Eishockey News

Die NHL und ihr Nein zu OlympiaEin Kommentar

Die NHL wird für die Olympischen Winterspiele 2018 keine Pause einlegen. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Die NHL wird für die Olympischen Winterspiele 2018 keine Pause einlegen. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)

Seit Nagano (1998) unterbrach die NHL die Saison, um ihren Spielern die Möglichkeit zu geben, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Die besten Spieler der Welt nahmen dieses Angebot gerne an und mischten in ihren Nationen die Eishockeywelt mächtig auf. Alle Großen waren da und zeigten auf der größten Bühne, die es gab, was Eishockey ist.

Doch dies hat bei den kommenden Spielen ein Ende. Die NHL gab bekannt, dass sie den Spielplan der nächsten Saison ohne Olympia plant. Aus Fansicht, mag dies sehr bitter sein, die NHL führt aber gute Argumente an, wieso sie das nicht tun wird – auch wenn sie dabei vielleicht zu sehr auf die eigene Nase schaut.

So sagt sie zum Beispiel, dass es kaum spürbares Wachstum für die NHL gab. Das mag stimmen, denn wer vor Olympia kein NHL-Spiel schaute, wird deswegen nicht danach bis 3 Uhr nachts wach bleiben. Und in Nordamerika wird deswegen auch niemand öfter in die Arena gehen.

Genauso führte die NHL an, dass durch Olympia die ohnehin schon starke Belastung der Spieler wuchs. Und wenn ein Tavares sich bei Olympia verletzt, haben die New York Islanders nun mal einen ihrer absoluten Führungsspieler weniger. Ein möglicher Play-off-Run wäre damit hinfällig, was gegebenenfalls Verlust von Geldern durch zusätzliche Spiele bedeutet. Wirtschaftlich gesehen also absolut verständlich, dass die NHL-Teams bzw. die Liga gegen eine Teilnahme ihrer Spieler sind.

Doch ist die NHL vielleicht zu engstirnig?

Die Spielergewerkschaft NHLPA versuchte, auf die Liga einzureden. Denn so wirtschaftlich die Liga denkt, so unsozial ist der Gedanke für die Spieler. Der Stanley Cup ist zwar das Größte für jeden Sportler, aber die Erfahrung bei Olympia wird von den meisten Spielern gleich als Zweites genannt. Viele Spieler haben sich bereits dazu geäußert, unter anderem sagte Superstar Alexander Ovechkin, dass es ihn aktuell nicht interessiert, was die NHL sagt, denn immerhin ist der Spielplan noch nicht veröffentlicht, also ist noch viel Zeit um die Liga umzustimmen.

Nicht nur die heutigen Stars der Liga profitieren von der Teilnahme bei den Spielen. Die Stars von morgen, welche noch vor dem TV sitzen und die Helden auf dem Eis sehen, werden diese sicher vermissen. Sollte von diesen Kids nur eines in Europa mit dem Eishockey anfangen, wäre es ein Gewinn für den Sport. Vielleicht geht deswegen der kommende Peter Forsberg nicht in die Halle, um den Sport zu erlernen, den wir alle so lieben, dann hätte auch die NHL einen Verlust gemacht.

Auch fällt die Bühne für einige Talente, die in Europa nie Beachtung von den Scouts aus Nordamerika bekamen, weg. Immer wieder in den letzten Jahren gab es den ein oder anderen Spieler der durch ein starkes Turnier in die NHL gelockt wurde.

Aber dies sind Spekulationen und „Was-wäre-wenn“-Ideen. Letztendlich hat die NHL jahrelang die Türen für Olympia geöffnet und daraus keinen Nutzen gezogen. Leider funktioniert die Liga eben etwas anders als in Europa. Dort sind Teams eben Unternehmen.

Schaut man nach Europa, stellt sich natürlich auch die Frage, welchen Nutzen ziehen die Teams hier? Ist er gar kleiner, als es der Nutzen für die NHL wäre? Das wäre recht oberflächlich betrachtet: Gerade in einem Land wie Deutschland, in dem der Fußball das Sportgeschehen dominiert, können die Olympischen Spiele ein Anlass sein, die eigene Sportart ins Rampenlicht zu stellen. Zudem sind die staatlichen Fördermittel ein wichtiges Argument. Letztlich besteht der Unterschied eben darin, dass der europäische und der nordamerikanische Sport gänzlich anders organisiert sind.