv und haben sich gegen die San Jose Sharks auch von Rückschlägen wie der 7:0-Klatsche in Spiel vier nicht beirren lassen und die beiden folgenden Partien – und damit die Serie gegen den letztjährigen Finalisten – mit jeweils disziplinierter und konzentrierter Leistung für sich entschieden. Die große Stärke des Teams aus Alberta sind die Schnelligkeit und die durchschlagskräftige Offensive, angeführt von den beiden Jungstars Leon Draisaitl und Kapitän Connor McDavid. Dazu haben die Oilers mit den erfahrenen Milan Lucic und Patrick Maroon auch zwei überdurchschnittliche Angreifer in ihren Reihen, die noch dazu das Körperspiel beherrschen. In der Serie gegen die Sharks brachte zudem Torhüter Cam Talbott die gegnerischen Stürmer reihenweise zur Verzweiflung und war ein wichtiger Rückhalt der Oilers. Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass Leon Draisaitl mit seiner Prognose einer engen Serie richtig liegt. Bundestrainer Marco Sturm dürfte vor allem darauf hoffen, dass die Serie nicht allzu lange dauert und der Unterlegene der beiden Deutschen möglichst schnell zum deutschen Team stoßen kann, um im Kampf um das Viertelfinale bei der Heim-WM zu helfen.

Predators gegen Blues: Vielleicht nicht spektakulär, aber sicher spannend

In der anderen Serie der Western Conference treffen die Nashville Predators auf die St. Louis Blues. Das Team aus Tennessee hatte in der ersten Runde mit Chicago einen der Titelfavoriten aus dem Rennen geworfen und mit dem Sweep dafür gesorgt, dass sich in der Windy City ein Sturm zusammenbraut: „Inakzeptabel“ nannte Stan Bowman aus dem Management der Blackhawks das Abschneiden in den Play-offs. Bis auf Coach Joel Quenneville scheint derzeit alles auf dem Prüfstand zu stehen – die vielleicht einzige Dynastie der letzten Jahre könnte also kräftig durchgerüttelt werden in diesem Sommer. Schuld daran hatte unter anderem ein sensationell haltender Preds-Goalie Pekka Rinne sowie die extrem stabile Defensive, die Chicagos Superstars Patrick Kane und Jonathan Towes nur jeweils ein mageres Törchen gestattete. Hinten konzentriert und vorne effizient, das könnte die Mischung sein, die das Team aus der Music City in die nächste Runde bringt. Dorthin wollen auch die Blues, die in der ersten Runde die hochgehandelten Minnesota Wild bezwungen hatten. Dabei avancierte einer der Schwachpunkte, Blues-Goalie Jake Allen, zum Turm in der Schlacht und hatte entscheidenden Anteil am Erfolg über das Team aus Minnesota. Auch eine weitere vermeintliche Schwächung entpuppte sich im Nachhinein als Segen für die Blues. Nach dem Weggang von Kevin Shattenkirk wurde die Defensive der Blues umgebaut – und zur Basis des Erfolgs in der ersten Runde. Insofern könnte es ein Duell zweier defensivstarker Teams werden, in dem die geringere Zahl von Fehlern den Unterschied macht. Vielleicht wird es keine spektakuläre Serie, aber spannend wird sie allemal.

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