Eishockey Nachwuchs - DNL

31.01.2011

Hockeyweb hautnah: Auf Tour mit dem DNL-Team der Eisbären III

von Matthias Eckart

Zehn Minuten Gaga statt Pokerface


Trainer Andreas Gensel beim Spielbogen ausfüllen vor der Berliner Kabine

Eines vorweg: Wer Eishockey pur, ehrliche, unverbrauchte Emotionen auf und neben dem Eis als Kontrastprogramm zum üblich gewordenen Eventtrara und Spektakel erleben möchte, der wird bei den Spielen der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) mit großer Sicherheit fündig werden. Diese Empfehlung kann ich guten Gewissens nach zwei Tagen auf Auswärtstour mit dem DNL-Team der Eisbären Juniors geben. Ich hoffe, ich kann Sie dafür begeistern!

 Mit „kurzer Bank“ haben die Eisbären Juniors die Reise nach Krefeld angetreten. Einige Spieler der Mannschaft sind in Berlin geblieben. Teils verletzt, wie ihr zweitbester Scorer Feodor Boiarchinov, oder aber weil sie inzwischen überwiegend für Eisbären-Kooperationspartner FASS Berlin in der Oberliga zum Einsatz kommen. Insgesamt 19 Spielernamen konnte Trainer Andreas Gensel auf dem Spielberichtsbogen notieren. Und das auch nur, da er mit Daniel Weber und Jonas Müller auf zwei Spieler aus dem Schüler-Kader zurückgreifen konnte. Außerdem waren die DEB-Auswahlspieler der Juniors erst am Donnerstag von einem Turnier aus Kanada zurückgekehrt und, wie sich spätestens beim Spiel am Sonntag herausstellte, doch noch vom Jetlag geplagt.

Nachdem durch Schwinge, Marco, Tatanka und den Jungs in der zugewiesenen Gästekabine Arbeitsfähigkeit hergestellt war, ging es für die Mannschaft an die frische, fast frühlingshafte Luft zur so genannten Landerwärmung, sprich Runde um die Halle drehen, Stretchen und ein bisschen Fußball knödeln. Trotz der Ausfälle einiger Mitspieler strahlten die Jungs ungezwungenen Optimismus aus und die Stimmung in der Kabine war daher nicht annährend so angespannt, wie man das hätte nach frühem Aufstehen und langer Busfahrt vermuten können. Man war einfach gut drauf. Das spürte auch Trainer Gensel, der seine Ansprache ans Team entsprechend ausrichtete. Er erinnerte an das, was man die Woche über trainiert hatte, mahnte noch einmal das richtige Verhalten im Rahmen des eigenen taktischen Systems an, wann die Verteidiger pinchen, offensiv Druck auf den Gegner ausüben und wohin die Stürmer dann verschieben müssen zum Beispiel. Der Gegner war dabei kaum ein Thema. Das eigene Zeug richtig machen, steht offenbar im Vordergrund. „Leidenschaft will ich sehen, Disziplin und Laufbereitschaft!“, lautete Gensels zusammenfassende Parole. Dann wird es laut, die Jungs feuern sich selbst an und Gensel dreht mit entschlossenen Schritten eine Runde durch die Kabine und klatscht dabei jeden seiner Spieler ab, die darauf nicht weniger kraftvoll Richtung Eis marschieren.

Vom ersten Bully an hat man das Gefühl, dass die Jungs ihrem Trainer nicht nur gut zugehört, sondern ihn auch verstanden haben.

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